17.08.2010, Für rund 750.000 Kinder in Deutschland beginnt in einigen Wochen ein neuer Lebensabschnitt – die Schulzeit. Dies bedeutet für die Kleinen auch die regelmäßige Teilnahme am Straßenverkehr. Der ADAC Nordbaden rät Eltern, sich ausreichend Zeit für das Üben des Schulweges zu nehmen. Denn: Aufgrund ihres Entwicklungsstandes sind vor allem Schulanfänger meist den schwierigen und komplexen Situationen des Straßenverkehrs nicht gewachsen. Sie sind schnell überfordert, leicht abzulenken und daher besonders gefährdet.
Folgende Tipps des Automobilclubs helfen Kindern, sicher in die Schule zu kommen.
· Den Schulweg rechtzeitig vor dem ersten Schultag üben, und zwar am besten zu normalen Schulzeiten.
· Kinder sollten üben, die Absichten im Verkehr durch Handzeichen deutlich zu machen und Augenkontakt zum Autofahrer zu suchen.
· Gefahrenstellen am Weg besprechen. Aber nicht ständig ermahnen, lieber öfter loben. Keine unnötige Angst vor möglichen Gefahren machen.
· Besser einen längeren Weg wählen, wenn dadurch Gefahrenstellen gemieden werden können.
· Rollentausch: Kinder bringen die Eltern zur Schule und erklären selbst die Gefahrenstellen.
· Kinder anfangs begleiten, später noch im Hintergrund kontrollieren.
· Eltern sollten sich jederzeit, nicht nur während des Trainings, ihrer Vorbildfunktion bewusst sein.
Die meisten Unfälle passieren laut ADAC beim Überqueren der Fahrbahn. Aufgrund ihrer geringen Körpergröße fehlt Kindern nicht nur der nötige Überblick, sie werden auch von anderen Verkehrsteilnehmern leicht übersehen. Ihre Reaktionszeit ist etwa zwei bis drei Mal so lang wie die eines Erwachsenen. Auch Geschwindigkeiten können in diesem Alter noch nicht eingeschätzt werden. Eltern sollten daher das Überqueren der Fahrbahn mit ihrem Spross üben. So müssen beide Straßenseiten überschaubar und frei sein. Unter Umständen muss das Kind dafür den Standort wechseln. Es sollte nie schräg über die Straße gehen, sondern immer den kurzen, geraden Weg wählen.
Um die nötigen Verhaltensregeln für die Teilnahme am Straßenverkehr spielerisch zu verinnerlichen wurde das Verkehrssicherheitsprogramm „Aufgepasst mit ADACUS“ entwickelt. Der ADAC Nordbaden bietet das Programm kostenlos für Vorschulkinder und Kinder der ersten Klassen an. Die Verkehrsabteilung des Clubs gibt Auskunft unter Tel. 0721/8104-423.
Einen umfassenden, kostenlosen Schulwegratgeber können sich Eltern in den ADAC-Geschäftsstellen in Karlsruhe, Pforzheim, Mannheim und Heidelberg sowie Bruchsal abholen.
Übrigens: Mit dem Fahrrad sollten Kinder keinesfalls vor der schulischen Radausbildung, die in der 3. oder 4. Klasse stattfindet, den Schulweg zurücklegen. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, sollten möglichst an der Straßenseite anhalten, an der die Schule liegt. Dann muss das Kind nicht die Straße überqueren. Zudem muss darauf geachtet werden, dass der Nachwuchs vorschriftsmäßig gesichert ist. Rund ein Drittel aller Kinder unter 15 Jahren verunglückt in Deutschland als Mitfahrer im Auto.
pm/Foto: ADAC