SV Sinsheim Volleyball
Nachwuchsarbeit sichert die Bundesligalizenz
13.09.2011, Sinsheim - Die Jugend sichert unsere Zukunft. Dies trifft nicht nur auf die Gesellschaft zu, sondern auch auf die Nachwuchsförderung im Damenvolleyball. So müssen die Vereine der 1. und 2. Bundesliga, ähnlich wie im Fußball, bestimmte Kriterien der Nachwuchsarbeit erfüllen, um von der Deutschen Volleyball Liga eine Lizenz zum Spielbetrieb zu bekommen. Zwar ist die Jugendarbeit nicht zwingend vorgeschrieben, allerdings müssen die Vereine ohne Jugendmannschaften einen relativ hohen Ausgleich an den Liga Dachverband bezahlen. Mindestens drei Mannschaften sind vorgeschrieben, die Bundesliga-Vereine in den Jugendrunden der jeweiligen Landesverbände melden sollten. Auch der SV Sinsheim hält sich an diese Richtlinie. Bereits von klein auf werden hier Kinder und Jugendliche langsam an die Sportart Volleyball herangeführt.
Es beginnt in der Ballschule für Kinder von 3 bis 10 Jahren. Mit Volleyball hat dies eigentlich noch wenig zu tun. Mittels verschiedener Bälle sollen Kinder für Ballsportarten generell begeistert werden. Zudem werden Koordination, Reaktion, Kraft, Ballgefühl und Ausdauer geschult. Kooperiert wird hier mit der Heidelberger Ballschule von Prof. Dr. Klaus Roth, die auch beim benachbarten Fußballbundesligisten 1899 Hoffenheim hohes Ansehen genießt.
Erste Erfahrung mit Volleyball können die Kinder mit 10 Jahren sammeln. Im Anfängertraining werden hier von erfahrenen Trainern die ersten Volleyball Grundkenntnisse vermittelt. Weitere Erfahrungen sammeln die Jugendlichen in Teams „U 13“ und „U 14“ auf dem Kleinfeld (3 gegen 3 und 4 gegen 4) der Jugendturniere, um dann ab der „U 16“ an den Spielbetrieb des Großfeldes herangeführt zu werden. Von diesem Stadium an legt der Verein wert darauf, dass die Spielerinnen, zusätzlich zum Jugendspielbetrieb, in den üblichen Ligabetrieb aufgenommen werden. Dies ermöglicht den Einsatz und die Förderung jeder Spielerin entsprechend ihrem Können.
Neben der Bundesligamannschaft hat der SV Sinsheim vier weitere Mannschaften von der Oberliga bis hinunter zur Kreisliga gemeldet. Je nach Alter und Leistungsstand werden die Talente beim SV Sinsheim in den Mannschaften eingesetzt. Im besten Fall schafft es eine Spielerin bis in die erste Mannschaft. Im Moment ist Katharina Stauß die einzige Spielerin im Bundesliga Kader, die alle Jugendmannschaften des SVS durchlaufen hat. Die sportliche Leitung hofft jedoch demnächst weitere junge Spielerinnen an den Erstliga-Kader heranführen zu können.
Neben der Ballschule Heidelberg sind auch die Dietmar Hopp Stiftung „Anpfiff ins Leben“ und die Sinsheimer Schulen enge Kooperationspartner der Sinsheimer Volleyballerinnen. Anpfiff ins Leben hat die ganzheitliche Förderung von jugendlichen Sportlern zum Ziel. Dabei stehen nicht nur die sportlichen Aspekte im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, den jungen Talenten auch in den Bereichen Schule/Beruf Perspektiven aufzuzeigen, wie z.B. Angebote in der Hausaufgabenbetreuung oder Ausbildungsangebote, die neben dem Leistungssport möglich sind.
Ein weiterer wichtiger Baustein im Sinsheimer Konzept sind die lokalen Schulen. Über die Schulen ist für den Verein eine umfassende Talentsichtung am einfachsten zu realisieren. Die Schulen profitieren im Gegenzug, im Rahmen der ‚Jugend trainiert für Olympia-Aktivitäten, von den im Verein gut ausgebildeten Jugendspielerinnen.
Dass die Arbeit beim SV Sinsheim Früchte trägt, zeigen die jüngsten Erfolge. Im süddeutschen Raum ist der SV Sinsheim auch bei den Juniorinnen zur festen Größe geworden. Nun gilt es für die Verantwortlichen, die jungen Talente langsam an den Leistungsbereich heranzuführen.
ska/Foto: ska