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Projekt "Rückenwind" Speyer

Motor für die berufliche Zukunft Jugendlicher

02.10.2012, - Das VFBB-Projekt "Rückenwind" hat sich in Speyer seit vier Jahren etabliert. Es eröffnet Jugendlichen, die keinen Aus­bil­dungsplatz gefunden haben, berufliche Perspektiven. Über den VFBB haben sie die Chance, in einem bezahlten Langzeitpraktikum den entsprechenden Ausbildungsberuf und das Unternehmen kennenzulernen, um sich auf eine spätere Aus­bildung vorzubereiten. Bewährt sich der Jugendliche im Unternehmen, bekommt er meist auch einen Ausbildungsvertrag.  

"Rückenwind“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von VFBB e.V. und Gabis GmbH, das in Speyer, Germersheim und im gesamten Rhein-Pfalz-Kreis angeboten wird. Michael Fehn und Stephan Brader, die VFBB-Mitarbeiter des Projekts, arbeiten täglich mit ausbildungssuchenden Jugendlichen. Dabei steht die persönliche Situation im Vordergrund. Sie werden individuell betreut, erhalten Hilfe bei der Berufsorientierung und eine Stärken-Schwächen-Analyse. Durch intensive Kontakte zu Unternehmen aus Industrie, Handwerk und Handel haben Jugendliche die Möglichkeit, ein bezahltes Langzeitpraktikum zu absolvieren, nehmen am regulären Berufsschulunterricht teil und erhalten beim VFBB e.V. begleitenden Förderunterricht in Deutsch, Mathe und Methoden­training. Die Gabis GmbH bietet ihnen einen befristeten Arbeitsvertrag für maximal 12 Monate, der zu Beginn des nächsten Ausbildungsjahres endet. Der Vorteil für Unternehmen: Die Entgeltzahlung für die Jugendlichen, die sich mit 450 Euro an der durchschnittlichen Ausbildungsvergütung des ersten Ausbildungsjahres orientiert, übernimmt die Gabis GmbH. Für den Betrieb entstehen also keine Kosten und somit kein Risiko.

Zahlreiche Unternehmen haben sich bereits am Projekt „Rückenwind“ beteiligt und gute Erfahrungen gemacht. So zum Beispiel das Futterhaus, das seit 2 Jahren einen Standort in Speyer hat. „Als Herr Fehn uns kontaktiert hat habe ich die Vorteile des Projekts „Rückenwind“ schnell erkannt, die Zusammenarbeit war sehr positiv“, so der Futterhaus-Inhaber Andre Gräbe. Die 19-jährige Diana Müller hat im letzten Jahr beim Futterhaus ihr Langzeitpraktikum absolviert und im September 2012 ihre Ausbildung zur Verkäuferin mit Perspektive zur Einzelhandelskauffrau begonnen. Sie ist alleinerziehende Mutter eines 5-jährigen Sohnes. Innerhalb des einjährigen Praktikums hat sie ihren Rhythmus gefunden. Sie ist als alleinerziehende Mutter ein gutes Beispiel dafür, wie junge Menschen auch in zunächst schwierigen Situationen mit  „Rückenwind“ den Weg in eine qualifizierte Ausbildung finden können. Noch vor einem Jahr war sie auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz und einer Wohnung in Speyer. Sie bekam den Rat, sich an den VFBB e.V. zu wenden. Dort wurde in intensiven Gesprächen und einem Profiling der Berufswunsch konkretisiert, Ziele definiert und Möglichkeiten aufgezeigt.

„Beim VFBB habe ich die Unterstützung gefunden, die ich gebraucht habe“, bestätigt Diana Müller, die das Projekt als Chance gesehen und genutzt hat. Von der professionellen Betreuung hat sie profitiert. Seit September 2012 hat sie ihren Ausbildungsvertrag in der Tasche, der ihr die Perspektive für ein selbstbestimmtes Leben eröffnet.

„Die Tatsache, dass Frau Müller alleinerziehend ist, war für die Entscheidung, ihr einen Ausbildungsvertrag zu geben nicht wichtig. Im Betrieb zählt der persönliche Einsatz, ihre Lernbereitschaft und wie sich integriert“, bestätigt Gräbe. Als Vater zweier Kinder kennt er die familiären Anforderungen sehr gut, deshalb hat er Verständnis und übernimmt auch im Unternehmen soziale Verantwortung. „Wir hatten keine Arbeit und keine Kosten“, so Gräbe. Mit der Unterstützung von „Rückenwind“ konnte sich Frau Müller gut im Betrieb integrieren, sie war lernbereit, hat sich eingearbeitet und weiterentwickelt. „Die intensive Betreuung durch Herrn Fehn und der Stützunterricht haben viel gebracht. In regelmäßigen Abständen wurden Gespräche geführt, wir haben uns professionell betreut gefühlt und gesehen, dass das Konzept aufgeht. Daraufhin haben wir uns im Mai entschieden, Frau Müller ins Ausbildungsverhältnis zu übernehmen.“

Michael Fehn blickt auf vier Jahre Projektarbeit zurück und zieht positive Bilanz. Im Ausbildungsjahr 2011/12 ist die Vermittlungsquote gegenüber den Vorjahren noch einmal deutlich angestiegen und liegt derzeit bei 96 Prozent. Die Zusammenarbeit zwischen Betrieb und VFBB e.V. ist während des gesamten Langzeitpraktikums sehr eng. „Wir sehen uns als Schnittstelle zwischen Unternehmer und Praktikant, gehen auf die Bedürfnisse beider ein. Wir motivieren Jugendliche für den Einstieg ins Berufs­leben, unterstützen und begleiten. Stellt der Unternehmer im Alltag Defizite fest, können wir innerhalb des begleitenden Förder­unterrichts sofort darauf eingehen und genau da ansetzen. Die Vertiefung von Deutsch- und Mathematikkenntnissen sind gerade im Einzelhandel wichtig, das Kommunikationstraining schult die Jugendlichen für den Umgang mit Kunden. Im Betrieb können sie das Gelernte einbringen, ihr Wissen sofort umsetzen“, so Fehn. Auch nach der Vermittlung steht die Tür immer für beide Seiten offen. Unternehmen, die bereits erfolgreich am Projekt teilgenom­men haben, setzen die Zusammenarbeit oft im Folgejahr fort.

Interessierte erhalten weitere Informationen bei Michael Fehn und Stephan Brader im Job-lokal des VFBB e.V., Armbruststraße 25, Speyer, Tel. 06232 /9803481.

pm/Foto: pr
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