08. Februar 2012

Der erste Spielplatz rauchfrei

Zusammenarbeit Kinderschutzbund und Stadt

09.08.2010, Wiesloch - „Ich habe heute meinen schwarzen Aikidogürtel angezogen, um diesen wichtigen Etappensieg beim Kampf für rauchfreie Spielplätze zu feiern“, verkündete Lothar Weis mit einem Schmunzeln bei der Enthüllung des ersten Schildes für rauchfreie Spielplätze in Wiesloch. Es hat etwas Ironisches: Sein Großvater war Besitzer einer Zigarrenfabrik in St. Leon, doch Lothar Weis kämpft schon jahrelang in der Umgebung dafür, dass an Spielplätzen Schilder mit der Aufschrift „Dieser Spielplatz ist rauchfrei“ angebracht werden. „In vielen Orten warten wir bis jetzt vergeblich auf eine Umsetzung von Gemeinderatsbeschlüssen und Anträgen“, erklärte Lothar Weis, „in St. Leon schon seit drei Jahren.“
Lothar Weis hatte mit seiner Initiative „Rauchfreie Spielplätze“ schon begonnen, als seine Enkelkinder noch im Spielplatzalter waren. Die seien mittlerweile zwar schon groß, aber er wolle weitermachen. Er strahlte übers ganze Gesicht, als Bürgermeisterin Ursula Hänsch das erste von geplanten 70 Schildern enthüllte. „Für mich ist das wie ein Wunder“, sagte Weis. Hier in Wiesloch sei alles richtig schnell gegangen. Weis hatte den örtlichen Kinderschutzbund um Unterstützung gebeten. Geschäftsführerin Stefanie Burke war von seiner Idee angetan und als man auch bei der Stadtverwaltung auf Interesse stieß, rief man gleich zur Spendenaktion auf. 20 Euro sind für ein Schild nötig. Die gaben viele gern. So stammen knapp die Hälfte der Spenden vom türkischen Kulturverein Wiesloch. „Wir haben alle selber Kinder“, begründet die Vorsitzende der Frauengruppe, Ünal Ayse, die Spende, „wir möchten, dass sie gesund aufwachsen. Wenn es um Kinder und Umwelt geht, sind wir dabei.“ Auch der Ortsverband der CDU will sich an der Aktion beteiligen und die letzten noch ausstehenden Schilder mitfinanzieren und weitere Sponsoren finden. Maximilian Heck spendete sogar privat sein Konfirmationsgeld – stolze 200 Euro. „Schilder schützen Kinder, das ist erwiesen“, sagt Dr. Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, das mit den Initiatoren in Wiesloch kooperiert. „Es nützt nichts, wenn wie in Würzburg ein allgemeines Rauchverbot auf Spielplätzen besteht, aber niemand davon weiß.“ Durch die Beschilderung könne man gezielter aufmerksam machen. Die Leute würden nicht mehr so leicht zur Zigarette greifen. Vorreiteraktionen in Heidelberg liefen erfolgversprechend. Für die Zukunft ist angedacht, auch die Bushaltestellen rauchfrei zu halten. Bürgermeisterin Hänsch sagte zu, die Idee dem Gemeinderat vorzustellen.


llr
Kommentare
Social Bookmarking
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Facebook
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • MySpace
  • Newsvine
  • reddit
  • studiVZ
  • StumbleUpon
  • Twitter
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg