Behagliches, gesundes Wohnen
Das Passivhaus
WebCode: passivhaus1113
04.02.2010, Ein Passivhaus – Was ist das?
Hohe Behaglichkeit bei niedrigem Energieverbrauch – durch diese Eigenschaften zeichnet sich das Passivhaus aus. Durch passive Komponenten wie Wärmeschutzfenster, Dämmung oder Wärmeüberträger leistet ein so gebautes Haus aktiven Beitrag zum Klimaschutz und bietet einen Wohlfühlcharakter für seine Bewohner. Doch rein äußerlich unterscheidet sich ein Passivhaus nicht von einem gewöhnlichen Haus, die Besonderheiten stecken in vielen, wichtigen Details.
• Gute Wärmedämmung
• Drei-Scheiben-Wärmeschutzfenster mit gut dämmenden Rahmen
• Luftdichte Hülle
• Wärmebrückenfreie Konstruktion
• Komfortlüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung
Gebaut für die Zukunft
Das Passivhaus ist ein konsequent weiterentwickeltes Niedrigenergiehaus. Entscheidend sind gute Planung und sorgfältige Ausführung der Details. Ein Passivhaus ist so durchdacht und geplant, dass der geringe restliche Heizwärmebedarf beispielsweise über die vorhandene Komfortlüftung zugeführt werden kann.
In Deutschland gibt es zurzeit über 6000 Passivhäuser (Ein- und Mehrfamilienhäuser, Schulen, Bürogebäude, Altenheime). In Ludwigshafen entstand beispielsweise gerade als großes Passivhaus-Bürogebäude „Lu teco“ mit ca.10.000 Quadratmetern Mietfläche.
Aber nicht nur neue Bauvorhaben können mit Passivbauweise realisiert werden. Auch ein Altbau lässt sich in ein Passivhaus verwandeln. Da Altbauten deutlich mehr verbrauchen als durchschnittliche Neubauten, ist hier das Einsparpotential besonders hoch. Insgesamt ist die Altbausanierung also ein finanzieller Gewinn. Entscheidend für die Kosteneffizienz ist hier die Optimierung der ohnehin erforderlichen Modernisierungsmaßnahmen. Der Zusatzaufwand für Passivhaus geeignete Komponenten ist gering und der Gebäudewert erhöht sich erheblich.
Passivbauweise setzt keine spezielle Bauform, Bauweise oder Gebäudegröße voraus, egal ob Stein, Holz oder Stahl, jeder erfahrene Architekt kann Passivhaus-Komponenten in die Planung des Gebäudes integrieren.
Was ist passiv am Passivhaus?
In der Hauptsache heizt sich das Passivhaus durch die Wärmegewinne selbst, so dass nur noch eine minimale Restheizung benötigt wird. Die Voraussetzung dazu schaffen die ausgezeichnete Wärmedämmung und die hocheffiziente Wärmerückgewinnung. Die Wärme bleibt im Haus und muss nicht mehr aktiv zugeführt werden. Passiv bedeutet nicht, sich dem Geschehen „passiv auszuliefern“, sondern gerade eine intelligente Steuerung von Abläufen, die ein Ziel ohne großen Aufwand, eben „wie von selbst“, ansteuern.
Warum luftdicht bauen?
MUSS ein Haus nicht atmen?
Der Luftaustausch über Ritzen und Fugen reicht für eine hygienische Raumluftqualität nicht aus und ist nicht zuverlässig. Deshalb muss in jedem Fall gelüftet werden, traditionell über geöffnete Fenster.
Darf ich im Passivhaus die Fenster öffnen?
Ja! Aber Sie müssen es nicht (mehr). Die traditionelle Fensterlüftung erfordert die ständige Aufmerksamkeit und Aktivität der Bewohner. Wegen anhaltender Geruchs- und Feuchteabgaben (z.B. aus Handtüchern, Pflanzen, Kleidung) müssten Fenster eigentlich auch nachts und bei Abwesenheit geöffnet und geschlossen werden.
Ganz anders im Passivhaus: Die Lüftungsanlage sorgt ständig automatisch für eine gute Innenraumluft, transportiert Feuchtigkeit ab und verbessert den Wohnkomfort deutlich. Sie verspüren keine Zugluft oder kalte Ecken im Haus, und haben ständig frische Luft: Schmutz, Pollen und Aerosole bleiben dank der Feinfilter draußen.
Was ist das Besondere an Passivhaus-Fenstern?
Fenster stellen den Bezug zur Umwelt her und lassen Licht in die Räume. Darüber hinaus wirken sie wie „passive“ Sonnenkollektoren, die Sonnenenergie ins Haus lassen. Fenster in Passivhäusern sind dreifachverglast und auch die Rahmen sind sehr gut Wärme dämmend.
Sind Passivhäuser teurer als herkömmliche Häuser?
Inzwischen gibt es bereits Passivhäuser, die nicht teurer abgerechnet wurden als andere Neubauten nach derzeit gültigem Standard. Als Faustregel gilt jedoch, dass heute noch mit einem Mehraufwand von 5 bis 10 Prozent der Investitionskosten gerechnet werden kann. Um diesen Mehraufwand abzufangen, werden Passivhäuser gefördert – und ein großer Teil der Zusatzkosten wird bereits durch die laufenden Energiekosteneinsparungen kompensiert.
Passivhäuser sind hochwertige Produkte, denn Passivhaus-Komfort, Bauschadensfreiheit, Versorgungssicherheit und eingesparte Energiekosten erhöhen den Immobilienwert.