21. Mai 2012

Heizen mit Holz

Mit gutem Gewissen, richtig heizen!

03.12.2011,

Holz zählt zu den umweltfreundlichen Brennstoffen – zumindest wenn es richtig verwendet wird. Mit gut aufbereitetem Holz aus Ihrer Region, einer modernen Feuerstätte und einer sachgerechten Handhabung können Sie dazu beitragen, dass Ihr Holzofen für behagliche Wärme sorgt und die Umwelt nicht zu sehr belastet. Die Umwelt und Ihre Nachbarn werden es Ihnen danken! Gerade beim Verbrennen minderwertigen Holzes in alten, schlecht gewarteten Öfen und bei ungünstigen Verbrennungsbedingungen entstehen unnötig viele Emissionen: Treibhausgase, die das Klima schädigen und Schadstoffe, die Ihre Gesundheit belasten.

Vier Dinge für sauberes Heizen

1. eine emissionsarme und effiziente Feuerstätte
2. ein geeigneter, trockener Brennstoff, der richtig gelagert ist
3. der richtige Umgang mit der Anlage
4. die regelmäßige Wartung und Überwachung der Anlage durch Fachleute

Die richtige Anlage

 Einzelraumfeuerungsanlagen

Einzelraumfeuerungsanlagen dienen meist dazu, einen oder mehrere benachbarte Räume mit Wärme zu versorgen. Sie werden als Komfort- oder Zusatzheizungen eingesetzt. Einige haben zusätzlich Wasser-Wärmetauscher und können eine Zentralheizung unterstützen.

 Offene Kamine und Kamine mit Heizeinsatz

Bei offenen Kaminen ist der Feuerraum offen. Daher können Sie die Zufuhr des Sauerstoffes nicht regulieren. Offene Kamine verursachen wegen niedriger Verbrennungstemperaturen und eines zu hohen Luftüberschusses viele Schadstoffe, geben aber nur wenig Wärme ab. Besser sind Kamine mit Heizeinsatz, weil sie mit einer Glastür oder Glasscheibe verschlossen sind.

 Raumheizer oder Kaminöfen

Holzscheite können bei dieser Ofen-Art direkt durch eine Tür in den Brennraum gegeben werden. Die Luftmenge können Sie durch Klappen und Schieber oder die Entaschungstür regeln. Zeitbrandfeuerstätten sind meist nur in der Übergangszeit sinnvoll und selten in ständigem Einsatz, weil ihre Nutzung im Dauerbetrieb mit hohem Aufwand verbunden ist. Der Kaminofen ist eine Variante des Raumheizers mit einer großen Tür mit Sichtscheibe.

 Kachelöfen (Speicheröfen)

Die äußere Verkleidung von Kachelöfen besteht zu über 50 Prozent aus Ofenkacheln, Kachelsteinen oder verputzten Oberflächen. Grund- oder Speicheröfen besitzen eine große Speichermasse aus Kacheln, Zementputz, Ton, Schamotte oder Speckstein. Die große Oberfläche der Öfen erreicht eine relativ geringe Temperatur (80 bis 130 Grad Celsius). Speicheröfen werden in der Abbrandphase (circa eine Stunde) bei Volllast betrieben und geben die gespeicherte Wärme dann über mehrere Stunden an die Raumluft ab. Deshalb verursachen diese Anlagen relativ geringe Emissionen. Ein Überheizen der Räume kommt bei Speicherfeuerstätten kaum vor.

 Pelletöfen

Eine Besonderheit der Pelletöfen: Der Brennstoff gelangt automatisch und kontinuierlich aus einem Vorratsbehälter in eine Brennschale im Feuerraum. Die Brennstoffzufuhr regelt sich abhängig vom Leistungsbedarf. Pelletfeuerungen gibt es als Kaminöfen oder Kachelofenheizeinsätze. Die Pellets verbrennen schadstoffärmer als andere Holzbrennstoffe und sind wesentlich komfortabler in der Anwendung als Holzscheite, da Pelletheizungen weitgehend automatisch arbeiten.

 Handbeschickte Stückholzkessel

Bei den Holz-Zentralheizkesseln hat sich die Technik des unteren oder seitlichen Abbrandes durchgesetzt. Hierbei brennt die Flamme nicht nach oben durch die Brennstoffschicht, sondern seitlich oder nach unten in einer separaten Brennkammer. Solche Holzheizkessel sind recht komfortabel: Da bei der Verbrennung nur der Brennstoff über dem Glutbett erfasst wird, läuft die Verbrennung quasi kontinuierlich und sehr gleichmäßig ab.

