Kleine Blumenkunde:
Sonnenblumen folgen dem Licht
12.08.2010, Während eines Spaziergangs kann man derzeit in vielen privaten Gärten in den Vororten Bruchsals die verschiedensten Blumenbeete bewundern.
Die wilde Sonnenblume hatte seit ihrem Aufkommen in Nord- und Mittelamerika ein großes Verbreitungsgebiet. Archäologische Forschungen zeigen, dass die Sonnenblume etwa 2500 v. Chr. sowohl in der Region des Mississippi sowie in Mexiko-Stadt zu finden war. Abbildungen und Samen wurden 1552 von spanischen Seefahrern aus Amerika nach Europa gebracht. Dort wurde sie zunächst als Zierpflanze angebaut.
Schon der Name der Sonnenblume deutet in vielen Sprachen auf die Verbindung mit der Sonne hin. Dies rührt von ihrer Eigenschaft sich dem Sonnenlicht zuzuwenden. An sonnigen Tagen verfolgt die Knospe die Sonne von Osten nach Westen auf ihrer Wanderung entlang des Himmels. Nachts oder in der Morgendämmerung richtet sie sich wieder nach Osten aus. Dabei drehen sich nur die Blätter und Knospen nach der Sonne, nicht jedoch die Fruchtstände. Diese weisen zumeist dauerhaft nach Osten. Die Bewegung wird von einem flexiblen Segment des Stamms direkt unterhalb der Knospe ausgeführt. Der Stamm verhärtet am Ende der Knospenstufe und wenn die Überstrahlungsstufe erreicht wird, festigt der Stamm sie.
Im 17. Jahrhundert verwendete man die Kerne für Backwaren oder als Ersatz für Kaffee und Trinkschokolade. Erst seit dem 19. Jahrhundert wird die Sonnenblume auch als Ölpflanze genutzt. Außerdem werden die Kerne zum Kochen, als Zugabe zu Salaten oder geröstet als kleine Snacks verwendet. Daneben spielt die Verwendung als Vogelfutter eine große Rolle.
Ein optimales Wachstum ist für Sonnenblumen auf humus- und nährstoffreichen Böden mit guter Wasserversorgung. Die Aussaat erfolgt am besten bei 7 bis 8 °C Bodentemperatur Anfang April. Die Samen sollten einen Abstand von 45 cm haben und in 2,5 cm Tiefe liegen. Bei einer Saatdichte von 6 bis 7 Pflanzen pro Quadratmeter wachsen pro Hektar 60.000 bis 70.000 Sonnenblumen, wie es derzeit auf vielen Feldern rund um Bruchsal zu bewundern ist.
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