Genuss aus der Küche
Im Winter nicht auf frische Kräuter verzichten
26.01.2012, In jeder laufenden Kochsendungen zeigen es Fernseh- und Sterneköche und machen es somit den Hobbyköchen vor: In kleinen Töpfen oder Gläsern stehen vor der Küchenanrichte eine ganzer Kräutergarten im Miniformat. Längst haben Kräuter in viele Küchen Einzug gehalten. Wer gerade jetzt im Winter nicht auf die Kräuter der Natur verzichten möchte, stellt die aromatischen Gesellen einfach auf das Regal oder die Fensterbank.
Kräuter lassen sich als Heil-, Gewürz- und Duftpflanzen verwenden und sind auch beim Thema Gesundheit und Wellness nicht mehr wegzudenken. Wer lange Freude an seinen Kräutern haben möchte, der sollte die einzelnen Pflanzen etwas genauer kennenlernen. Die Vielfalt an verschiedenen Kräutern ist beachtlich.
Vitamine aus dem Topf
Es ist einfach, seine Kräutertöpfe beim Gemüsehändler oder in der Gärtnerei direkt im Topf zu kaufen. Die vitaminreichen Stiele der Pflanzen können sofort beerntet werden. Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Dill, Melisse, Thymian, Pimpinelle, aber auch Kresse lassen sich gut in der Küche halten.
Allerdings sind die Pflanzen erst einmal abgeerntet, oder verfügen über zu wenig „Erntegut“, müssen sie meist durch neue ersetzt werden. Anders als auf der Terrasse oder im Garten haben sie in ihren kleineren Töpfen wenig Platz, um zu wachsen. Substrat und Nährstoffe sind hier schnell aufgebraucht. Kräuter in der Küche sollten immer ausreichend gegossen werden, da sie schneller austrocknen.
Dekorativ und Kreativ durch den Winter
Passende Töpfe und Schalen, am besten mit einem Abzugloch für überschüssiges Gießwasser, machen aus den grünen Pflanzen eine dekorative Kulisse. Gefäße, wie Tassen und Übertöpfe werden mit Kräutermotiven angeboten, die bereits den jeweiligen Pflanzennamen tragen. Praktisch und zugleich noch dekorativ sind Schilder mit Kräuternamen. Man kann sie aus Ton, Schiefer, Porzellan oder Emaille in großer Auswahl im Handel kaufen.
Manchmal entsteht durch einen Topf Petersilie oder Schnittlauch bereits eine langjährige Sammelleidenschaft. Dennoch sollte man sich bei der Auswahl nach persönlichen Vorlieben richten und schauen, wie es um das eigene Kochverhalten bestellt ist. Wer die heimische, deutsche Küche bevorzugt, beispielsweise mit Suppen und Braten, hat sicherlich einen großen Bedarf an klassischen Kräutern, wie Petersilie, Schnittlauch, Dill oder Kerbel. Freunde der mediterranen Küche brauchen Basilikum, Salbei, Rosmarin oder Oregano. Aber auch Liebhaber der asiatischen Kochkunst kommen auf ihre Kosten und können mit frischem Zitronengras, Currykraut oder japanischer Petersilie ihre Gerichte würzen.
Länger als der Winter
Sicherlich schmecken Kräuter frisch am besten. Doch es gibt auch gute Methoden, Kräuter haltbar zu machen. Neben dem Einfrieren lassen sich Kräuter trocknen, in Öl oder Essig einlegen und als Blütenzucker oder Kräutersalze nutzen. Für alle Konservierungsmethoden gilt: Die Kräuter sollten vorher gereinigt und gründlich abgetrocknet werden.
Die Trickkiste der Natur
Winterzeit ist Erkältungszeit. Was viele nicht wissen: Sie haben mit Ihrem Kräutergarten die Apotheke direkt vor der Haustür! So hilft zum Beispiel Salbeitee bei Halsschmerzen und ist entzündungshemmend. Hier ein kleiner Auszug aus dem Kräuterlexikon, das uns die Natur zur Verfügung stellt und was Sie auch ohne Probleme in Ihrer Küche gedeiht.