Auf die richtige Anlagengröße achten!

Ein optimales Emissionsverhalten hat man bei Scheitholzfeuerungen nur bei voller Leistung. Ein Teillastbetrieb (ein Betrieb der Feuerungsanlage mit zum Beispiel halber Leistung) führt zu deutlich höheren Emissionen, die sich auch an der Geruchs- und Rauchentwicklung erkennen lassen. Besonders problematisch ist der so genannte Gluthaltebetrieb, bei dem die Anlage kaum Wärme erzeugt, sondern lediglich dafür sorgt dass ein Glutbett erhalten bleibt. Beim Kauf eines Kaminofens oder eines Kessels für die Zentralheizung oder zur Warmwasserversorgung sollte daher unbedingt auf die richtige Dimensionierung der Anlage geachtet werden.
Lassen Sie sich hierzu vom Energieberater, Schornsteinfeger oder Heizungsbauer genauer beraten!

Der Brennstoff Holz

Einen großen Einfluss auf das Brennverhalten hat der Wassergehalt im Holz. Es sollte möglichst trocken sein. Nur dann kann es viel Wärme abgeben und umweltfreundlich verbrennen. Frisch geschlagenes Holz enthält zwischen 45 und 60 Prozent Wasser. Bei optimaler Trocknung sinkt dieser Wasseranteil auf 15 bis 20 Prozent innerhalb von ein bis zwei Jahren.
Erst dann ist das Holz zum Heizen geeignet. Damit das Brennholz richtig durchtrocknen kann, sollten Sie es an einem sonnigen und luftigen Platz vor Regen und Schnee geschützt, aufstapeln. Falls Sie Feuerholz beim Händler kaufen, lassen Sie sich den Wassergehalt bestätigen und schauen Sie sich die Hinweise des Händlers zur richtigen Lagerung genau an.

Wie bediene ich meine Holzfeuerung richtig?

Fast jeder weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es sein kann, Feuer zu machen. Auch bei Heizungsanlagen gibt es diese Probleme und beim Anheizen treten höhere Emissionen auf.

 Richtig Heizen

Beim Anheizen des Holzofens ist es wichtig, möglichst schnell hohe Temperaturen zu erreichen. Dies gelingt am besten mit getrocknetem, dünn gespaltenem Holz und handelsüblichen Holzanzündern. Wichtig: Gerade in dieser Phase müssen Sie für ausreichend Verbrennungsluft sorgen.
Die Luftzufuhr ist richtig eingestellt, wenn das Innere des Ofens hell und ohne schwarze Rußablagerungen bleibt. Sobald ausreichend Grundglut entstanden ist, können Sie größere Scheite nachlegen. Wenn der Ofen sehr voll ist, entwickeln sich zu viele Verbrennungsgase. Diese verbrennen nur unvollständig und es entstehen Schadstoffe. Auch Ihr Ofen kann Schaden nehmen. Packen Sie die Anlage daher nicht zu voll. Besser ist es, häufiger kleinere Mengen nachzulegen.

Einmal im Jahr durch den Fachmann inspizieren lassen

Beim Auto eine Selbstverständlichkeit, bei Holzfeuerungsanlagen nicht immer üblich: die regelmäßige Wartung und Inspektion durch den Fachmann. Spätestens bevor die Heizperiode beginnt, sollten Sie Ihre Feuerungsanlage gründlich von einem Fachbetrieb inspizieren lassen.
Eigene Beobachtungen können zusätzliches Geld sparen. Schauen Sie sich den Feuerraum, das Abbrandverhalten und die Abgasfahne ihrer Holzheizung über dem Schornstein regelmäßig an. Sehen Sie starke Ablagerungen im Ofenraum, benötigt der Kessel wahrscheinlich eine zusätzliche Reinigung oder Wartung. Bei Anlagen, deren Emissionen der Schornsteinfeger regelmäßig misst, sparen Sie sich so unter Umständen die kostspieligen Nachmessungen. Diese fallen an, falls die Anlage bei einer offiziellen Kontrolle die Abgasgrenzwerte nicht einhält.



sake
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