Auf Wärmebild-Jagd
Richtige Analyse gibt’s nur vom Fachmann
31.08.2010, Wer die Energiebilanz seiner eigenen vier Wände nachhaltig optimieren will, muss zunächst einmal die Schwachstellen aufspüren. Eine sinnvolle Ergänzung zu einer umfassenden energetischen Gebäudeanalyse kann dabei eine Thermografie sein – vorausgesetzt, sie wird richtig durchgeführt und kompetent ausgewertet. Bei einer Thermografie wird mit einer Infrarotkamera die Temperatur von Oberflächen ermittelt und anschließend farblich dargestellt. So entstehen schöne bunte Bilder von Häusern. Warme Bereiche von Fassade, Dach und Fenster zeigen rötliche Farben, kältere Bereiche sind blau, Zwischenwerte gehen von Orange über Gelb bis zu Grün. Dem Eigentümer liefert die bunte Ansicht seines Hauses wichtige Informationen: Wo sich Rot zeigt, gelangt Wärme ins Freie – und das bedeutet Energieverluste. Wärmebrücken und undichte Stellen an der Gebäudehülle lassen sich auf diese Weise optisch gut darstellen. Doch die bunten Bilder sind nicht in jedem Sanierungsfall zwingend notwendig. Betrachtet man die Aufnahmen isoliert, ist ihre Aussagekraft sogar oft gering. Ein Wärmebild könne nur im Zusammenhang mit einer genauen Analyse der Bausubstanz eine aussagekräftige Hilfe sein. Oft sei die Suche nach Schwachstellen mit einem Blower-Door-Test sogar hilfreicher, da dieser die Undichtigkeiten in der Gebäudehülle unmittelbar aufdecke. Sinnvoll sei ihr Einsatz etwa dann, wenn es darum gehe, einen mehrschichtigen Wandaufbau zu analysieren. Bilder richtig interpretieren. Zudem nützt das schönste Bild nichts, wenn nicht ein Experte daraus die entscheidenden Informationen für das Gebäude ableiten kann. Sich als Laie eine Wärmebildkamera auszuleihen macht wenig Sinn, denn die Deutung der Fotos erfordert einiges mehr an Know-how als nur das Wissen um die grundsätzliche Bedeutung der Farben. Vor einer energetischen Modernisierung ist ein Wärmebild zwar häufig sinnvoll, aber nicht unbedingt notwendig – unschlagbar ist es allerdings, wenn es nach der Sanierung um Gewährleistungsansprüche geht. Denn versteckte Mängel sind oft gar nicht anders zu dokumentieren. Sprechen Sie Ihren Energieberater oder einen Handwerksbetrieb auf das Thema Wärmebildkamera an und lassen Sie die Analyse unbedingt von einem Profi durchführen.
akz