Erstes stationäres Hospiz
Ein Traum geht in Erfüllung
20.07.2010, Bensheim - Das erste stationäre Hospiz Südhessens wurde Ende Juni in Bensheim an der Bergstraße eröffnet. Hiermit erfüllte sich ein Traum des vor 16 Jahren gegründeten Hospiz-Vereins Bensheim. Der Verein hat die ambulante Hospizarbeit in Bensheim und der Umgebung aufgebaut und führt diese auch weiter fort.
Neben vier hauptamtlichen Hospizschwestern kümmern sich zurzeit 60 ehrenamtliche Hospizhelferinnen und Helfer um eine liebevolle Begleitung von unheilbar kranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen. Auch über den Tod hinaus werden die Angehörigen auf Wunsch betreut.
Leider ist es aus den verschiedensten Gründen nicht immer möglich, einen sterbenden Menschen zuhause zu betreuen. Daher sind die Verantwortlichen im Verein glücklich, dass nach Jahren der Planung das Hospiz Bergstraße fertig gestellt wurde. Dies konnte nur durch ein enormes bürgerschaftliches Engagement gelingen. Nachdem vor einigen Jahren eine Bürgerin dem Verein ein ansehnliches Erbe vermacht hatte, konnte die Realisierung des Traumes beginnen. Zu diesem Zweck wurde eine Stiftung gegründet. In die Hospiz-Stiftung Bergstraße bringen sich acht weitere Hospizgruppen aus der Region ein.
Neben unzähligen Einzelpersonen haben viele Institutionen, Firmen, Kommunen und der Kreis Bergstraße zum einen mit finanziellen Mittel, zum anderen durch die Investition von Zeit, Kreativität und vielen Talenten dazu beigetragen, das Hospiz, das rund 2,9 Mio. Euro gekostet hat, zu verwirklichen. Die größten Einzelspenden kamen von der ARD-Fernsehlotterie, die mit 500.000 Euro der größte Spender ist sowie der Dietmar-Hopp-Stiftung, die 250.000 Euro zum Bau des Hospizes beitrug.
Bei der Eröffnung sagte der Bergsträßer Landrat, Matthias Wilkes, ist sich sicher, „dass es das schönste Hospiz ist, das wir in Deutschland haben“. Das Gebäude äußerst durchdacht und strahlt Wärme und Helligkeit aus. Die Lage in den Weinbergen über der Stadt ist einmalig. Die Einsegnung des Hospizes wurde durch die evangelische Diakonin Ulrike Scherf sowie den katholischen Diakon Thomas Groß feierlich vorgenommen.
Im Hospiz werden ab Mitte August 2010 bis zu zehn Patienten gleichzeitig betreut. Die Notwendigkeit der Unterbringung bescheinigt ein Arzt. Die Kosten der Unterbringung werden überwiegend von den Kranken- und Pflegekassen bezahlt. Für den sterbenden Menschen sind der Aufenthalt im Hospiz und die Pflege durch speziell palliativpflegerisch geschulte examinierte Pflegekräfte kostenfrei.
Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Hospize einen Teil der Betriebskosten durch Spenden aufbringen müssen. Der Betrieb des Hospiz Bergstraße wird jährlich rund 180.000 Euro Verlust bescheren, der von der Bevölkerung aufgebracht werden muss. Jede Einmalspende für die Hospizarbeit an der Bergstraße ist willkommen.
Um die Finanzierung des Hospizes jedoch langfristig zu sichern, werden von der Hospiz-Stiftung Bergstraße Menschen bzw. Institutionen gesucht, die als Dauerspender mit jährlich mindestens 120 Euro die Hospizarbeit fördern. Aber auch die ehrenamtliche Mitarbeit ist willkommen. Diese Art der Unterstützung ist sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Arbeit möglich.
zg/Foto: privat
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