Maßnahmen für die Fenster
Damit ihr Geld nicht durchs Fenster verschwindet
14.01.2012, So wie die Augen für das Gesicht, so sind die Fenster prägend für das Erscheinungsbild und die Ausstrahlung Ihres Hauses. Informationen werden aufgenommen und im Innern verarbeitet. So sollte es auch mit den Fenstern in der heimischen Immobilie geschehen. Die Wärme die produziert wird, sollte auch im Innern bleiben und nicht mehr nach außen entweichen. Hier kommt die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) für Ihre Fenster genau richtig. Denn nicht nur die Wände müssen immer stärker gedämmt werden. Die Fenster müssen dabei auch Schritt halten können, sonst bleibt die Energieeinsparung durch Wärmedämmung nur unbefriedigend.
Sehr häufig wird mit den U-Werten von Fenstern geworben, ohne dass man genau weiß welche U-Werte im Rahmen der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben sind und was überhaupt ein U-Wert ist.
Was sind U-Werte?
Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) zeigt, wie hoch der Wärmeverlust durch das jeweilige Fenster ist. Der Wert wird ermittelt zwischen der Innen- und der Außenseite, pro qm Fläche und pro Stunde, bei einem Temperaturunterschied zwischen innen und außen von 1° Kelvin.
Das Berechnungsmaß für den U-Wert wird in W/ m²K ausgedrückt.
W steht dabei für Watt, K für Kelvin. Je geringer die festgestellte Zahl ist, desto besser ist die Wärmedämmung des Fensters. Man muss allerdings deutlich machen, wofür der U-Wert ermittelt wurde, denn die Werte können sich nämlich auf das ganze Fenster, nur auf die Verglasung oder nur auf die Fensterrahmen beziehen. Auch für die Fensterzubehörteile, wie Rolladen und Jalousien werden U-Werte ermittelt.
Hinzu kommt, dass ca. ein Drittel des Energieverlustes an einem Haus sich auf alte Fensterrahmen und -scheiben zurückführen lässt. Betroffen sind besonders bis Mitte der 90er Jahre errichtete Gebäude, in denen vorrangig unbeschichtetes Zwei-Scheiben-Isolierglas eingebaut wurde.
Bei Gebäuden, die vor 1977 errichtet wurden, trifft man sogar noch auf Einscheibenverglasungen. Solche veralteten Ausführungen verursachen einen hohen Wärmeverlust. Die Folgen sind unnötig hohe Ausschüttungen von Kohlendioxid durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, die zudem zu hohen Heizkostenrechnungen führen. Allein durch den Austausch der Verglasung an einem Gebäude im Bestand kann der Heizölverbrauch deutlich reduziert werden. Ersetzt man unbeschichtetes Isolierglas durch beschichtetes, werden jährlich ca. 20 Liter Heizöl pro Quadratmeter Fensterfläche eingespart. Mit Klimaschutzglas sind es sogar 30 Liter. In Zeiten des Klimawandels und der daraus resultierenden breiten Unterstützung des Staates, ist die Zeit für energieeffiziente Sanierungen so günstig wie nie zuvor.
Das heißt im Klartext:
Ziel der Sanierungsmaßnahmen muss die Verminderung des U-Wertes sein. Welche Einsparpotenziale bei der Nutzung moderner Verglasungen bestehen, verdeutlicht folgende Faustregel: Eine Absenkung des U-Wertes um 0,1 W/m²K bedeutet eine jährliche Einsparung von etwa 1,2 Litern Heizöl pro Quadratmeter Fensterfläche. Und mit jedem Liter Heizöl werden ca. 3 Kilogramm CO2 eingespart.
Alt und neu im Vergleich
- Eine Einscheibenverglasung aus normalem Floatglas weist einen U-Wert von etwa 5,8 W/m²K auf.
- Ein typisches unbeschichtetes Zweischeiben-Isolierglas besitzt einen etwa halb so großen Wert von ca. 3,0 W/m²K.
- Mit einer Wärmedämmbeschichtung versehene Isoliergläser, die den heutigen Standard darstellen sind sogar U-Werte von bis zu 1,0 W/m²K möglich – eine erhebliche Reduzierung gegenüber älteren Scheiben.
Daher werden schon in naher Zukunft Dreifach-Isolierverglasungen den Standard darstellen. Von den drei Scheiben des Klimaschutzglases weisen zwei eine Oberflächenbeschichtung mit Sonnenschutz- bzw. Wärmedämmfunktion auf. Getrennt werden die drei Gläser durch zwei gasgefüllte Scheibenzwischenräume, die mit besonderen, thermisch isolierenden Abstandhaltern ausgefüllt sind. Die für die Wärmedämmeigenschaften bestimmenden Aspekte, Beschichtung und gasgefüllter Scheibenzwischenraum, sind beim Klimaschutzglas, gegenüber dem Zweifach-Isolierglas, doppelt vorhanden und der Wärmeverlust wird bis zu 50 Prozent reduziert.
Der Energiekostenrechner zeigt den Unterschied
Wer herausfinden möchte, wie viel alleine durch das Austauschen älterer Fenster gespart werden kann, findet unter www.pilkington.de/energiekostenrechner ein Programm, das binnen Sekunden kostenlos weiterhilft. Dazu müssen lediglich drei Fragen online beantwortet werden:
1. Wie viele Quadratmeter Glas möchten Sie austauschen?
2. Wie viele Fenster möchten Sie austauschen?
3. Und wie sind Ihre jetzigen Fenster verglast?
Anhand dieser Informationen erhält der Nutzer einen genauen Überblick über das Einsparpotenzial.
Ein Beispiel:
Werden fünf Fenster, die derzeit mit einer Einfachverglasung ausgestattet sind und eine Fläche von insgesamt 20 Quadratmetern haben, ausgetauscht, belaufen sich die Einsparungen pro Jahr auf bis 396 Euro. Nach etwas mehr als vier Jahren ist die Investition damit rentabel – auch diese Information zeigt der Energiekostenrechner an.
Gut zu wissen!
Gekippte Fenster sorgen kaum für Luftaustausch, sondern kühlen nur die Wände aus. Richtiges Stoßlüften spart dagegen viel Energie und unterstützt Ihre Gesundheit:
Zu wenig Feuchtigkeit im Raum trocknet die Schleimhäute aus, zu viel begünstigt gerade an kalten Wänden Schimmelpilze. In den Monaten Dezember bis Februar empfiehlt es sich mehrmals täglich für vier bis sechs Minuten Stoßzulüften, im März und November acht bis zehn Minuten, im April und Oktober zwölf bis 15 Minuten, im Mai und September bis zu 20 Minuten und in den Monaten Juni, Juli und August können die Frischluftstöße 25 bis 30 Minuten dauern.
sake
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