13.01.2010, Neckargemünd -
Nicht nur die Neckargemünder Feuerwehr und die Wehren der Umgebung erinnern sich mit Schrecken an die frostkalte Winternacht zum 9. Januar 2003, als das erste historische Haus am Platz, das Hotel Ritter bis auf das Erdgeschoss nieder brannte. Sieben Jahre später am 12. Januar rückte gegen 19 Uhr wieder die Feuerwehr mit drei Fahrzeugen an. Doch diesmal befand sie sich nicht im Brandeinsatz, sondern wollte am neu hochgezogenen Ritter-Gebäudekomplex, der in den vergangenen Monaten anstelle des historischen Hauses für 2,8 Mio. Euro entstand und 16 seniorengerechte Wohnungen aufweist, eine Leiterstellprobe durchführen.
Dem Bauherrn, der Fa. Dombrowski Massivhaus war es in Absprache mit dem Landratsamt ein echtes Anliegen den Nachweis auch zur Sicherheit der späteren Bewohner zu erbringen, dass eine „Anleiterung“ vom Neckarlauer aus keine größeren Probleme bereiten würde.
Mit Drehleiter, Tanklöschfahrzeug und Einsatzleitungswagen fuhren 20 Feuerwehrleute der Neckargemünder Wehr vor. Kommandant Udo Braun freute sich über die rege Beteiligung. Einige der Feuerwehrleute hatten den Brand vor sieben Jahren miterlebt und wollten sich ein genaues Bild von dem neuen Gebäude machen. Mit von der Partie war auch der frühere Kommandant und heutige Unterkreisführer Frank Merkel zur Beobachtung und Einschätzung der Stellprobe an das Gebäude mit Erdgeschoss, ersten und zweiten Stock sowie Dachgeschoss. Die Erreichbarkeit der Dachgauben wurde als erstes überprüft, auch an die Seite zum Prinz-Carl-Gebäude kam man vom Standort am Neckarlauer unterhalb des Ritters gut heran. Dies traf auch für die Balkone im zweiten Stock zu. Lediglich der erste Stock konnte mit der Drehleiter nicht direkt angefahren werden, da eine vorgebaute Terrasse mit Geländer eine weitere Abflachung des Stellwinkels verhinderte. Aber auch hier hatten die Feuerwehrleute schnell eine Lösung parat. Entweder müsse vom Bauherrn eine Zugangsleiter von der Terrasse aus zum ersten Stock installiert werden oder die Feuerwehr würde sich selbst mit einer Standleiter im Notfall aushelfen.
Bauleiter Manfred Karl und Geschäftsführer Claus Mohr führten nach der Leiterstellprobe die Feuerwehr durch das gesamte Gebäude angefangen vom Knappenkeller mit Gewölbekeller, der einmal auf 380 qm einer gastronomischen Nutzung zur Verfügung stehen soll bis hinauf in das Dachgeschoss mit vorgebauten Gauben. Der neue Ritter-Komplex, der ab März bezugsfertig ist, ist gegenüber dem Vorgängergebäude klar im Vorteil, das stellten Feuerwehr und Bauherr fest. „Wir wollten wissen, wie eine Rettung im Notfall durchgeführt werden könnte und ob jeder Gebäudebereich von der Feuerwehr angeleitert werden kann, denn am Schutz der künftigen Bewohner liegt uns sehr viel“, betonte Claus Mohr. Kommandant Udo Braun resümierte abschließend: „Beim Brand im Jahr 2003 gab es beim historischen Rittergebäude einige Probleme für die Feuerwehr. Die Leiterstellprobe heute hat gezeigt, dass hier an Dachgauben und Balkonen gut ranzukommen ist.“
Anna Haasemann-Dunka