17. Mai 2012

Wärmeschutzverglasung

Fenster-Tipp: Durchblick schaffen

19.10.2009, Heidelberg - Fenster garantieren den Bewohnern eines Hauses den notwendigen „Durchblick“, stellen jedoch Schwachstellen im Wärmeschutz eines Hauses dar. Durch die früher verwendeten Einfachverglasungen sind die Wärmeverluste besonders hoch. Durch den Einsatz von Verbundglas- und Isolierglasfenstern (bekannt als Thermopane) konnten diese Verluste halbiert werden. Aber noch nicht genug: Wärmeschutzverglasung konnte den Energieverlust noch einmal erheblich reduzieren.

Äußerlich unterscheidet sich die Wärmeschutzverglasung nicht von der Isolierverglasung. Der wesentlich bessere Wärmeschutz und die daraus resultierende größere Behaglichkeit beruht auf dem ungiftigen Edelgas im Scheibenzwischenraum und der unsichtbaren Verspiegelung durch eine feine Silberschicht.

Die Energieeinsparverordnung schreibt vor, dass bei erstmaligem Einbau, Ersatz oder Erneuerung von außenliegenden Fenster und Fenstertüren der sogenannte Ug-Wert maximal 1,5 W/(m2K) betragen darf. Empfehlenswerter sind jedoch Verglasungen mit einem Ug-Wert von 1,1 W/(m2K), da hierbei ein weitaus besserer und effektiverer Wärmeschutz mit nur sehr geringen Mehrkosten verbunden ist. Zur Erinnerung: Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme bei einer Temperaturdifferenz zwischen innen und außen von 1°C durch eine Fläche von 1m2 hindurchfließt, d.h. je kleiner der U-Wert eines Bauteils, desto weniger Wärme geht über das Bauteil verloren.

Die Wärmeschutzverglasung erlaubt erstmals auch bei unserem Klima einen wirklichen Netto-Energiegewinn über den Winter. Das gilt aber nur für die Südseite! Fenster auf der Nordseite sollten nach wie vor so klein wie möglich gehalten werden.

In bestehenden Gebäuden wird bei der Modernisierung meist das ganze Fenster ersetzt. Ist die Substanz der vorhandenen Rahmen aber noch gut oder prägen die vorhandenen Rahmen das Erscheinungsbild eines denkmalgeschützten Gebäudes, so gibt es folgende wirksame Maßnahmen:

- Einsetzen von Wärmeschutzverglasung in die bestehenden Rahmen;

- Verbesserung der Fugendichtheit durch Dichtungsbänder oder Einfräsen elastischer Dichtungsbänder;

- Einbau einer Vorsatzscheibe auf der Innenseite von einfachverglasten Holzrahmenfenster (Energieeinsparung bis zu 40%);

- Einbau einer zweiten Wärmschutzverglasung zusätzlich zum vorhandenen Fenster (Energieeinsparung bis zu 80% gegenüber einer Einfachverglasung).

Inzwischen ist schon die Drei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung erhältlich, die einen noch besseren Wärmeschutz zu bieten hat. Das kann z.B. für eine großflächige Wohnzimmerverglasung interessant sein. Hier müssen dann auch speziell wärmegedämmte Fensterrahmen eingesetzt werden, so sich die Investitionskosten etwa verdoppeln.

Übrigens: Süd-Fenster erzielen erst mit sehr guten U-Werten Gewinne durch passive Solarenergie.



KliBA Heidelberg
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