22. Mai 2012

Menschen brauchen frische Luft

Notwendigkeit des Lüftens

20.10.2009, Heidelberg -

Menschen brauchen frische Luft, sonst sorgt das mit der Atmung abgegebene Kohlendioxid (CO2) schnell zu Ermüdungserscheinungen und Konzentrationsschwierigkeiten. Lüften ist aber auch wegen des Wasserdampfes, den z.B. ein Vier-Personen-Haushalt produziert, notwendig. 8 bis 15 Liter Wasser können so täglich an kalten Außenwänden (d.h. besonders bei nicht oder schlecht gedämmten Gebäuden) kondensieren und günstige Bedingungen für Schimmelpilze schaffen. Allergien, chronische Erkrankungen der Atemwege können die Folge sein.

Um zu hohe CO2-Konzentrationen und Feuchteschäden zu vermeiden, muss die feuchtwarme Luft rechtzeitig durch kältere, trockenere Außenluft ausgetauscht werden. Beim Kochen oder Duschen ist es sinnvoll, große Wasserdampfmengen sofort weg zu lüften. Ständig gekippte Fenster erhöhen jedoch den Energieverbrauch um ein Vielfaches und kühlen angrenzende Wände aus.

Besser ist regelmäßiges Stoßlüften. Um die gesamte Raumluft auszutauschen reicht es aus, im Winter bei weit geöffnetem Fenster und abgedrehten Heizkörpern für zwei bis drei Minuten und in der Übergangszeit bis maximal 15 Minuten zu lüften - mindestens zwei Mal täglich. Mehr als 15 Minuten am Stück zu lüften verbraucht nur unnötige Energie.

Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, ein hygienisch behagliches Raumklima „einzustellen“, ohne dabei Energie zu verschwenden? Ganz einfach : Lüften Sie! Gegen zu viel CO2- und Feuchtigkeit in Haus hilft ein beherzter Griff zum Fenster. Wer nicht ständig die Fenster öffnen will, kann sich eine mechanische Wohnungslüftungsanlage einbauen lassen. Sinnvoll dimensioniert und auf das Gebäude abgestimmt, schafft sie ein Optimum an Luftqualität und Energieeinsparung.

Unterschieden wird zwischen Abluftanlage (mit ihren kurzen Kanälen auch im Altbau realisierbar) einerseits und Zu-/ Abluftanlagen andererseits. Letztere benötigen ein komplettes Kanalsystem, was meist nur im Neubau installierbar ist. Dafür gibt es diese Anlagen auch mit der teureren Wärmerückgewinnung, die neben der besseren Luftqualität zusätzlich Energie einspart.

Weitere Regeln tragen zur Vermeidung von Schimmel und Bauschäden bei:

- Innentüren zwischen unterschiedlich beheizten Räumen immer schließen und bei Bedarf leicht beheizen.

- Oft genutzte oder stark begrünte Räume (auch Schlafzimmer) drei- bis viermal täglich stoßlüften; ansonsten reicht zweimal täglich aus. Stoßlüften bedeute, alle Fenster und Türen im Haus ganz aufzureißen. Alternativ können Sie auch nur Raumweise stoßlüften, in diesem Fall halten sie die Tür geschlossen. Gut ist es, wenn zwei gegenüberliegende Fenster für einige Minuten ganz geöffnet werden. 

- Hohe Luftfeuchtigkeit, die meist in Bad, Küche, Bügelräumen und beim Wäschetrocken entsteht, sofort nach draußen lüften und nicht in andere Räume verteilen.

- Luftfeuchte mit einem einfachen Hygrometer überwachen.

- Auch bei Regen lüften.

- Für die Hinterlüftung zwischen Außenwand und Möbeln zwei bis vier cm Platz lassen, und Raumecken aneinander stoßender Außenwände nicht zustellen.



KliBA Heidelberg
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