Teilnehmer am Kerweumzug:
Mit Frack und Zylinder in Schale geworfen
08.09.2010, Gaiberg - Wie Kerwepfarrer Thomas Knobel vorhergesagt hatte, benötigte der Zug durch die Gaiberger Straßen etwa eine Stunde, um am Rathaus anzukommen. Zurück blieben auf den Straßen lediglich einige bunte Luftballons, die den Zugverlauf markierten. Die Kerwereden waren unter die Leute gebracht worden und nun konnte der Kerwepfarrer mit der Vorstellung der Wagen und seiner Rede loslegen. Unterstützt wurde er dabei durch den Musikverein Gaiberg musikalisch.
Die Bürgermeisterwahl in diesem Jahr erwies sich als lohnendes Thema für die Rede, hatte Gaiberg doch lange darüber spekuliert, ob nun ein Gegenkandidat Bürgermeister Klaus Gärtner die Wiederwahl erschweren würde. Es blieb aber bei nur einem Bewerber und der war der Bürgermeister selbst. Glücklicherweise traute sich auch kein Sandhäuser gegen ihn anzutreten, die doch erfolgreich die Bürgermeister in Bammental, Mauer und Meckesheim stellen. Doch nicht nur der amtierende Bürgermeister erhielt Stimmen bei der Wahl. Thomas Knobel nannte weitere Namen, die auf den Stimmzetteln auftauchten, wie Steffen, Klehr, Weber, Schuh oder auch Bob der Baumeister.
Zwei Fußgruppen begrüßte er in der Jugendabteilung des SC Gaiberg und sprach dem Einsatz von Jugendvorstand Andreas Lenz und seiner Ehefrau Bianca ein Dankeschön aus. Die zweite Gruppe bildeten die Damen des Chores Choral Community. Sie hatten sich in Schale geworfen und wollten damit an die Zeit vor 120 Jahren erinnern, als der MGV gegründet wurde. Das diesjährige Jubiläum griff der MGV, dessen Herren in Frack und Zylinder gekleidet waren, auf seinem Wagen auf. Die aktiven Gaiberger lieferten das Motiv für die zweite Kerwegeschichte. Auf ihrem Wagen war deutlich ein Maibaum in Kleinformat zu erkennen, und den gibt es in diesem Jahr bekanntlich in Gaiberg nicht mehr. Ein stürmischer Wind brachte den Baum zu Fall, der aus Sicherheitsgründen zersägt werden musste. Aber auch der Kerweausflug und die Einsätze der Gaiberger Feuerwehr fanden Eingang in die Geschichtensammlung des Kerwepfarrers.
Das Spektrum reichte dabei vom brühwarmen Glüh-Bier bis zu Party total in Köln. Süßes und Kindergetränke flogen dem Publikum von einem Wagen der Kerweborscht entgegen. Wasser aus Spritzpistolen kam hinterher und ließ in Deckung gehen.
Kerwepfarrer Thomas Knobel entließ die Wagen und der Menschenauflauf vor dem Rathaus verteilte sich nach Beendigung der Kerwerede. Ab jetzt wurde bei den Vereinen weitergefeiert.
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Ausgelassene Stimmung bei Freibier und Badnerlied