Rollladen
Die wahren Multitalente an der Fassade
WebCode: Rollladen1199
09.03.2010, Rollladen gelten als Klassiker des Sonnen- und Wetterschutzes an Fenstern und Türen. Jeder kennt sie und hat sie schon tausendfach gesehen. Und doch bleiben viele Neuerungen und Weiterentwicklungen lange Zeit verborgen.
Unterschieden wird generell zwischen den sogenannten Aufsatz- oder Einbauelementen, die auf dem Fenster und im Mauerwerk montiert sind. Einfach zu erkennen sind diese Ausführungen an der Revisionsblende im Innenraum. Wenn also Servicearbeiten am Rollladen von Ihrem Wohnraum ausgeführt werden, dann handelt es sich um dies Aufsatz- oder Einbauelemente. Nicht selten sind die Revisionsblenden sogar übertapeziert oder wenigstens seitlich mit Silikon verschlossen, was zu einem erheblichen Arbeitsaufwand im Servicefalle führt.
Einfach genial dagegen sind die sogenannten Vorbauelemente, die nicht über, sondern vor dem Fenster montiert werden. Zum einen entstehen dadurch keinerlei Kältebrücken, eine bauphysikalisch optimale Lösung. Zum anderen ist der Revisionsdeckel außenliegend und ermöglicht Servicearbeiten ohne Beschädigung von Wand und Tapete. Nicht zuletzt verbessert diese Variante des Rollladens auch noch den Schallschutz um ein vielfaches.
Individuelle Lösungen zur Energieeinsparung
Rollläden können gerade heute noch einen weiteren wichtigen Beitrag an der Fassade leisten. Um bis zu 25 Prozent reduzieren sich im Winter die Wärmeverluste am Fenster, wenn eine intelligente Rollladensteuerung eingesetzt wird. Das bestätigen aktuelle Studie des Fraunhofer Instituts für Bauphysik. Tagsüber kann zudem der Sonnenschein gezielt zum Aufwärmen der Räume genutzt werden. Im Sommer hingegen lässt sich der Energieverbrauch - verursacht durch Klimaanlagen - verringern. In allen Fällen ist die Einsparquote am höchsten, wenn eine Automatisierung zum Einsatz kommen. Doch wie funktioniert das eigentlich genau?
Wichtig ist, dass sich die Rollläden selbsttätig den wechselnden Licht- und Temperaturverhältnissen anpassen. Im Winter müssen sie früh genug schließen, damit so wenig wie möglich Heizwärme verloren geht. Sie sollen aber auch spät genug herunterfahren, um die Sonnenenergie vollständig zum zusätzlichen Aufwärmen der Räume zu nutzen. Im Sommer wiederum sollten die Behänge tagsüber rechtzeitig geschlossen werden. Auf diese Weise bleibt die Wohnung kühl und das Mobiliar vor schädlichen Sonnenstrahlen geschützt. Gefragt ist also eine intelligente Steuerung, die unabhängig von den Hausbewohnern agiert. Denn die sind nicht immer rechtzeitig zur Stelle oder ganz abwesend.
Zeitschaltuhren schließen Rollläden auch bei Abwesenheit
Die Lösung bieten Programmschaltuhren, die es in verschiedenen Ausführungen gibt. Sowohl das Design, als auch die Ausstattung ist mittlerweile auf dem Markt so vielfältig , dass eigentlich jeder sein Wunschgerät finden kann. Auch die Bedienung ist meist recht einfach und komfortabel: Sie müssen eine Öffnungs- und eine Schließzeit hinterlegen, und der Rollladen bedient sich selbst.
Zur programmierten Uhrzeit fahren dann alle angeschlossenen Rollläden herunter, auch wenn die Bewohner nicht daheim sind. Im Winter sinken dadurch die Heizkosten, denn das Luftpolster zwischen Rollladenpanzer und Fenster wirkt wärmedämmend. Ganz nebenbei macht das Haus durch automatische Bewegungen der Behänge einen bewohnten Eindruck, und das schreckt potenzielle Einbrecher ab.
Sensoren sorgen für Wohlfühlklima und nutzen solare Energie
Noch effektiver ist es, die Automation mit cleveren 'Fühlern' zu ergänzen. Zum Beispiel mit Innensonnensensoren. Diese messen neben der Helligkeit auch die momentane Raumtemperatur und gleichen diese mit dem gewünschten Wärmegrad ab. Ist die Raumtemperatur zu niedrig, schaltet sich die Energiesparfunktion ein: Der Temperaturfühler fährt die Rollläden erst dann in die Sonnenschutzposition, wenn die eingestellte Wohlfühltemperatur erreicht ist. So kann die Energie der Sonne im Winter zum Heizen der Wohnung genutzt werden.
Rene Cziborra, Fa. Freiraum in Bad Schönborn
Foto: (c) Verena N. / PIXELIO
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