10. März 2010
Wohngebiet am Rosenberg
Vorgaben des Bebauungsplans eingehalten

Mosbach - Die Verwaltung der Stadt Mosbach lud dieser Tage in den Bürgersaal des Rathauses zum Pressegespräch. Dabei ging es um eine mögliche Bebauung des Baumann-Areals am Rosenberg. Konkret liegt im Moment eine Bauvoranfrage auf dem Tisch, die 27 neue Wohneinheiten vorsieht.
Für die Baumann-Villa selbst wurde ein Bauantrag für fünf Wohneinheiten gestellt, statt wie bisher angenommen für drei. Die Villa steht seit etwa zehn Jahren leer und unter Denkmalschutz. Sie hatte eine Wohnfläche von 500 qm, die, so beabsichtigt es der Eigentümer, einst Schuhfabrikant jetzt Immobilien- und Projektentwickler Dr. Ralf Baumann, in 100-qm-Einheiten aufgeteilt werden sollen. Dabei wird das Gebäude nach den Planungen äußerlich fast vollständig erhalten bleiben. Innen wird es allerdings Veränderungen geben. Zum Baumann-Areal gehören neben dem Villengrundstück von 2.700 qm ungefähr weitere 6.000 qm. Nach dem Wunsch des Investors sollen in unterschiedlichen Gebäudetypen insgesamt 32 Wohneinheiten entstehen. Die kleinsten Wohnungen weisen eine Fläche von 50 qm auf. Doch das Gros liegt, so Wolfgang Kittl, zuständig für Baurecht und Denkmalschutz, zwischen 80 und 110 qm Wohnfläche. Die Wohnungen befinden sich in einer der besten Wohnlagen Mosbachs, nämlich an einem Südwesthang mit Blick über die gesamte Stadt. Deshalb liegen die Grundstückspreise für Mosbacher Verhältnisse im oberen Segment, wie Beate Banschbach, Abteilungsleiterin der Baurechtsbehörde, anmerkte.
Nach Aussage von Stadtplaner Stefan Baumhackel ist die absolute Gebäudehöhe, ausgehend von der Straßenoberkante auf Höhen zwischen neun und elf Metern bergseits und drei Meter fünfzig talseits im Bebauungsplan festgesetzt.
Der Oberbürgermeister erkannte ausdrücklich an, dass der Investor ganz besonders um die Einhaltung der Vorgaben des Bebauungsplans bemüht war. Nur durch einen Gemeinderatsbeschluss ließe sich der im Jahr 2005 ordnungsgemäß beschlossene Bebauungsplan ändern. In einer nicht öffentlichen Sitzung griff man diese Thematik noch einmal auf, ohne jedoch für eine Änderung eine Mehrheit zu finden, wie das Stadtoberhaupt weiter ausführte. Anlässlich dieser Beschlusslage wäre die Erteilung der Baugenehmigung eine reine Formsache.
Diese Sachlage rief jetzt die Anwohner auf den Plan. In einem Schreiben legten sie ihre Befürchtungen dar. Sie sind der Ansicht, dass die massive Bebauung das Stadtbild störe. Außerdem erwarten sie ein höheres Verkehrsaufkommen in ihrem angestammten Wohngebiet sowie Parkplatzprobleme.
bw/Foto: bw
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