• Lindenblütentee kräftigt die Abwehrkraft, hilft bei Hustenreiz und treibt die Schweißproduktion bei Fieber an. Zwei Teelöffel Lindenblüten mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und für zehn Minuten abgedeckt gut ziehen lassen.
• Spitzwegerich findet bei trockenem Husten Verwendung. Einen Teelöffel Spitzwegerich mit 250 ml Liter kochendem Wasser übergießen und für zehn Minuten abgedeckt gut ziehen lassen.
• Hustentee kann man aus Salbei, Huflattich und Spitzwegerich herstellen. Nehmen Sie von dieser Mischung zwei Teelöffel, übergießen Sie sie mit einer Tasse kochendem Wasser lassen Sie dies für zehn Minuten abgedeckt ziehen.
• Oder ein Erkältungswettertee, den Sie aus Teilen Hagebuttenschalen und Kernen sowie jeweils einem Teil Holunderblüten und Lindenblüten herstellen. Nehmen Sie von dieser Mischung einen gehäuften Teelöffel, übergießen Sie die Kräuter mit einer Tasse kochendem Wasser lassen Sie dies für zehn Minuten abgedeckt ziehen.
• Melissentee soll bei Erkältungen, Kopfschmerzen, einem nervösen Magen oder Schwindelanfällen helfen. Hierzu einfach einen Esslöffel Melissenblätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und etwa fünf Minuten ziehen lassen. Danach absieben. Bis zu zwei Tassen täglich sollen helfen.
• Fenchel: Hat einen leichten Lakritzgeschmack und wird in Indien nach fast jedem Essen in kleinen Mengen als Verdauungshilfe gegessen. Tipp: Bei Blähungen hilft am besten Fencheltee. Dazu pro Tasse einen Teelöffel Fenchelsamen mit kochendem Wasser aufbrühen.
• Koriander: zählt zu den ältesten Gewürzen. Die Blätter nutzt man als Kraut, die Samen als Gewürz. Koriander ist eine entscheidende Zutat für Currypulver und Pasten. Tipp: Die Samen verströmen einen wohltuenden Geruch und wirken stark antibakteriell. In Asien setzt man Koriander gegenKopfschmerzen und Bindehautentzündung ein.
Die Wunterwaffe: Salbei
Der Salbei galt schon bei den alten Ägyptern als Heilpflanze. Sie wandten ihn gegen viele Krankheiten an, unter anderem gegen Unfruchtbarkeit und gegen Potenzprobleme - und sogar gegen das Altern. Tatsächlich helfen kann getrockneter Salbei bei Schweißausbrüchen und übermäßigem Speichelfluss.
Salbeitee und -bonbons helfen gegen Husten und Halsschmerzen. Der Salbei hat eine desinfizierende Wirkung, deshalb benutzt man ihn auch für Spülungen oder zum Gurgeln im Mund- und Rachenraum. Salbei ist antibakteriell und fungizid, tötet also Bakterien und Pilze ab. Man kann den Salbei deshalb auch gut bei entzündlichen Prozessen, wie etwa Akne, einsetzen. Es ist zudem schweißhemmend, hilft bei Verdauungsstörungen und lindert Halsschmerzen. Die in Salbei enthaltenen ätherischen Öle, die hauptverantwortlich sind für die virenhemmende, pilztötende und antibakterielle Wirkung, beinhalten u.a. Kampfer, Thujon, Salviol, Salven, Pinen, Cineol, Borneol, Salviol, Glutamin, Saponin, Rosmarinsäure und Urolsäure. Salbei hat laut Studien eine günstige Wirkung auf das Gehirn, die Augen, Drüsen und Nerven.
Zögern Sie also nicht zu lange und sorgen Sie vor: Bevor die erste Erkältung anrollt und Sie übermannt, greifen Sie zu Ihrem Kräutergarten in den eigenen vier Wänden und bleiben Sie gesund!
Text: sake / Foto: GMH
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