Dokumentarfilm
Francesco und der Papst
WebCode: Francesco1000
18.04.2011, VERLOSUNG: Anrufen und gewinnen!
Wir verlosen 10 x 2 Karten für das Cineplex-Kino in Mannheim.
Losungswort: "Francesco" und Ihre Telefonnummer angeben
Bitte nennen Sie uns zwingend Ihre Tel.-Nr., damit wir die Gewinner benachrichtigen können!
Verlosungshotline: 0137-837 00 17*
Teilnahmeschluss: Montag, 25.04.2011, 22 Uhr
* 0,50 Euro/Anruf. Es werden insgesamt 10 x 2 Karten verlost. Teilnahmeberechtigt ist jedermann, ausgenommen Mitarbeiter des Verlags und deren Angehörige. Die Gewinner/-innen werden telefonisch benachrichtigt und unter www.nussbaum-slr.de unter der Rubrik "Leser" veröffentlicht.
Die Gewinne können an den folgenden Tagen eingelöst werden: 26.04.2011 bis 04.05.2011 (jedoch nicht Sa./So.)
Dokumentarfilm, der versucht, der Person von Papst Benedikt XVI und dem von der restlichen Welt abgeriegelten Vatikan durch die Perspektive eines Chorknaben näher zu kommen.
Der mit seinen zwei Brüdern und seiner Mutter im römischen Stadtteil Portuense lebende elfjährige Francesco hat einen großen Traum: Er möchte einmal vor dem Papst singen und von ihm anerkannt werden. Er gehört zum Chor der Sixtinischen Kapelle und geht mit seinen Kameraden in die dazugehörige Schule im Zentrum Roms. Er wird tatsächlich für einen Solopart ausgewählt. Ein Stück harte Arbeit für den Jungen.
Wie sieht die Realität in und um den Vatikan aus, welche Abläufe und Zeremonien prägen seinen Alltag? Diese drei unterschiedlichen Lebensgeschichten beziehen sich auf sehr individuelle Weise auf den Vatikan und bringen dem Zuschauer seine diversen Facetten näher. Damit gewinnt die oft sehr abstrakt wahrgenommene Institution Vatikan an Menschlichkeit. Bei bestechender Sakralmusik treffen die drei Schicksale aufeinander, wobei hier gleichzeitig die Verbindung von Jung und Alt sowie Tradition und Moderne zustande kommt.
In seiner opulent bebilderten Dokumentation versucht Ciro Cappellari, aus der Perspektive eines elfjährigen Chorknaben einen Blick auf den "privaten" Benedikt XVI. zu erhaschen.
Das geflügelte Sprichwort, man sei schwieriger zu erreichen als der Papst, bekommt neue Nahrung in dem ungewöhnlichen und hoch ambitionierten Dokumentarfilm von Ciro Cappellari. Der gebürtige Argentinier und dffb-Absolvent, der bereits 1997 mit seinem poetischen Spielfilm "Sin Querer - Zeit der Flamingos" international auf sich aufmerksam machen konnte, versucht mit "Francesco und der Papst" einen "privaten" Blick auf Benedikt XVI. zu werfen. Ein unmögliches Unterfangen - wie sein Film in eindrucksvollen Bildern und dank eines originellen Ansatzes zeigt.
Cappellari nimmt bei seinem hehren Ansinnen, die meterdicken Mauern des Vatikans zu überwinden, fremde Hilfe in Anspruch - die des elfjährigen Chorknaben Francesco. Der begnadete Sänger, der zusammen mit seinen beiden Brüdern und der allein erziehenden Mutter im römischen Stadtteil Portuense lebt, ist dazu auserwählt worden, bei einem Privatkonzert des Papstes ein Solo zu singen. Während Cappellari in der Folge Francescos Schulalltag an der Schola Cantorum und vor allem die mühsamen, zeitraubenden Proben für den großen Auftritt zeigt, begleitet er parallel dazu den Papst bei dessen zahlreichen Auslandsreisen, unter anderem nach Kamerun, Angola und Jordanien.
Wirklich nahe kommt er dem für seine Medienscheue bekannten Benedikt XVI. jedoch nicht. So stammen sämtliche verwendete O-Töne nicht aus einem exklusiven Interview, sondern aus einer Pressekonferenz, die der Papst während seines Fluges nach Afrika gegeben hat. Ein Hauch von Exklusivität kommt immer dann auf, wenn Cappellari - etwa bei einem Ausflug von Francescos Chor - Zugang zum Vatikan erhält. Ob die prächtige Schweizer Garde oder preziöse Devotionalien, das Grab des Heiligen Petrus, der klösterliche Gemüsegarten oder auch ein kurzer Blick in einen mit Hunderten von Monitoren bestückten Überwachungsraum, all das macht den römischen Stadtstaat zumindest für ein paar Augenblicke transparent.
Dabei lässt der Filmemacher auch immer wieder sein großes Talent als Kameramann und vor allem Fotograf aufblitzen. Die wohl dem jungen Publikum geschuldete Entscheidung, den kleinen Francesco und einige weitere Protagonisten zu synchronisieren, nimmt dem Ganzen etwas von seiner Authentizität. Zudem hätte man sich mehr zum Thema Zusammenprall der Kulturen/sozialen Schichten gewünscht. So bleibt es bei Impressionen vom prunkvollen Palast auf der einen und Francescos bescheidener Mietskaserne auf der anderen Seite bzw. beim Culture Clash auf Tonebene, wenn kirchlicher Chorknabengesang auf italienischen Hiphop trifft.
Wie nah und doch so fern man dem Papst auch in dieser Dokumentation ist, kommt in zwei Sequenzen zum Ausdruck: Als Benedikt für einen Spaziergang die Schuhe wechselt, wird Cappellari gebeten, diesen "intimen" Augenblick doch bitte nicht zu filmen. Und als Francesco nach seinem Solo vom Papst empfangen wird, kommt es zwischen den beiden zu folgendem "Gespräch": Wie heißt Du? - Francesco. - Wie alt bist du? - elf Jahre. - Du hast eine schöne Stimme. - Danke. Wer mehr über Benedikt XVI. erfahren will, muss sich mit Aussagen wie "er sieht oft traurig aus" oder "das ist kein gewöhnlicher Mensch" begnügen, wer aber die prächtige Architektur des Vatikans, untermalt von großartiger Kirchenmusik, kennen lernen will, ist hier goldrichtig.
lasso