08. Februar 2012

Kleine Blumenkunde:

Die Ringelblume ist vielseitig verwendbar

29.08.2010, Die genaue Herkunft der Ringelblume ist bis heute unbekannt, wird jedoch im Mittelmeerraum vermutet. Sie kommt verwildert, häufig unbeständig in ganz Europa vor. In Mitteleuropa ist sie eine Adventivpflanze, jedoch nicht eingebürgert und wächst auf Schutt und nährstoffreichen Lockerböden. Derzeit stehen viele dieser pflegeleichten Pflanzen in gelber oder orangener Farbe zum Beispiel  in den Vorgärten Bruchsals und der Ortsteile.
Es ist die Blume, die man klassischerweise für die Frage „Er liebt mich, er liebt mich nicht“ verwendet. Das Abpflücken der Blumen soll allerdings laut frühem Aberglauben Gewitter heraufbeschwören.

Bei Bauern auch in der Region Bruchsal stand die Ringelblume lange Zeit in hohem Ansehen, weil sich mit ihrer Hilfe das Tageswetter voraussagen ließ. Waren die Blüten zwischen 6 und 7 Uhr bereits geöffnet, so versprach es ein schöner sonniger Tag zu werden. Waren sie jedoch nach 7 Uhr noch geschlossen, so musste mit Regen gerechnet werden.

Die Ringelblume ist eine einjährige krautige Pflanze, seltener überwintert sie oder wächst zweijährig. Der hell- bis mittelgrüne Stängel erreicht 30 bis 50 cm Höhe.
Die Blütenkörbe stehen einzeln an blättrigen, langen Blütenstielen und haben einen Durchmesser von bis zu 4 cm. Im Inneren der Körbe stehen 30 bis 50 zwittrige Röhrenblüten, außen 60 bis über 150 weibliche, fruchtbare Zungenblüten von dottergelber bis orangegelber Farbe.
Die Blütezeit dauert von Juni bis Oktober, ein Einzelköpfchen blüht meist vier bis fünf Tage lang.

Aus den Zungenblüten entwickeln sich die 9 bis 15 mm langen, einsamige Schließfrüchte. Sie sind teilweise geflügelt, sichelförmig, gekrümmt bis geringelt und gaben der Pflanze ihren Namen. Die Ausbreitung erfolgt durch Anhaftung an Tieren, durch Wind oder durch Nahrungseintrag der Ameisen.

Die Ringelblume wird vor allem in Deutschland und den Niederlanden angebaut, aber auch in Ägypten, Ungarn, Polen und den Balkanländer. An den Standort stellt sie keine besonderen Ansprüche.

Pharmazeutisch werden die getrockneten ganzen oder zerkleinerten Blütenkörbchen, oder die getrockneten Zungenblüten verwendet.
Sie wirken entzündungshemmend und fördert die Wundheilung. Bei Magen- und Darmgeschwüren wird sie innerlich angewendet. Ringelblumen werden in Form von Teeaufgüssen, wässrigen Auszügen, Tinkturen, Extrakten und Salben verabreicht.

In der Lebensmittelindustrie wird die Ringelblume als Farbstoff eingesetzt, unter anderem bei Käse und Butter.

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