24.04.2012, Weinheim - Der Wanderweg führt insgesamt 14 Kilometer über die östlichen Gemarkungen der Nachbarstädte Weinheim und Schriesheim.
Der Geopark-Pfad mit dem griffigen Namen „Steine, Schluchten und Sagen“ erschließt eine ganze Reihe von geologischen, naturhistorischen und heimatkundlichen Phänomenen des Vorderen Odenwaldes. Er führt zu den Spuren des Historischen Tagebaus und vereint „Wissenswertes und Erholsames“ auf einer Strecke. Beide Seiten einer Achse, die an der Gemarkungsgrenze auf der „Ursenbacher Höhe“ liegt, bergen thematisch ähnliche, aber im Detail ganz verschiedene Aspekte der Erdentstehung und des Bergbaus vergangener Zeiten, streckenweise erzählt der Weg auch spannende Sagen und Legenden. Das beginnt mit dem Naturdenkmal „Zigeunereiche“ auf der Grenze der ehemaligen Dörfer Oberflockenbach, Rippenweier und Ursenbach.
Die Weinheimer Seite des Lehrpfades
Auf Weinheimer Seite erschließt der Weg auf dem Rücken des Steinbergs den Bergkopf mit seiner mächtigen Granitfindlingsgruppe und dem dort vermuteten Keltenwall, einer alten Glaubensstätte. Wie überall am Weg wird dort eine Tafel die Historie und die Geologie erläutern. Unmittelbar danach führt der Pfad an dem imposanten Granitmonolith vorbei, der wohl früher eine Grenzmarkierung der Gemeinden Oberflockenbach und Rippenweier darstellte. Dann weitet sich der Blick über Oberflockenbach, umrahmt von unzähligen Kuppen und Taleinschnitten, einem typischen Landschaftsbild des Vorderen Odenwaldes. Vom Fuß des Eichelbergs zieht die Route einen Sportwanderpfad hoch, vorbei an einem ehemaligen Steinbruch, der im späten 19. Jahrhundert von italienischen Gastarbeitern bearbeitet worden ist. Fehlspaltungen und Bearbeitungsspuren weisen auf diesen Teil der Odenwald-Geschichte hin. Weiter zieht der Pfad bis zur eindrucksvollen "Wollsackverwitterung“, die wie ein Felsenmeer vom Eichelbergkopf bis ins Tal führt. Für geübte Wanderer führt ein Steig mitten durch die riesigen Blöcke schließlich zum Gipfel des Eichelberges, mit 525 Meter Weinheims höchste Erhebung. Beim Abstieg zurück zur Ursenbacher Höhe erreicht der Wanderer noch das sagenumwobene Flurdenkmal „Wildeleutestein". Die Wanderzeit dürfte etwa drei Stunden betragen.
Die Schriesheimer Seite des Lehrpfades
Die „Schriesheimer Schleife“ des Geopfades führt über den „Ursenbacher Steinberg" ins Weite Tal Richtung Schriesheim, wo an verschiedenen Punkten auf die hochinteressanten geologischen Relikte im Schwerspatbereich mit Schwerspatschlucht, Stollen, Schächten und Pingen hingewiesen wird. Überall am Weg erläutern Tafeln die Historie und die Geologie der Gegend.
Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald
Nibelungenstr. 41
Copyright des Fotos: Gerhard Schmitt, Oberflockenbach