Donnerstag, 09. September 2010

Im Porträt: Ulrike Fempel

„Aus Hobby habe ich nun eben Beruf gemacht“

"Newcomers" unterschiedlichster Herkunft treffen sich regelmäßig in der Metropolregion Rhein-Neckar, um Erlebnisse auszutauschen, die ihnen der Neuanfang in der neuen Umgebung beschert. Dabei werden interessante Informationen rund ums Thema Familie weitergegeben.

„Es geht um Themen wie Mehrsprachigkeit der Kinder, geeignete Schulen oder Kindergärten, Ferienprogramme, aber auch Freizeitmöglichkeiten, etc. Manch einer lernt Gleichgesinnte kennen und immer sind die Abende mit Menschen unterschiedlichster Kulturen sehr abwechslungsreich“, erklärt Ulrike Fempel, die Initiatorin dieses Projekts. Mit großem Engagement und Herzlichkeit führt sie ihre Agentur „International Family Consulting“, die ausländischer Familien Beratung anbietet.

Das Thema interkultureller Austausch mit Fokus auf Familien ist Ulrike Fempel schon lange ein persönliches Anliegen. Nicht zuletzt vielleicht auch durch ihre private Situation: Viel im Ausland gelebt, mit einem Spanier verheiratet, Kinder, die zweisprachig und von 2 Kulturkreisen geprägt aufwachsen und die Arbeit bei SAP in einem multi-kulturellen Umfeld. Während ihrer 2 jährigen Tätigkeit als Verantwortliche für das Thema "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" bei der SAP hat sie sich selbst einen Fokus auf "internationale Familien" gelegt und dort einen großen Mehrwert gesehen, was Beratung, Informationsangebote und Networking anbelangt.

„Bei meiner interkulturellen Beratung und den Serviceangeboten ist immer ein Fokus auf den Familien internationaler Fach- und Führungskräfte. Themen, welche ich mit den Familien vertiefe sind vor allem Bildungsangebote, Freizeitmöglichkeiten, Kinderbetreuungsoptionen und kulturelles Neuland für die Kinder und Eltern“. Dabei ist wichtig zu bemerken, dass viele Familien anfangs noch nicht fließend deutsch sprechen und so zu den mannigfaltigen Informationen aus dem Internet auch nicht immer Zugang finden.

Aber nicht nur Informationen wie z.B. aktuell die vielfachen Angebote an Ferienprogrammen für die Sommerferien oder Informationen zu Schulen und Schultypen - da kommt man ja als Deutscher kaum mit, weil sich ständig etwas ändert. Auch die "soft Infos", welche über ein großes Netzwerk nur an diejenigen gelangen, die schon eine Weile hier leben.

„In meiner alten Firma fing vor Jahren über einen relativ überschaubaren, jedoch rasch wachsenden  Verteiler ein wöchentliches Rund-Mail an, wo Informationen zu Flohmärkten, Veranstaltungen für Familien, Aktivitäten mit Kindern etc. von Mitarbeitern für Mitarbeiter weitergegeben wurden. Genau diese Informationen sind wertvoll und doch so schwer greifbar, wenn Familien aus dem Ausland neu nach Deutschland kommen“.

An diesen Erfahrungen anknüpfend unterstützt sie mit ihren multikulturellen Veranstaltungen ausländische Familien und hilft dabei für die Verbindung verschiedener Kulturen. „Das interkulturelle Verständnis spielt auch eine große Rolle und da habe ich aus Hobby nun eben Beruf gemacht“, so eine Powerfrau voller Überzeugung ihrer Sache.



pi/Foto: privat
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