Auch Karies ist ansteckend
Kleinkinder sind besonders gefährdet
18.01.2010, Stuttgart Möhringen - Im Winter, wenn Husten und Schnupfen umgehen, ist man besonders darauf bedacht, sich nicht anzustecken oder anderen mit seinen Schnupfenviren nicht zu nahe zu kommen. Seit es die Furcht vor Grippe-Epidemien gibt, ist man doppelt vorsichtig und sorgt auch durch den Austausch der Zahnbürste nach einer überstandenen Erkältung dafür, dass man sich nicht selbst wieder infiziert. Diese Vorsicht ist auch im Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern angebracht, wenn es um deren Mundgesundheit geht. Karies ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) die am weitesten verbreitete Infektionskrankheit, denn sie wird durch Bakterien ausgelöst. Babys kommen ohne diese Bakterien auf die Welt, können sich aber mit den Erregern infizieren. Das passiert umso leichter, als ihr Immunsystem noch nicht gut ausgebildet ist. Eltern, Großeltern oder Betreuerinnen, die den Löffel, Sauger oder Schnuller ablecken, um ihn zu „säubern", tun genau das Gegenteil: Ihre Karies verursachenden Bakterien siedeln sich im Mundraum des Säuglings an.
Eigene Mundhygiene schützt auch das Baby
Mit den entsprechenden Hygienemaßnahmen können wir vermeiden, dass wir unsere Kinder oder Enkel mit unseren Bakterien infizieren. Das Risiko für die Kleinsten wird natürlich umso kleiner, je weniger Bakterien wir in unserer Mundhöhle haben. Dazu empfiehlt sich neben guter persönlicher Mundhygiene auch der regelmäßige Gang zum Zahnarzt. Für werdende Mütter in Baden-Württemberg wird die intensive Vorbeugung gegen Karies durch einen Kinderpass unterstützt, der zahnärztliche Vorsorgetermine für die werdende Mutter und für das Baby enthält. Die schwangere Frau sollte im 3. und 7. Monat in die Praxis kommen, um die Kariesbakterien in den Griff zu bekommen - und um über Kariesvermeidung beim Säugling und beim Kleinkind aufgeklärt zu werden. Für das Kind ist der erste Vorsorgetermin ab dem 6. Monat vorgesehen, wenn die ersten Zähnchen durchbrechen.
Gut zu wissen
Um möglichst viele Familie zu erreichen, ist der Zahnärztliche Kinderpass mit Platz zum Eintragen der Termine und mit vielen wertvollen Tipps nicht nur in jeder Zahnarztpraxis vorrätig, sondern wird auch von Frauenärzten, Hebammen und Kinderärzten weitergegeben.
Informationszentrum Zahngesundheit (IZZ), Albstadtweg 9, 70567 Stuttgart
IZZ