Duelle auf Augenhöhe
Adler schlagen Wolfsburg zwei Mal mit 2:1 n.P.
22.09.2010, Mannheim - Zwei Duelle innerhalb von nur 48 Stunden erinnern an Play-Off-Spiele am Ende der Saison. Einen kleinen Vorgeschmack auf dieses alljährlich wiederkehrende Highlight einer langen Eishockey-Saison erlebten die Zuschauer gestern in der SAP ARENA. Nachdem sich die Grizzly Adams und die Adler am Sonntag noch in der Wolfsburger EisArena gegenüberstanden, duellierten sie sich am Dienstagabend erneut, allerdings an anderer Stelle, nämlich in Mannheim, in der SAP ARENA.
Beide Spiele endeten mit einem 2:1-Sieg nach Penaltyschießen für die Mannschaft von Harold Kreis, der sich nach dem Spiel glücklich und mit der Einstellung seiner Mannschaft zufrieden der Presse stellte. „Die Partien gegen Wolfsburg hatten schon zu diesem frühen Saisonzeitpunkt ein wenig Play-Off-Charakter. So hatte ich das Gefühl, dass die Emotionen vom Sonntag auch beim heutigen Spiel noch nachgewirkt haben. Vom ersten Bully weg war gleich unwahrscheinlich viel Kampf und Einsatz zu spüren. Wolfsburg hat physisch und läuferisch sehr stark agiert. Doch da dies auch unsere Tugenden sind, haben wir entsprechend dagegengehalten und die Partie so ausgeglichen gestaltet. Beide Teams hatten gute Chancen, aber am Ende haben immer ein paar Zentimeter gefehlt oder der Torwart war zur Stelle“, analysierte Harold Kreis.
Und gerade im Penaltyschuss-Wettbewerb haben sich die Goalies nicht viel geschenkt. Sowohl Fred Brathwaite als auch Daniar Dshunussow parierten die meisten Penalties, wobei Brathwaite mit sieben gehaltenen Schüssen einen Tick erfolgreicher agierte als sein Gegenüber. „Penalty-Schießen ist ein Lotterie-Spiel, das wir heute glücklicherweise wieder gewinnen konnten“, stellte Harold Kreis ebenfalls fest wie sein Gegenüber Pavel Gross, der schmunzelnd hinzufügte, dass „er und sein Team wohl demnächst ein wenig mehr das Penalty-Schießen üben sollten“.
Doch nicht nur durch die acht Durchgänge im finalen Penalty-Schießen mussten die Goalies Überstunden machen, auch in der regulären Spielzeit standen sie schon öfter im Brennpunkt als ihnen lieb sein konnte. So parierte Fred Brathwaite im Lauf der 65 Minuten sage und schreibe 48 Schüsse auf sein Tor. Lediglich ein Mal musste er hinter sich greifen. In der elften Minute traf Jan-Axel Alavaara ebenso wie schon am Sonntag in Überzahl zur Führung für die Grizzlys. Dshunussow stand 40 Mal im Brennpunkt, parierte 39 Schüsse, was ebenfalls eine klasse Quote bedeutet. Justin Papineau war es vergönnt, in der 17. Minute gegen seinen Ex-Club den 1:1-Ausgleich zu erzielen. Geistesgegenwärtig versenkte er einen Abpraller nach Scalzo-Schuss, der ihm vor dem Tor auf den Schläger fiel. Auch hier die erfolgreiche Mannschaft in Überzahl.
Belohnt wurde Fred Brathwaites Leistung durch die Auszeichnung zum besten Spieler des Spiels. Als zweiter Star wurde Christopher Fischer und als dritter Star Justin Papineau gewählt. Ebenso wie in der „Star-Wertung“ der DEL rangiert Brathwaite auch in der Goalie-Statistik auf dem ersten Platz. Mit einer Fangquote von 95,4 Prozent und einem Gegentorschnitt von 1,51 pro Partie führt er vor dem Nürnberger Patrick Ehelechner (94,9 %) und Daniar Dshunussow (95,3 %).
Sehr erfreulich war auch am gestrigen Abend wieder, dass trotz der großen Emotionen und der physisch harten Gangart das Spiel absolut sauber und fair blieb. Lediglich vier Zeitstrafen gegen Wolfsburg und nur deren zwei gegen Mannheim belegen diesen Fakt. Schade, dass die große Strafe gegen Michel Periard den Gesamteindruck ein wenig trübte, da sein Check gegen Jason Ulmer, der nach nur einem Wechsel wieder auf dem Eis stand und kurz darauf gar das 1:0 durch Alavaara vorbereitete, wenn überhaupt strafwürdig, dann maximal mit zwei Minuten hätte geahndet werden dürfen. Doch auch dieses Missgeschick trübte einen erfolgreichen Eishockey-Abend in der SAP ARENA nicht, denn mit dem am Ende verwandelten Penalty durch Yannic Seidenberg sicherten sich die Adler nicht nur den Zusatzpunkt, sondern auch den zwischenzeitlichen Platz an der Tabellenspitze der DEL.
Am Freitag gastieren die Adler um 19.30 Uhr bei den Straubing Tigers, ehe am Sonntag um 19.10 Uhr (live bei Sky) die Krefeld Pinguine in Mannheim zu Gast sind.
Adler Mannheim
Zur Homepage der Adler