Legen Sie Ihr Geld richtig an
Formen der Geldanlage
17.12.2009, Na, wo haben Sie ihr Geld angelegt? Im warmen Sparstrumpf oder im leicht zu zerstörenden Sparschwein? In beiden ist es geschützt vor spekulativen Verlusten, außer wir befinden uns in Zeiten der Inflation, dann verliert das Bargeld schnell an Wert. Doch Zinsen oder Gewinne, um die es ja bei einer guten Wertanlage gehen sollte, gibt es hier fast nicht.
Welche Anlageform für Sie die beste ist, müssen Sie nach ihren Bedürfnissen, Vorstellungen und ihrer Risikobereitschaft individuell entscheiden.
Ziele der Geldanlage
Minimieren möchte man den Wertverlust und die Wertschwankungen des eingesetzten Kapitals, die Geldanlage sollte also in jedem Fall sicher sein. Wünschenswert ist weiterhin eine hohe Rentabilität. In einem bestimmten Zeitraum sollte die Anlage also einen möglichst hohen Ertrag erbringen.
Auch wichtig: Die Geldanlage sollte eine möglichst hohe Liquidität aufweisen, also möglichst schnell wieder zu Geld gemacht, sprich verkauft werden können.
Lassen Sie sich beraten
Natürlich wäre es die „Eier legende Wollmilchsau“, wenn eine Geldanlage diese Ziele als Gesamtes erfüllen würde, niemand würde zaudern, hier zu investieren und sein Geld anzulegen. Aber leider stehen diese drei Ziele oft in Konkurrenz zueinander und können nicht als Gesamtes erfüllt werden. Deswegen ist es bei der Entscheidung für die Wahl einer Geldanlage umso wichtiger, nach den persönlichen Bedürfnissen und Zielen vorzugehen und sich von seiner Bank, Sparkasse oder einem unabhängigen Finanzberater Vorzüge und Nachteile verschiedener Modelle aufzeigen zu lassen. Zusätzlich rückt bei vielen Anlegern die steuerliche Situation in den Fokus, also der Einfluss der Steuer auf die gewählte Anlageform. Bei privaten Anlegern ist damit die Rendite nach Steuern ausschlaggebend, da Kapitaleinkünfte einkommensteuerpflichtig sind.
Entscheiden Sie sich beispielsweise für eine Spareinlage mit dreimonatiger Kündigungsfrist, hier ist der Zinssatz höher als bei einem „normalen“ Sparbuch, oder legen Sie einen Sparbrief für einen Zeitraum zwischen vier oder sechs Jahren an. Auch Bausparen ist eine gängige Wertanlage, die das Ziel hat, Wohnungs- oder Hauseigentum zu erwerben.
Klassisch ist der Erwerb von Aktien. Hiermit erwirbt der Aktionär ein Anteilsrecht an der Aktiengesellschaft, in der Höhe des Nennwertes seiner Aktien oder seiner Aktie. Aktien von Firmen mit Weltruf werden beispielsweise im Dow Jones Index oder im Deutschen Aktienindex (DAX) notiert.
Verschiedene Anlageformen
Das Sparbuch
Das Sparbuch ist in Deutschland immer noch die beliebteste Anlageform, obwohl die Milliarden Euro, die auf deutschen Sparbüchern liegen nur kläglich verzinst werden. Der Vorteil der Sparbücher ist allerdings, dass deren Eigentümer jederzeit und kurzfristig an ihr Geld kommen. Doch eine geeignete Geldanlage ist diese Form bei Weitem nicht, eher eine Geldaufbewahrung oder eine Art „Spargroschen“ für unvorhergesehene Investitionen.
Bundesschatzbriefe
Bundesschatzbriefe sind Wertpapiere der Bundesrepublik Deutschland. Ein Bundesschatzbrief wird nicht an der Börse gehandelt und kann als Bundesschatzbriefe Typ A mit einer Laufzeit von sechs Jahren (Zinsen werden jährlich an den Anleger ausgezahlt, Wieder-Anlage möglich) oder als Bundesschatzbriefe Typ B mit einer Laufzeit von sieben Jahren (Zinsen werden automatisch neu angelegt) ausgegeben. Die Besonderheit der Bundesschatzbriefe liegt in den nach einem festen Plan steigenden Zinsen. Die mit zunehmender Laufzeit wachsende Verzinsung soll dem Anleger einen Anreiz zum Festhalten an den Wertpapieren bis zur Endfälligkeit geben.
Sparbriefe
Sparbriefe sind allgemein als klassische, mittelfristige Geldanlage anerkannt. Üblicherweise haben Sparbriefe feste Laufzeiten zwischen zwei und sechs Jahren, hier werden die Zinsen über die komplette Laufzeit festgeschrieben. Die Verfügung vor Ablauf der Frist wird in der Regel ausgeschlossen. In einer plötzlichen,
finanziellen Notlage kann man die Sparbriefe jedoch beleihen und so Liquidität schaffen.
Aktien
Die Aktie ist die klassische Form der Anlage in Wertpapiere und kann eine lohnende Investition sein. Allerdings sollte man schon etwas Zeit haben, sich um die richtige Zusammensetzung seines Aktien-Depots zu kümmern: Künftige Aktionäre sollten das Kapital, das sie investieren wollen, für längere Zeit entbehren können. Neulinge sollten sich unbedingt ein gewisses Grundwissen über die Börse aneignen. Die Direktanlage in Aktien erfordert ein stabiles Nervenkostüm. Wer stark schwankende Kurse oder anfängliche Verluste schlecht verkraften kann, sollte den Aktienhandel zunächst den Profis überlassen. Mit dem Erwerb einer Unternehmensaktie erwirbt man einen Teil des Gesamtunternehmens. Ob das Unternehmen am Markt gut dasteht und wie seine zukünftigen Chancen einzuschätzen sind, muss beobachtet und bewertet werden. Neben Konjunktur- und Branchenaussichten müssen Anleger Größen, wie den Gewinn, oder Umsatzerwartungen bei ihrer Anlageentscheidung berücksichtigen. Auch Konjunkturzyklen haben auf die Aktien einen großen Einfluss.