11.02.2010, Germersheim - Das Deutsche Straßenmuseum im ehemaligen Zeughaus der ursprünglichen Befestigungsanlage in Germersheim stellt ein in Deutschland einzigartiges Museum dar.
1989 gegründet, ist nach nunmehr zwanzig Jahren die Idee einer kleinen Gruppe von Straßenbauern den Kinderschuhen längst entwachsen und zu einem viel beachteten Museum geworden, das das Thema „Straße“ in seiner historischen Entwicklung mit allen seinen verschiedenen Facetten beleuchtet.
Im Gegensatz zu den häufiger vertretenen Verkehrs- oder Technikmuseen widmet sich das Deutsche Straßenmuseum auf ca. 5000 m² Ausstellungsfläche im Innen- und Außenbereich nicht den Fahrzeugen und ihren technischen Details, sondern ausschließlich der „Straße“, sowohl unter dem kulturhistorischen als auch dem konstruktiven Aspekt, und spannt so den Bogen vom Trampelpfad der Frühzeit bis hin zur Hightech-Autobahn des 21. Jahrhunderts.
Der Besucher wird in eine Zeit entführt, als es Straßen in unserem heutigen Sinne noch gar nicht gab. Stattdessen zogen die großen Karawanen mit ihren Waren über viele tausende von Kilometern durch unwegsames Gelände, lediglich in der Richtung bestimmt durch die erprobten Handels-Routen, die gewisse Orte miteinander verbanden. Heute werden diese Routen beispielsweise als „Seidenstraße“, „Bernsteinstraße“ oder „Gewürzstraße“ bezeichnet.
Wenn es auch bereits vor viertausend Jahren mit den Steingleisstraßen auf Kreta von Menschen geschaffene Straßen gab, so waren es doch allein die Römer, die die ersten wirklich „gebauten“ Straßen im heutigen Sinne fertigten und gleichzeitig erstmals eine Vernetzung von Straßen schufen. Ihre Straßen kamen mit dem Unterbau oftmals auf eine Dicke von mehr als zwei Metern.
Ein nächster wichtiger Wendepunkt im Straßenbau, der im Mittelalter völlig vernachlässigt worden war, bildete die Erfindung des Automobils. Mit seiner Bereifung aus Vollgummi beziehungsweise luftgefüllt, stellte es einerseits eine ganz andere Beanspruchung der bis dahin ungebundenen Fahrbahndecke dar und führte andererseits durch seine höhere Geschwindigkeit gegenüber den von Pferden gezogenen Fuhrwerken zu einer enormen Staubbelastung. Das Abfallprodukt Teer war 1901 die Lösung für beide Probleme.
Wie rasant die Entwicklung besonders in den letzten rund 200 Jahren vorangeschritten ist, wird besonders deutlich, wenn man sich nach diesem Weg durch die Geschichte in der Abteilung „Autobahn“ wiederfindet und sich die heutigen technischen Möglichkeiten vor Augen führt.
Zum technisch-konstruktiven Aspekt der „Straße“ erfährt der Besucher Wissenswertes sowohl zum Thema „Planung, Entwurf, Vermessung“ als auch zur „Gestaltung des Straßenraumes“ beziehungsweise sieht sich konfrontiert mit den Klein- und Großgeräten zum Straßenbau, wie z.B. den Dieselwalzen oder den Straßenfertigern verschiedener Generationen.
Eine ganz wichtige Funktion bei der Straßenunterhaltung hat der Berufsstand der Straßen- oder Autobahnmeister. Sie sind es, die im Sommer das Straßen begleitende Grün pflegen und im Winter für die Schneeräumung und Salzsträuung sorgen. Dieses Tätigkeitsfeld mit allen seinen Gerätschaften im Wandel der Zeit als auch die Themen der Verkehrssicherheit mit ihren Lenk- und Leitsystemen runden den Überblick über das große Thema „Straße“ ab, das in seiner alltäglichen Nutzung so selbstverständlich geworden ist, dass man ihm normalerweise kaum Beachtung schenkt.
Wie in jedem lebendigen Museum üblich, bieten darüber hinaus diverse Sonderausstellungen, Events und Symposien sowohl dem interessierten Besucher als auch einem Fachpublikum ein spannendes, breit gefächertes Zusatzangebot zur laufenden Dauerausstellung.
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 10.00 - 18.00 Uhr
Samstag bis Sonntag 11.00 - 18.00 Uhr
Deutsches Straßenmuseum
Im Zeughaus
76726 Germersheim
Tel. 07274 / 500500
Fax 07274 / 500505
Wissenschaftliche Leitung:
Dr. Cornelia Vagt-Beck
E-Mail:
info@deutsches-strassenmuseum.de
Internet: www.deutsches-strassenmuseum.de
Öffnung der Modellbahn:
Auf telefonische Anfrage
Eintrittspreise:
Erwachsene 5,00 EUR
Ermäßigte* 3,00 EUR
Schüler und Kinder ab 6 Jahre 2,00 EUR
Familienkarte 8,00 EUR
Führung 25,00 EUR
Fremdsprachenführung 50,00 EUR
Nach Voranmeldung täglich Führungen für Gruppen (auch in Fremdsprachen).
*Studenten, Rentner, Schwerbehinderte, Gruppen ab 10 Pers.
Außerdem Vermietung von Räumlichkeiten für private Feierlichkeiten, Besprechungen, Tagungen oder Symposien mit Sitzplätzen für bis zu 120 Personen. Die „Raststätte“ erfüllt nach Voranmeldung vom Frühstück bis zum festlichen Gala-Menu alle Wünsche.