Neues Faltblatt informiert:
Gartenabfälle haben im Wald nichts zu suchen
09.07.2010, Neckargemünd - Das neue Faltblatt „ Gartenabfälle im Wald – und was Sie darüber wissen sollten“, das die Gemeinden Neckargemünd und Wiesenbach gemeinsam mit dem Kreisforstamt Rhein-Neckar als zweite Maßnahme gegen wilde Ablagerungen herausgegeben haben, ist quasi Appell und Aufklärung zugleich. Um auf die Veränderungen am Waldparkplatz Langenzeller Buckel, der einseitig noch vorhanden ist, hinzuweisen und gleichzeitig das neue Faltblatt vorzustellen, trafen sich die beiden Bürgermeister Horst Althoff und Eric Grabenbauer sowie der Forst, vertreten durch den Leiter des Forstbezirks Odenwald im Kreisforstamt Dr. Dieter Münch und durch die Revierförster Uwe Reinhard und Bernhard Lippert vor Ort. Das Faltblatt wurde inzwischen auch an alle Haushaltungen in den beiden Gemeinden verteilt.
Dr. Münch sprach von einem Ärgernis, das nicht nur diesen Waldparkplatz betreffe, sondern auch anderswo dem Forst Kopfzerbrechen bereitet. Die Idee sich mit einem aufklärenden Faltblatt an die Bevölkerung zu wenden, hatte Revierförster Reinhard. Revierförster Bernhard Lippert berichtete, dass man schon verschiedene Maßnahmen ausprobierte und den Dreck auf Kosten der Steuerzahler auch abfahren ließ, aber ohne durchschlagenden Erfolg. So entschied man schließlich: „Die versteckte Ecke muss weg.“ Der Parkplatz wurde abgebaut, Erde aufgeschüttet, die Einfahrt verengt und große Steine als Begrenzung platziert. Ein Schild informiert, dass das Ablagern von Abfällen verboten ist. Gleichzeitig überlegte man sich ein Konzept für den gegenüber liegenden Parkplatz, der mit Namensschild und Hinweishäuschen ausgestattet wurde. Auch hier achtete man auf eine Begrenzung des Waldbereichs. Die Kosten, die der Forst Baden-Württemberg trägt, liegen bei 6.000 Euro. Er hoffte, dass vom Rückbau der einen Parkplatzseite ein deutliches Signal ausgeht und die Ablagerung der Gartenabfälle damit unterbleibt.
Der Meinung, das bisschen Schnittgut verrottet doch und wird wieder zu Erde, stehen eine Reihe von guten Argumenten entgegen, an die das von Förster Reinhard konzipierte Faltblatt erinnert: Mit den Gartenabfällen gelangen Pflanzen, sogenannte Neophyten in den Wald, die konkurrenzstark in ihrer Verbreitung heimische Pflanzen verdrängen. Lebensräume, die sich unter Abfallhaufen befinden, ersticken. Müllhaufen ziehen außerdem Müllhaufen geradezu magisch an. Wo ein Gedankenloser seinen Gartenabfall ablagerte, folgen andere und es entsteht ein regelrechter Müllplatz.
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