08. Februar 2012

Kleine Blumenkunde:

Lavendel - duftende Pflanze aus dem Mittelmeerraum

WebCode: lavendel1000

22.08.2010, Die Heimat des Lavendel sind ursprünglich die Küstenregionen des Mittelmeeres. Dort kommt er an trockenen, warmen Hängen bis Dalmatien und Griechenland sowie in der Toskana in Italien weit verbreitet vor. Er wächst vereinzelt bis zur Waldgrenze an trockenen und felsigen Hängen. Heute ist er in ganz Südeuropa verbreitet. Benediktiner-Mönche führten ihn nördlich der Alpen ein. Der Echte Lavendel ist ein graufilzig behaarter, aromatischer Strauch, dessen Wuchshöhen bis ein Meter erreicht. Die Zweige sind stark verästelt. Die Blätter sind ungefähr 40 bis 50 mm länglich, stumpf und verschmälern sich an beiden Enden. Die Blüten sind in einem bläulichen bis lilafarbenem Ton, den man auch als lavendelfarben bezeichnet. Sie sind in 6- bis 10-blütigen Scheinquirlen angeordnet, die sich zu einem bis zu 8 cm langen Blütenstand vereinigen. Die Blütenstiele sind sehr kurz. Blütezeit ist von Juni bis August. An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert existierte bei Laubenheim zwischen Bingen und Bad Kreuznach auf dem sogenannten Lavendelberg ein größerer Bestand, der jedoch um 1840 für die Nutzung des Weinbaus umfunktioniert wurde. Ansonsten kommt er nur angepflanzt in Gärten als ausdauernde Staude vor. So sieht man derzeit die blühenden Lavendelsträucher in den Vorgärten Bruchsals wie auch verwildert in Waldregionen. Die Vermehrung der Pflanzen erfolgt durch Samen, Teilung größerer Stöcke und wurzelbildender Seitentriebe, Ableger oder Stecklingen.

Junge Blätter und weiche Triebe eignen sich zum angenehmen verfeinern von Gerichten wie Eintopf, Fisch, Geflügel, Lammfleisch und in Soßen und Suppen. Besonders in der französischen, italienischen und spanischen Küche wird Lavendel oft verwendet. In der Avantgardeküche wird es auch in Desserts eingesetzt. Das Aroma ist dem des Rosmarins ähnlich und bitter bis würzig.

Lavendel ist eine häufig in der Heilkunde und Parfümerie geschätzte Pflanzengattung. Lavendelblüten haben leicht beruhigende, blähungswidrige und gallentreibende Eigenschaften. Zur Milderung von innere Unruhe, nervöse Erschöpfung, Einschlafstörungen, Migräne oder auch bei nervösen Magen-, Darm- oder Gallenbeschwerden wird Lavendel angewandt. Das Einreiben mit Lavendelöl wirken vorwiegend hautreizend und dient zur Bekämpfung rheumatischer Beschwerden oder als Badezusatz bei Kreislaufstörungen. Auch in Bruchsals Haushalten ist es heute noch üblich für die Insekten abweisenden Effekte Lavendelblütensäckchen zwischen die Wäsche zu legen.

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