Kunstrasenplatz eingeweiht
Die Zeit der „Hartplatzkicker“ ist nun vorbei
02.09.2010, Wiesloch - Zu einem wunderschönen Anlass begrüßte Oberbürgermeister Franz Schaidhammer am 29. August zahlreiche Gäste, die zum Gelingen des neuen Kunstrasenplatzes beigetragen haben, aber auch viele Sportler und Übungsleiter, die den Platz in den kommenden Jahren nutzen werden. Nach 35-jähriger intensiver Nutzung hatte sich einiger Sanierungsbedarf angesammelt, so wurde bei einer Überprüfung der Flutlichtanlage 2008 festgestellt, dass die Masten infolge Korrosion nichtmehr standsicher waren.
Notwendige Sanierung
Auch die regelmäßige Pflege des Platzes konnte nicht verhindern, dass sich die Oberfläche zunehmend verdichtete und damit besonders bei starken Niederschlägen eine Seenlandschaft bildete, die nur langsam verschwand, bei Trockenperioden hingegen wurde der Platz dann zum sprichwörtlichen „Hartplatz“. Der anstehende Sanierungsbedarf und die von den Vereinen vorgetragenen Probleme bei der Platznutzung haben den Gemeinderat im Herbst 2008 dazu bewogen, die notwendigen Mittel zur Sanierung der Anlage und einem gleichzeitigem Umbau zu einem Kunstrasenspielfeld bereitzustellen. Dieser Beschluss erfolgte einstimmig, worüber sich das Stadtoberhaupt besonders freute. Zur Jahreswende 2009 wurde dann der Zuschussantrag beim Land Baden-Württemberg gestellt und im Sommer 2009 bewilligt. Die Kosten der Gesamtmaßnahme inkl. der Erneuerung der Flutlichtanlage wurden auf 755.000 EUR kalkuliert, der Zuschussbescheid betrug knapp 150.000 EUR. „Dieser Platz ist kein Luxus, auch in Zeiten knapper Kassen sah die Verwaltung und der Gemeinderat die Notwenigkeit der Investition“, so OB Schaidhammer.
Dank der tatkräftigen Unterstützung der beiden Fußballvereine VfB und 1. FC Wiesloch, die wiederum von privaten Unternehmen mit technischem Gerät ausgestattet wurden, gelang es innerhalb kurzer Zeit, die kompletten Einfassungen, Barrieren und Beläge abzubauen und zu entsorgen und damit auch die Baukosten erheblich einzugrenzen. Vor allem für den Kinder- und Jugendbereich sind mit der Unterteilung des Großspielfeldes in zwei Kleinspielfelder und der Aufstellung der neuen Jugendfußballtore deutlich verbesserte Trainings- und Spielmöglichkeiten entstanden. Abschließend dankte Oberbürgermeister Franz Schaidhammer den beteiligten Firmen für die Einhaltung der Termine, den beiden Vereinen für die tatkräftige Hilfe sowie der TSG Wiesloch, der Spielvereinigung Baiertal sowie dem FC Schatthausen, die während der Umbauphasen ihre Spielplätze zur Verfügung gestellt hatten.
Grußworte
Eugen Wickenhäuser gratulierte im Namen des Fußballkreises Heidelberg zum neuen Platz, der „nun ideale Bedingungen, vor allem für die Jugendmannschaften beider Vereine geschaffen hat.“
Weiterhin gab er zu verstehen, dass Fußball eine wichtige gesellschaftliche Verantwortung übernommen habe und Kindern und Jugendlichen innere Werte und Festigung mitgibt, wenn diese durch Schule und Elternhaus allein nicht mehr „anerzogen“ werden können. Er wünschte den beiden Vereinen die angesprochene sozialisierende Funktion und engagierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die die Bedeutung des Sports erkennen und bereit sind, für die Gemeinschaft ihre Freizeit zu opfern. VfB-Vorsitzender Dirk Hofer, der just an diesem Tag seinen Geburtstag feierte, konnte sich über das schönste Geschenk freuen, mit dem ein 10-jähriger Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Er sei schon in seiner Funktion als Jugendleiter mit den Unwägbarkeiten des Hartplatzes konfrontiert gewesen und sprach auch die große Unfallgefahr an, denen die Mannschaften, die auf dem „Hartplatz“ spielten, ausgesetzt waren.
Kein Luxus
„Die Sportstättensituation hat sich zwar nicht geändert, wir haben immer noch die gleiche Anzahl an Plätzen, doch wir sind zuversichtlich, gemeinsam mit den Verantwortlichen bei der Verwaltung und den Vertretern der betroffenen Vereine weiterhin nach Lösungen zu suchen. Jetzt werden wir die neue Anlage wie einen Schatz pflegen und hegen und sind der Stadt zu größtem Dank verpflichtet, dass sie darin investiert hat.“
Für Yasar Akbas, Vorstand des 1. FV Wiesloch war die Fertigstellung und die Einweihung eine große „Freude und Ehre“, die nicht nur den beiden Vereinen dient, sondern dem gesamten Fußballverband. Er wünschte sich, dass die Freundschaft und die Harmonie beider Vereine weiter vertieft würden. Im Anschluss wurde das traditionelle Band durchschnitten, ehe sich bei einem kleinen Umtrunk und einem Imbiss interessante Gespräche über die vergangenen Monate und die Zeit des Um- und Wiederaufbaus entwickelten.
Besonders genannt sei Marco Billmaier, der mit seiner Spraykunst die vier Garagentore mit herrlichen Bildern verzierte, die die Verbundenheit beider Vereine noch einmal ausdrücken. Bei einsetzendem Regen betrat eine Traditionself der TSG Hoffenheim und die Mannschaft, die sich aus Spielern des VfB und des 1. FC zusammensetzte, den neuen Rasen, um in einem Freundschaftspiel den Platz seiner Bestimmung zu übergeben.
ch/Foto: KHP