15 Jahre Tierschutzverein:
Fröhliches Sommerfest an der Grillhütte
13.07.2010, Schwetzingen - Von wegen die Ferienzeit ist schuld! Da denkt man immer, die großen Probleme für Tierheime entstehen vor allem dann, wenn die Urlaubsreise beginnen soll und auf einmal bemerkt wird, dass Bello oder Mietzi nicht mitgenommen werden können. Dass dann aus dem Haustier ruckzuck ein Tier vor der Haustür wird, geschieht zwar auch, ist aber gottlob doch die Ausnahme. Hauptgrund für die Abgabe von Tieren ist heute vielmehr die "steigende Armut", sagt zumindest Barbara Schwalbe.
Sie muss es wissen, denn als der "Tierschutzverein Schwetzingen und Umgebung" vor genau 15 Jahren aus der Taufe gehoben wurde, war sie bereits als "Frau der ersten Stunde" mit von der Partie. Am Samstagnachmittag feierten die Tierschützer nun ihren runden Geburtstag mit einem Sommerfest auf dem Areal der Grillhütte, das bekanntlich viele Vorzüge besitzt. Besonders aber jenen eines prächtigen Baumbestandes.
Ohne den Schatten der Bäume wäre es ehrlich gesagt auch nur schwer auszuhalten gewesen angesichts einer Affenhitze von über 35 Plusgraden. Auf diese höchst angenehme Weise vor den intensiven Sonnenstrahlen geschützt, konnte man das eine oder andere erfrischende Getränk genießen, denjenigen, die bei der Speisenherstellung ehrenamtlich ranklotzen mussten, bei ihrer schweißtreibenden Tätigkeit zuschauen oder aber munter disputieren.
Zum Beispiel oder gerade eben mit Barbara Schwalbe, die ihren Nachnamen speziell dann sehr gerne nennt, wenn sie telefonisch um Rat gebeten wird, wie man mit einem aufgefundenen verletzten Vogel umgehen soll. "Das wirkt auf manchen Anrufer schon verwirrend", meint sie schmunzelnd. Entschieden weniger Anlass zur Heiterkeit bietet freilich der eingangs erwähnte Fakt. Nämlich dass Menschen ihrem Hund oder ihrer Katze Adieu sagen müssen, weil sie sich in einer finanziellen Klemme befinden.
Dabei spielt laut Barbara Schwalbe nicht einmal die Frage der Kosten für das Tierfutter die Hauptrolle, denn dieses könne schon recht günstig erstanden werden. Beispielsweise beim Discounter. Richtiggehend prekär werde die Situation zumeist erst dann, wenn der vierbeinige Freund eine medizinische Behandlung benötige. Ist das Geld für den Tierarzt nicht vorhanden, bleibe immer mehr Mitmenschen nichts anders übrig als die Trennung.
Geradezu "Angst" empfindet Barbara Schwalbe bei dem Gedanken an den mittlerweile wohl unverrückbar feststehenden Weggang der US-Army aus der Kurpfalz. Denn "wenn die Amerikaner abziehen", so ihre Sorge, könnte es dazu kommen, dass für deren Haustiere, die die Reise wohin auch immer nicht mit antreten können, neue Plätze schon fast in Mengen gefunden werden müssten.
Dass die Tierheime in der Region diese Aufgabe nicht werden meistern können, steht für Barbara Schwalbe völlig außer Zweifel. Auch in diesem Fall gehe es um Geld, das diesen Institutionen vielfach fehle. "Alle Tierheime", weiß sie aus Erfahrung, "sind schon jetzt bis auf den letzten Platz ausgebucht". Deshalb "werden wir künftig mehr denn je gebraucht", ist Barbara Schwalbe sich sicher.
Doch irgendwie stimmt es einen schon traurig, dass ein Tierschutzverein seine Existenzberechtigung sehr sinnvoll dadurch untermauern kann, weil ein gewisser Peter Hartz eine sogenannte "Reform" verwirklichen durfte und Militärplaner jenseits des Atlantiks gravierende Entscheidungen treffen. Allerdings sollte dies keineswegs ein Hinderungsgrund sein, dem Tierschutzverein zu seinem 15-jährigen Bestehen herzlich zu gratulieren.
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