Berufspraktische Jahr
Ein Praxisjahr als Bäcker
30.08.2010, In unserer Print-Ausgabe Nr. 49 vom 2. Dezember 2009 berichteten wir über das Erfolgsmodell „Berufspraktisches Jahr" (BPJ).
Seit 25 Jahren gibt es das Berufspraktische Jahr und ein Platz in diesem Projekt hat schon vielen beim Start in den Beruf geholfen. Das BPJ qualifiziert junge Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung durch ein Langzeitpraktikum (6 bis 12 Monate) in ortsansässigen Betrieben. Einmal pro Woche findet ein Berufsschultag in Wiesloch oder Hockenheim statt, an dem ein Austausch von Praxis und Theorie erfolgt, Allgemeinwissen vermittelt und Schlüsselqualifikationen trainiert werden. Während des Praktikums werden die Praktikantinnen und Praktikanten sozialpädagogisch betreut.
Wir sind bei Adrian Brunn aus St.Leon-Roth. Adrian ist seit Oktober 2010 bei der Bäckerei Schmidt in Reillingen.
Sein Ausbildungswunsch: Bäcker
Adrian, warum hast Du BPJ gemacht?
Ich habe einfach keinen Ausbildungsplatz gefunden.
Wie bist Du dann auf das BPJ gekommen?
Ich war zur Beratung bei der Agentur für Arbeit und da haben die mir das BPJ vorgeschlagen.
Und wie hast Du Deinen Praktikumsplatz gefunden?
Über einen Freund und drei Ecken, wie man so schön sagt.
Was sind denn so Deine Aufgaben?
Ich wiege Teig ab, forme Brötchen, spüle Geschirr. gerade habe ich beim Apfelkuchen mitgeholfen. Ach ja und beim Schulverkauf bin ich auch ab und zu dabei.
Was glaubst Du hast Du in diesem Jahr gelernt?
Ich bin schneller und sicherer geworden. Alles in allem habe ich, glaube ich mehr Selbstvertrauen bei der Arbeit.
Was war das Schwierigste im Praktikum?
Das frühe Aufstehen zwischen 4.00 und 5.00 Uhr! Aber das gehört natürlich zu diesem Beruf. Das lange stehen; das Tempo halten und sich alles merken. Das war am Anfang schon schwierig.
Was hat Dir am meisten Spaß gemacht?
Eigentlich alles.
Der junge Bäcker Schmidt hat die Bäckerei in der Gartenstraße vor vier Jahren übernommen und überzeugt durch ein solides Angebot und handwerkliches Können. Hier wird alles selbst hergestellt und hier findet man noch die Köstlichkeiten seiner Kindheit, wie Amerikaner, Dampfnudeln oder einen appetitlichen Zwetschgenkuchen ohne Schnickschnack.
„Adrian konnte in der Zeit während des Praktikums seine Aufgaben üben und verbessern“, so Bäcker Schmidt. „jetzt ist er fit für die Ausbildung“
Adrian hat es geschafft. Er hat den richtigen Betrieb für sich gefunden und wird ihn in die Ausbildung übernehmen.
BBQ Berufliche Bildung gGmbH organisiert das BPJ in Zusammenarbeit mit den zuständigen Kammern, der Agentur für Arbeit und der Louise-Otto-Peters Schule Wiesloch und Hockenheim.
Auch junge Menschen, die Arbeitslosengeld II beziehen, können am BPJ teilnehmen. Liegen die entsprechenden Voraussetzungen vor, kann die Agentur für Arbeit den beteiligten Betrieben Zuschüsse zur Vergütung und Sozialversicherung der Teilnehmer aus dem EQJ-Sonderprogramm gewähren. Das BPJ wird vom Europäischen Sozialfond kofinanziert.
Weitere Informationen gibt es telefonisch bei Frau Claudia Weitzel, Tel. 0621 40042-38, Frau Eva Schlobat, Tel. 0621 40042-30, oder Herrn Christian Dittler, Mobil 0170 1646319, und im Internet unter: www.bbq-zukunftskurs.de
zg
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