17. Mai 2012

Ort der Stille & Unterweisung

Kloster Maulbronn

WebCode: Maulbronn1000

04.04.2012, Maulbronn -


Weltkulturerbe

Maulbronn, die 860 Jahre alte ehemalige Zisterzienserabtei, gilt als die am vollständigsten erhaltene Klosteranlage des Mittelalters nördlich der Alpen. Seit der Aufnahme des Klosters in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes im Jahr 1993 ist es eines der meistbesuchten Kulturdenkmäler Baden-Württembergs. Es vermittelt eine lebendige Anschauung der geistigen und wirtschaftlichen Lebenswelt der Zisterzienser und beeindruckt den Besucher durch herausragende Architektur. Die gewaltigen, durch die Mönche errichteten Bauwerke zeigen die Entwicklung vom Gedeihen und Blühen der Ordensgemeinschaft bis ins späte Mittelalter, und noch heute bezeugen sie die außerordentliche Bedeutung und die Macht, die den Zisterziensern zugewachsen war.

 

Eingebettet in die einst einsame Landschaft des Salzachtals verkörpert das Kloster Maulbronn die Rückbesinnung dieses Reformordens auf die reinen benediktinischen Lehren des „ora et labora" (bete und arbeite), die Hingabe an die göttliche Welt im Kern der Anlage, in Kirche und Klausur, und die Verrichtung manueller Arbeit in den Wirtschaftsgebäuden. Dank seiner einmaligen Geschlossenheit erlaubt Maulbronn noch heute das Eintauchen in andere Welten: die des einstigen Klosterlebens und die der mittelalterlichen Architektur.

 

Architektonisches Zusammenspiel

Wie alle damals gegründeten Klöster liegt Maulbronn in Form eines Kreuzes auf der Ost-West-Achse. Anders als die Regel vorschreibt, ist der Kreuzgang hier jedoch auf der Nordseite. Daran schließen sich die Gemeinschafts- und Versorgungsgebäude an. Das Kloster erwarb bald Eigentum und so wurden Lagerhäuser, Werkstätten und Mühlen gebaut, und schließlich entstand zum Schutz der Anlage eine starke Klosterbefestigung.

 

Baugeschichtlich vereint das heutige Erscheinungsbild der ehemaligen Abtei verschiedene Stilphasen: von der strengen, eher gedrungenen romanischen Bauweise bis hin zur lichten, in die Höhe strebenden gotischen Ausdrucksform. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist die um 1200 entstandene Kirchenvorhalle, das sog. „Paradies". Zu dieser Bauphase gehören außerdem der südliche Kreuzgangflügel (sog. „Lesegang" längs der Kirche), das Laienrefektorium (Speisesaal), das Herrenrefektorium (Speisesaal der Chorherrenmönche, gilt als der bedeutendste Raum des Klosters) und das Frühmesshaus (Wohnhaus für den Mönch, der die Messe für die Klostergäste zelebrierte - heute Teil des Klostermuseums). Von Ende des 13. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts stammen der restliche Kreuzgang und der Dormentbau (der Schlafsaal der Mönche) mit dem Kapitelsaal (Versammlungsraum). Dieser Kapitelsaal führt mit den Mehrstrahlrippengewölben bereits zu den Ziergewölben der Spätgotik hin. Auch die 1178 geweihte dreischiffige, romanische Pfeilerbasilika wurde im 15. Jahrhundert spätgotisch eingewölbt. Das Brunnenhaus mit seinem für den Zisterzienserorden typischen Dreischalenbrunnen erhielt ebenfalls während der Spätgotik seine heutige Form. Der Brunnen allerdings ist eine eher freie Rekonstruktion aus dem 19. Jahrhundert, für die nicht zusammengehörende Teile verwendet wurden.

Die Darstellung eines trinkenden Maultiers im Gewölbe der Brunnenkapelle erinnert übrigens an die Legende von der Entstehung des Klosters Maulbronn:

Auf der Suche nach einem geeigneten Siedlungsplatz hatten die Mönche ein Maultier mit einem Geldsack beladen, ihm einen Segensspruch und einen Rutenhieb mit auf den Weg gegeben und es dann lostrotten lassen. An jenem Platz, an dem heute der Eselsbrunnen steht, hielt das Maultier an und stillte an einer Quelle seinen Durst. Die Mönche sahen darin ein Zeichen des Himmels und beschlossen, an dieser Stelle ihr Kloster zu errichten. Indes nicht nur die Malerei in der Brunnenkapelle, sondern auch der Name und das Wappen von Maulbronn nehmen auf diese Legende Bezug.


Ort der Stille und Unterweisung

In nachklösterlicher Zeit wurde Maulbronn als Klosterschule und Evangelisch-theologisches Seminar berühmt. Bedeutende Wissenschaftler und Literaten gingen hier zur Schule, unter denen Johannes Kepler, Friedrich Hölderlin und Hermann Hesse wohl die klangvollsten Namen besitzen.

Doch ganz gleich ob Schüler oder Besucher, jeden, der sich auf den Weg nach Maulbronn gemacht hat, bezaubern nach wie vor die Atmosphäre im malerischen Klosterhof, die besinnliche Stimmung in der Abgeschiedenheit der Klausur, das Spiel der Farben und des Lichts auf dem alten Sandsteingemäuer und das plätschernde Geräusch des Brunnens in der Brunnenkapelle.

Die umliegende, von den Mönchen gestaltete Kulturlandschaft ergänzt das Ensemble der klösterlichen Bauwerke.

 

Maulbronn lädt zum Verweilen ein, zum Innehalten und Ausatmen. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg halten für ihre Gäste ein reiches Angebot an Führungen durch die Klosteranlage – auch in zahlreichen Fremdsprachen – bereit. Wir bieten darüber hinaus mit einem umfangreichen Programm an Sonderführungen die Möglichkeit, sich in Einzelthemen rund um die Klosteranlage und die Lebenswelt der Zisterzienser zu vertiefen. Kinder sind uns herzlich willkommen, und deshalb haben wir für sie eigens eine Kinderwerkstatt eingerichtet, in der gebastelt, gebacken und gefeiert werden kann

 

Haben Sie Fragen? Bitte wenden Sie sich telefonisch an das Infozentrum in Maulbronn:

Infozentrum in Maulbronn
Klosterhof 37
75433 Maulbronn
Tel: 0 70 43 / 92 66 10 
E-Mail: info@kloster-maulbronn.de  

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Öffnungszeiten:
1. November bis 28. Februar
Dienstag bis Sonntag 9.30 bis 17.00 Uhr
1. März bis 31. Oktober
täglich 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr

Preise:
Erwachsene 6,00 EURO
Ermäßigt 3,00 EURO
Familienkarte 15,00 EURO
Gruppen ab 20 Personen pro Person 5,40 €
Jahreskarte 30,00 €
Audioguide 2,00 €


Internet: www.schloesser-und-gaerten.de

 

Mit freundlicher Unterstützung von
Staatliche Schlösser & Gärten Baden Württemberg,
Klosterverwaltung Maulbronn
 




Weiterführende Inhalte
  • Imagefilm Kraichgau-Stromberg Tourismus e.V.
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  • Sehenswert im Land der 1000 Hügel
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