Mahnmal in Schwetzingen
Schwetzinger Gedenkstätte wird neu ausgeschrieben
03.02.2012, Schwetzingen - Der Schwetzinger Gemeinderat hat sich mit der überwiegenden Mehrheit seiner Mitglieder mit 15 zu 4 Stimmen bei 4 Enthaltungen am Donnerstagabend nach ausführlicher Beratung für eine Neuausschreibung der geplanten Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus entschieden. Der Entscheidung war eine öffentliche Debatte um die Gestaltungsform und die juristische Vorgehensweise bezüglich der Namensnennung der Opfer vorangegangen, nachdem die Stadt Ende 2011 mitteilte, dass der ursprünglich angenommene Entwurf des Künstlers Michael Deiml nicht verwirklicht werden könne.
Schwetzingens Oberbürgermeister Dr. René Pöltl betonte bei der Sitzung, dass das Vorhaben selbst weder für den Gemeinderat noch für die Verwaltung zu irgendeiner Zeit in Frage stand. Die Wiederausschreibung sei der geänderten Situation geschuldet, die durch neue Erkenntnisse über die exakte Anzahl der in Schwetzingen während des 2. Weltkriegs eingesetzten Zwangsarbeiter im vergangenen Jahr gewonnen werden konnte (wir berichteten). Die Stadt ist augenscheinlich bemüht, diese Erkenntnisse noch zu vertiefen, laufende Nachforschungen werden laut den Verantwortlichen sicher auch nach Einweihung des Denkmals am 27.01.2013 weitergeführt. Auf der Sitzung bekräftigten OB und Fraktionen den Wunsch nach einer Versachlichung der Diskussion im gemeinsamen Willen für ein würdiges Gedenken an die Opfer der NS-Herrschaft.
Die Ausschreibung sieht nach wie vor die Einrichtung einer Gedenkstätte auf dem Platz in direkter Nachbarschaft zum Rathaus vor. Dr. Dietmar Schuth vom Kunstverein Schwetzingen wird Kurator einer erneuten bundesweiten Ausschreibung sein. Die Gesamtkosten sind auf 25.000 € festgesetzt. Die Gedenkstätte wird zudem eine Gedenktafel mit den Namen der etwa 60 Todesopfer der NS-Zeit erhalten. Für die überlebenden Opfer, darunter eine große Zahl von Zwangsarbeitern, wird ein öffentliches Gedenkbuch angelegt.
pm/red / Foto: Stadt Schwetzingen, M. Deiml
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