08. Februar 2012

Wichtiger Lebensraum:

Die Saalbachniederungen - Es grünt so grün ...

04.09.2010, Hambrücken - Mit Herzblut und Verstand kümmert sich der erste Vorsitzende des Nabu Hambrücken Franz Debatin um den Erhalt der Natur und Weiterausbau der vorhandenen Flächen vor seiner Haustür.

Die Saalbachniederungen, das mit 525 ha große Feuchtwiesengebiet nordwestlich von Bruchsal gelegen, ist das größte zusammenhängende Wiesengebiet in Nord-Baden und somit Lebensraum unzähliger Vögel, Amphibien, Insekten und zahlreichen anderen Tier- und Pflanzenarten.

Zwischen den zwei Waldsäumen von Kammerforst und Aulach liegt das Landschafts- und Vogelschutzgebiet, in der Nähe von Hambrücken, z.T. auf Bruchsaler Gemarkung, in dem früher ausschließlich Heu gemacht wurde.
Von der höher gelegenen Saalbach werden die Wiesen bewässert. Zahlreiche Weißstörche sind hier ständig zu Gast. Dieser Tage kann man rund 25 Störche in den Feuchtwiesen sehen. Gelegentlich landen auch Raritäten wie Schwarzstörche, so Debatin, Purpur-Reiher und die unscheinbare Feldlerche gehören auch hierher, ebenso die seltene Grauammer.

Nachdem die Viehhaltung in heimischen Ställen zurückging und immer weniger Heu gebraucht wurde, fing nach 1960 der Wiesenumbruch zum Ackerbau an. Die Wiesen waren in den 70er-Jahren schon fast trocken gelegt.

Initiative zur Rettung der Feuchtwiesen
Um den Umbruch zu stoppen kamen in den 80er-Jahren die Naturschützer auf den Plan, an erster Stelle Franz Debatin, und gründeten eine Initiative zur Rettung der Feuchtwiesen. Sie pachteten und kauften 20 ha Land gemarkungsüberschreitend in Zusammenarbeit mit der AGNUS in einem interkommunalen Arbeitskreis. Aus den fünf Gemeinden Bruchsal, Karlsdorf- Neuthard, Hambrücken, Waghäusel und Stutensee gründete sich anschließend der Verein Wiesenauen Mittlerer Oberrhein, der sehr gut mit dem Regierungspräsidium und Landratsamt Karlsruhe zusammenarbeitete.
1991 konnte ein Landwirt aus Karlsdorf-Neuthard dazu bewegt werden, 206 ha Wiesen extensiv zu nutzen und wieder in Grünland umzuwandeln. Weitere Landwirte schlossen sich im selben Jahr noch an.

Wiederansiedlung des Weißstorchs
Um die Wiesen naturnah zu bewirtschaften und den Pflanzenreichtum zügig voranzutreiben, werden die Wiesen geimpft, indem die Mahd relativ alter Wiesenflächen ausgebracht wird, um das Saatgut zu verbreiten.
1993 wurde auf Initiative von Franz Debatin die Nabu-Gruppe Hambrücken gegründet. Im selben Jahr konnte das Storchenprojekt zur Wiederansiedlung des Weißstorchs eingeführt werden, das durch die Gruppe betreut wird.

Ein Lebenswerk
Debatin betrachtet die Feuchtwiesen als sein Lebenswerk. Von 20 ha Land am Anfang bis zu den 525 ha von heute steckt Herzblut darin, und maßgeblich durch die ehrenamtliche Mitarbeit des Nabu Hambrücken konnte das alles erreicht werden.
Momentan arbeitet die Stadt Bruchsal an einer Dammrückverlegung um 60 cm als Ausgleichsfläche für den Umbau der Schafswiese (SEW),  um weitere 13 ha mit Wasser zu versorgen, wenn die Saalbach mehr Wasser führt. Eine weitere aktuelle Maßnahme ist die Überleitung der Saalbach zum ehemals trockenen Wagbach.
Dem Verein Wiesenauen Mittlerer Oberrhein gehören mittlerweile neun Gemeinden an, es kamen Philippsburg, Graben-Neudorf, Dettenheim und Oberhausen-Rheinhausen dazu.

Breite Vielfalt an Pflanzen

Eine breite Vielfalt an Pflanzen hat sich in den Feuchtwiesen gebildet, neben Margeriten, Hornklee und Ferkelkraut, wächst auch der seltene kantige Lauch. Eine solche Wiese bietet Nahrungsgrundlage für viele Tiere. Wo viele Insekten Nahrung finden, findet sich wiederum ein Fraßfeind - und so findet die Nahrungskette immer wieder zu ihrem Anfang zurück.


an
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