17. Mai 2012

Sandhausen stößt an Grenzen

Deutscher Meister am Ende zwei Nummern zu groß

WebCode: svs1001

01.08.2011, Sandhausen - Im DFB-Pokal-Spiel zwischen dem SV Sandhausen und Borussia Dortmund ist der amtierende Deutsche Meister seiner Favoritenrolle gerecht geworden und besiegte den Drittligisten standesgemäß mit 0:3.

Die defensiv aufgestellte Sandhausener Mannschaft musste sich von Beginn an gegen die Angriffe des Champions-League-Teilnehmers erwehren. Bereits nach zehn Minuten griff SVS-Keeper Ischdonat hinter sich, als ein schöner Heber vom an diesem Abend starken Shinji Kagawa den Weg über die Abwehr des Gastgebers zu Lewandowski fand und dieser frei vor dem Tor stehend sicher zum 0:1 ins linke Eck verwandelte. Keine drei Minuten später wäre Lewandowski gar ein Fallrückziehertor gelungen, doch Ischdonat stand genau richtig und fing den Ball sicher. Im weiteren Verlauf des Spiels kontrollierten die Dortmunder das Geschehen und erspielten sich ein Gros an Chancen. In der 29. Minute hätte es eigentlich schon 0:2 stehen müssen, als nach einer Doppelchance erst Lewandowski fast mit dem Kopf zur Stelle war und Gündogan den Nachschuss über das Tor setzte. Kurz vor der Pause war es wieder Lewandowski, der der SVS-Abwehr nach einem langen Pass von Hummels entwischte und einmal mehr frei vor Schlussmann Ischdonat auftauchte, dieser blieb aber diesmal mit einer schnellen Reaktion im eins-zu-eins Duell der Sieger und verhinderte so unmittelbar vor dem Pausenpfiff ein höhere Führung des BVB.

Sandhausen stößt an seine Grenzen
Zur zweiten Hälfte kam bei den Gastgebern Rohracker für Öztürk in die Partie. Die Sandhausener wehrten sich so gut es ging. Der agile Blum setzte sich auf links schön durch und flankte das Leder in die Mitte, dort verpasste Angreifer Dorn nur knapp. Das Spiel wurde nun ruppiger und durch mehrere Fouls unterbrochen. Nach einer dieser Regelwidrigkeiten lief der junge Löwe auf Seiten der Borussen zum Freistoß aus 25 Metern an und zirkelte nur knapp rechts am Kasten vorbei. Der deutsche Meister erhöhte jetzt wieder den Druck. Götze legte auf Kagawa ab, dieser schoss aus zehn Metern, aber zu unplatziert und SV-Keeper Ischdonat entschärfte im Nachfassen. Keine sechzig Sekunden später folgte ein Weltklasseduett zwischen Kagawa und Gündogan. Der Japaner legte aus halblinker Position nach innen auf Gündogan, dieser lupfte den Ball frech über die SV-Hintermannschaft hinweg und Kagawa nahm den Ball volley mit einem Seitfallzieher, der landete unhaltbar zum 0:2 im langen Eck. Die Sandhausener versuchten nach wie vor dagegenzuhalten. Kapitän Löning sah nach einem Tackling gegen Hummels die gelbe Karte. Kurz darauf setzte sich erneut Blum auf der linken Außenbahn durch, zog aus spitzem Winkel ab, doch Weidenfeller klärte zur Ecke.

Dortmund bleibt Chef im Ring
Die Dortmunder behielten nach wie vor das Heft in der Hand. Löwe lief den linken Flügel entlang und flankte auf den zweiten Pfosten, dort war Gündogan eingelaufen, köpfte den Ball aus fünf Metern jedoch knapp drüber. Kurz darauf wechselte die Heimelf das zweite Mal. Blacha kam für Ulm, welcher von den Sandhausener Fans frenetisch gefeiert wurde. Bei den Borussen kamen vier Minuten später Perisic und Blaszczykowski für Götze und Großkreutz. Die Partie war nun entschieden und in der Folge recht träge. Fünf Minuten vor Schluss kamen die Sandhausener dann noch einmal gefährlich vors Tor und fast zu ihrem Ehrentreffer, Kandziora zog aus vielversprechender Position ab, sein Schuss ging jedoch knapp am Gästegehäuse vorbei. Mit dem Schlusspfiff fiel dann noch das 3:0 für die Westfalen. Perisic hatte sich außen durchgetankt und den Ball mustergültig nach innen geschoben, den Lewandowski locker einschob.

Dais in der Pressekonferenz: "Ergebnis geht in Ordnung"
In der Pressekonferenz nach dem Spiel zeigte sich BVB-Trainer Jürgen Klopp zufrieden und wies nach dem Ausscheiden einiger Bundesligisten hin: „Die dritte Liga trainiert unter Profibedingungen, an so einem speziellen Tag ist der Ligenunterschied erst mal nicht wichtig. Und darauf hab ich meine Mannschaft aufmerksam gemacht.“ Zum Spiel seiner Mannschaft sagte Sandhausens Coach Gerd Dais: „Das Ergebnis geht vollkommen in Ordnung. Die Mannschaft hat alles gegeben, wir sind aber trotzdem ein wenig enttäuscht, aber das ist eine andere Liga, das ist eben der Unterschied zwischen dritter Liga und einem Champions-League-Teilnehmer beziehungsweise Deutschen Meister.“


SV Sandhausen: Ischdonat – Busch, Pischorn, Schulz, Halfar – Danneberg – Öztürk (46. Rohracker), Ulm (66. Blacha), Blum (78. Kandziora) – Dorn, Löning

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Pisczek, Subotic, Hummels, Löwe – Kehl, Gündogan – Götze (70. Blaszczykowski), Kagawa (85. Leitner), Großkreutz (70. Perisic) – Lewandowski

Tore: 0:1 Lewandowski (10.) 0:2 Kagawa (56.) 0:3 Lewandowski (90.)
Karten: Öztürk, Löning (beide Gelb)
Zuschauer: 11.300 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Christ (Münchweiler)

bjh/kac/Foto: SV Sandhausen
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