"1000 Leben retten"
Riesenerfolg in der Prävention gegen Darmkrebs
20.08.2010, Wiesloch - Als Riesenerfolg verbucht die Wiesloch-Walldorfer Gesundheitsinitiative GeWieWa das Projekt „1000 Leben retten“. In diesem Pilotprojekt arbeiteten GeWieWa-Aktivisten und Stadtverwaltung zum Wohl der Bürger zusammen.
Zum Verlauf der Aktion:
Begeistert von der einfachen Möglichkeit der frühen Aufdeckung von Darmkrebs und der Chance, in Wiesloch und Walldorf in den nächsten drei Jahren statistisch gesehen 1000 Leben zu retten, entschlossen sich Stadtverwaltung und GeWieWa, dieses Projekt gemeinsam anzugehen. Die Stadt übernahm das Anschreiben von 13.000 Bürgerinnen und Bürgern über 45 Jahre, denen ein Fragebogen zur Ermittlung des persönlichen Darmkrebsrisikos ans Herz gelegt wurde. Nach der Beantwortung weniger Fragen konnten die Teilnehmer sehen, ob sie derzeit nur ein geringes Risiko haben, an gefährlichem Darmkrebs zu erkranken. Für einen weiteren Teil der Befragten war ein Stuhltest das Mittel der Wahl. Einem dritten Teil mit an Hand der Fragen ermitteltem höherem Risiko wurde im Ergebnistext des Testbogens empfohlen, sich einer Darmspiegelung zu unterziehen. Nur anhand dieser Untersuchungsmethode lässt sich bei dieser Gruppe sicher eine Vorstufe des Darmkrebses oder gar Darmkrebs erkennen und meistens dabei auch gleich behandeln.
Für eine reibungslose Logistik dieser Aktion erhielten alle Angeschriebenen gleichzeitig mit dem Anschreiben einen Gutschein für einen Stuhltest. Dieser sehr sensitive Test hat andere Grundlagen als die „kassen-üblichen“ Haemocult-Tests und gewährt ein genaueres Ergebnis. Etwa 1500 Stuhlbriefchen wurden angefordert. Und hier begann für die Organisatoren ein wirtschaftliches Problem: 14.000 Euro waren für die Stuhltests inklusive Untersuchung und Versand aufzubringen. 10.000 Euro hatte GeWieWa schon vom Unterstützer der Aktion, dem Gesundheits-Mäzen Manfred Lautenschläger, zugesagt bekommen. Daher entschloss sich das Medizinische Versorgungszentrum Wiesloch, weitere 4.000 Euro als großzügige Spende zuzuschießen.
„Das Besondere bei dieser Aktion ist die Untersuchung in frühem Alter ab 45 Jahren, die von den Krankenkassen nicht bezahlt wird“, sagt Dr. Holger Bergdolt, 1. Vorsitzender von GeWieWa. „Weil dieser medizinische Check einen Darmkrebs in sehr frühem Stadium entdecken kann, hilft er gerade auch bei Jüngeren Leben zu retten und viel Leid zu vermeiden. Denn Darmkrebs ist, rechtzeitig entdeckt, fast hundertprozentig heilbar.“ Diese Chance vor Augen, schlossen sich auch große Betriebe in Wiesloch der Aktion an. Große Arbeitgeber wie REWE und das Psychiatrische Zentrum Nordbaden sowie mittelständische Unternehmen wie Nussbaum Medien, das Kongress Hotel Best Western Palatin Wiesloch und das Haus Silberberg Wiesloch wie auch die Buchhandlung Dörner nahmen an der Aktion teil und bezahlten die angeforderten Stuhlbriefchen für ihre Mitarbeiter. Die Stadtverwaltungen von Wiesloch und Walldorf gingen ebenfalls mit gutem Beispiel voran und bewarben die Präventions-Aktion durch Information und Kostenübernahme bei ihrem Personal. „Gerade die Aufgeschlossenheit der Walldorfer Stadtverwaltung hat uns sehr gefreut und lässt hoffen, dass der Enthusiasmus für diese so effiziente Aktion auch auf unsere Nachbargemeinde überschwappt und weitere Aktivitäten folgen“, hofft Dr. Holger Bergdolt.
Die Aktion ist also ein voller Erfolg, der die Verantwortlichen von GeWieWa viel Kraft und Überredungskunst bei der Finanzierung abverlangt hat. Die Aktiven arbeiten ehrenamtlich, und der Verein hat in der kurzen Zeit seines Bestehens kein nennenswertes Vermögen ansparen können. Gerade deshalb ist die Maßnahme als ein erster Meilenstein in der Vereinstätigkeit zu werten.
Das Fazit von Dr. Holger Bergdolt: „Inzwischen haben wir schon zwei Darmkrebsfälle durch diese Aktion im Frühstadien erkannt und rechtzeitig behanden können, die sicher sonst erst viel später entdeckt worden wären, weil sie keine Beschwerden oder Auffälligkeiten gemacht haben. Wenn die Menschen ein aufgeschlossener für eine Gesundheits-Vorsorge werden und rechtzeitig zur Darmspiegelung gehen, haben wir eine Menge erreicht und viel Unglück kann vermieden werden.“
zg/Foto: privat
Kostenloser Selbsttest rettete schon über 50 LebenEngagement der Stadt im Kampf gegen Darmkrebs