Bandporträt
Sonic Avalanche
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30.08.2010, Juli 2010. Günther-Klotz-Anlage Karlsruhe. Das Fest. Mehr als 250.000 Musikfans jubeln Stars wie Jan Delay oder Bela B. zu. Nur drei Stunden bevor Jan Delay die Bühne betritt, gehört der Jubel einer jungen aufstrebenden Band aus Kraichtal. Für Daniel Thomas und David Büchner aus Münzesheim, Daniel Mayer aus Gochsheim und Jonathan Opitz aus Flehingen alias Sonic Avalanche war dieser Auftritt das absolute Highlight der bisherigen musikalischen Laufbahn. „Das war der bislang gigantischste Auftritt und auch spielerisch einer unserer besten überhaupt“, schwärmen die vier jungen Musiker noch einige Wochen später. Schätzungsweise 6.000 Zuschauer haben den Auftritt auf der Hauptbühne des Fests verfolgt. Die Möglichkeit, sich dort zu präsentieren hatten sich Sonic Avalanche mit dem Sieg beim New-Bands-Festival in Karlsruhe erspielt.
Die Anfänge
Begonnen hat alles noch während der Schulzeit. „Wir haben uns in der Schule kennengelernt und dann eigentlich eher als Zeitvertreib angefangen Musik zu machen“, erzählt Sänger und Gitarrist Daniel Thomas, „dann haben wir richtig Spaß daran gefunden und auch schnell erste Auftritte bekommen.“ Im Jahr 2007 entstand aus dieser Formation dann die Band Sonic Avalanche – zu Deutsch „Schalllawine“. „Zuerst waren wir zwei Gitarristen, dann habe ich auch noch angefangen, eine Gitarre in die Hand zu nehmen, dann waren wir zu dritt“, erzählt Daniel. Als dann ein Gitarrist abgewandert war, sollte zunächst Ersatz gefunden werden. „Dann haben wir aber gemerkt, dass es so eigentlich besser klingt“, sagt der angehende Mediendesigner. Und so soll sich an dieser Grundbesetzung nichts mehr ändern. Seit Oktober 2009 spielt die Band in der aktuellen Besetzung. Schlagzeuger David Büchner war zunächst aushilfsweise dabei und ist nun festes Bandmitglied. „Ich kenne die Band schon lange und fand sie auch immer gut. Und als sich meine alte Band dann aufgelöst hat, hat sich das so ergeben“, erzählt der Musiklehrer unter anderem an der „S’cool of Rock“ in Bruchsal.
Überdurchschnittliches musikalisches Talent bringen sie alle mit: „Außer unserem Bassisten Jonathan spielen alle mindestens drei Instrumente“, sagt Daniel Thomas. „Ich habe mit Schlagzeug begonnen, dazu zum Musik-Abi Xylophon gelernt. Und da mir das zu wenig war, habe ich dann an der VHS einen Gitarrenkurs gemacht und Gesangsunterricht genommen.“ Doch die Vielseitigkeit kann auch ein paar kleinere Probleme mit sich bringen. „David hat es nicht immer leicht – bei drei Schlagzeugern schwätzt halt immer einer rein“, schmunzelt Daniel und auch der angesprochene Schlagzeuger kann darüber lachen.
Die Musik
Ihre Musik bezeichnen Sonic Avalanche als „Epic Indie“. Etwas einfacher ausgedrückt: es handelt sich um Musik, die sich nach und nach aufbaut, nach langsamem Beginn geht es dann richtig ab. Viele sphärische und räumliche Klänge kennzeichnen den Sound, der durch Details wie das Xylophon – das übrigens beim Anti Fruschd in Oberacker zum ersten Mal im Einsatz war – unterstrichen wird. „Man könnte auch sagen es ist progressiv angehauchter Rock“, versuchen sie ihre Musik in Worte zu fassen.
Zum Auftritt beim Anti Fruschd kehrten die vier wieder auf eine Bühne in der Heimat zurück. Neben dem großen Highlight in Karlsruhe waren Sonic Avalanche in Stuttgart, Heidelberg oder Weißenburg im Elsaß unterwegs.
Die Songs stammen allesamt aus der eigenen Feder. „Meistens bringe ich eine Grundidee an Harmonien und Melodien mit. Und daran wird dann gemeinsam weitergebaut“, beschreibt Daniel Thomas die Entstehung eines Songs. Jeder setzt dann seine Erfahrung und sein musikalisches Gehör ein und entwickelt seine Stimme dazu. Ganz zum Schluss kommt dann der Text von Daniel dazu, den er zuvor noch von einem Muttersprachler auf korrektes Englisch überprüfen lässt.
Auszeichnungen
Der Gewinn des New-Bands-Festivals in Karlsruhe war nicht der einzige Newcomer-Wettbewerb, den sich Sonic Avalanche bislang gesichert haben. Der Radiosender „Die neue Welle“ wählte sie zum „Freeload des Monats“, sodass der Song „Allez to Horizon“ auf dem Karlsruher Sender zu hören war. Im Zusammenhang mit dem Fest-Auftritt nahmen dann auch die Interview-Anfragen zu. Unter anderem widmete Kraichgau.TV der Band einen Internetclip. Auch auf dem ZDF-Doku-Kanal war die Musik von Sonic Avalanche als Background-Musik eines Dokumentarfilms zu hören.
So geht es weiter
Nach zwei Single-CDs folgt jetzt das erste Album. Ende September geht es ins Studio. Neun Songs werden auf der neuen Platte zu hören sein. Noch vor Jahresende steigt die CD-Release-Party. Für nächstes Jahr ist dann eine Deutschland-Tour geplant. „Im Rahmen der Tourplanung sind wir auch noch auf Sponsorensuche. Bislang unterstützt uns Musik-Pietsch aus Heidelsheim. Auf unseren Transportmitteln wäre aber zum Beispiel noch Platz“, sagt David mit einem Augenzwinkern.
Der Alltag
Die Zeit ist das große Problem. „Die Organisation nimmt viel mehr Zeit in Anspruch als Proben und Auftritte“ sagt Sänger Daniel. Es muss geklärt werden wo man spielen kann, welche Instrumente der Veranstalter stellt. Darüber hinaus muss der Internetauftritt www.sonicavalanche.de koordiniert werden, T-Shirts oder CDs müssen verkauft werden, Probetermine oder auch Leute, die Filmen oder Bilder machen, müssen gefunden werden. Rund 20 Stunden pro Woche widmet jedes einzelne Bandmitglied der Musik. Neben Beruf oder Studium. Gitarrist Daniel Mayer studiert Sonderpädagogik, Bassist Jonathan Opitz macht gerade seinen Abschluss in BWL, will dann sein Studium mit VWL fortsetzen. Wenn das Engagement auch weiterhin so hoch bleiben wird, wird bestimmt noch einiges von den drei Kraichtalern und ihrem Bassisten aus Flehingen zu sehen – und vor allem zu hören − sein.
nat
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