12.07.2010, Während die einen völlig aus dem Häuschen waren, ihre Hundeschnauzen an die Gitterstäbe pressten und sich Hoffnung auf ein neues Zuhause machten, lagen andere Vierbeiner ziemlich abgeklärt und im Schatten ihrer Behausungen und versuchten so dem aufregenden Treiben vor ihren Augen gelassen entgegen zu sehen. Das Tierheim in Dallau warb mit einem Tag der offenen Tür um Aufmerksamkeit und hat wieder kleine und große Tierfreunde eingeladen einen Blick hinter die Kulissen und in die vielfältige Arbeit des Tierschutzvereins Mosbach und Umgebung zu tun.
„Die Vermittlungsquote ist gut“, sagte Vereinsvorsitzender Horst Saling, ganz besonders seit der Verein sich entschlossen habe die Öffentlichkeit stärker einzubeziehen. Gut angenommen werden die Aktionen rund ums Jahr, die Tierweihnacht, die Flohmärkte, der Tag der offenen Tür. „Die Leute können sich selber ein Bild machen und wir können unsere Räumlichkeiten zeigen“, ergänzte Susanne Cau, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Verein, nur dann könne man der Bevölkerung zeigen, dass es den Tieren in Dallau gut gehe. „Manche sind sofort weg“, sagte Saling am Sonntagnachmittag und meint damit die kleinen, umgänglichen Vierbeiner oder die Raritäten unter seinen Tierheimgästen, „andere beschließen hier ihr Leben“. Gründe dafür gibt es genügend.
Alter, schwierige Vergangenheit, Überangebot an sind nur einige davon. Von mal zu mal besser angenommen werde der Tag der offenen Tür, freute sich Susanne Cau und ist sich sicher, dass die kleine Trixie oder der reinrassige Dalmatinerneuzugang noch in dieser Woche in gute Hände gegeben werden können. Das wird ernst genommen im Tierheim Dallau und lieber einmal zu viel hingeschaut als zu wenig, denn „wir geben die Tiere nicht einfach nur weiter“. Hauptkunden nennt Horst Saling seine Schützlinge und meint damit etwa 20 Hunde und gut doppelt so viele Katzen, die zur Zeit das Tierheim bevölkern. Schon spüren er und seine Helfer die nahende Ferienzeit und das Haus füllt sich zusehends, bis dann im Herbst wieder normale Verhältnisse einkehren. Viel Arbeit haben die fünf Angestellten (in Teilzeit) und die engagierten Ehrenamtlichen, ohne die das Wohl der Tiere nicht zu gewährleisten wäre. Jeder Heimbewohner wolle versorgt sein, oft sei eine tierärztliche Betreuung notwendig, die Suche nach einer geeigneten Unterbringung sei zeitintensiv und die Zwinger und Wohnhäuser der Vierbeiner müssten in Schuss gehalten werden. Das kostet viel Geld, „zu viel für einen Verein“, sagte Saling. Besonders krankt es an stabilen und sicheren Hundeausläufen, die alten sind notdürftig mit Maschendraht zusammengeflickt. Der Tierschutzverein appelliert an die Spendenbereitschaft aller Tierliebhaber und bittet um Unterstützung. Auch Materialspenden wie Kies, Füllsteine und Drainagerohre sind willkommen. Ein kleines Haus für sich haben die Nager, die weißen und schwarzen Kaninchen, die Mäuse, Ratten und Meerschweinchen. Für „Exoten“ sind die Reptilienfreunde Mosbach zuständig mit denen das Tierheim perfekt zusammenarbeitet und die herrenlosen Amphibien und Reptilien eine artgerechte Unterbringung garantieren.
Eine Aufführung der Hundefreunde Hüffenhardt / Kälbertshausen zeigte im Showprogramm kleinen und großen Besuchern wie wichtig Gehorsam ist und warum die Fixierung auf den Hundehalter so wichtig ist. Colja, Louis, Tarzan, Simba und Co. gingen mit gutem Beispiel voran.
Während der Öffnungszeiten, Montag, Freitag und Samstag von 14 bis 16 Uhr sind „Gassigeher“ herzlich willkommen. Auch Tierpatenschaften helfen weiter und sorgen dafür, dass auch alte, kranke und nicht vermittelbare Tiere in Dallau ein Auskommen haben.
lin