07. Februar 2012

Sicher im Straßenverkehr

Mobilität ist Lebensqualität

09.10.2009,

Bemerkenswert sind die vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat ermittelten Fakten:

 

Als Fußgänger ist jeder zweite im Straßenverkehr Getötete 65 Jahre oder älter, obwohl nur etwa jeder Fünfte dieser Altersgruppe angehört! Als Radfahrer sind rund vierzig von einhundert im Straßenverkehr getöteten Menschen 65 Jahre und älter. Das ist auch noch eine sehr hohe Zahl im Verhältnis zu anderen Altersgruppen. Als Autofahrer indes schneiden die Verkehrsteilnehmer mit 65 Jahren und älter vorbildlich ab. Auf Grund ihrer Erfahrung und ihres Verantwortungsbewusstseins verursachen sie weit weniger Unfälle als alle jüngeren Altersgruppen der Führerscheininhaber. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Zahl der über 65-jährigen Autofahrer auf nun bald 10 Millionen mehr als verdoppelt. Die Tendenz ist weiter steigend.

 

Rücksicht nehmen, wie man sie von anderen selbst erwartet, das ist offenbar die Grundhaltung älterer Menschen ganz allgemein im Leben, wie im Besonderen beim Autofahren.

 

Als alter Hase am Steuer sollte man sich aber immer wieder selbst auf die Fahrtüchtigkeit überprüfen und überprüfen lassen, denn das Alter bringt es nun mal mit sich:

... das Hörvermögen kann nachlassen, so dass Fahrgeräusche, Anfahr- und Bremsgeräusche weniger gut erkannt werden.

... die Anpassung der Augen von Hell auf Dunkel dauert mit zunehmendem Alter länger, so dass bei entgegenkommenden Autos das Scheinwerferlicht sehr irritieren kann.

... das Nachtsehvermögen nimmt ebenfalls ab, weshalb Fahren bei Nacht, aber auch schon in der Dämmerung ein erhöhtes Risiko bedeutet.

... die eigene Leistungsfähigkeit nimmt ab, sei es durch natürlichen Alterungsprozess oder durch Krankheit.

 

Deshalb ist jeder Autofahrer verpflichtet, sich vor Antritt einer Fahrt selbst zu fragen, ob er voll leistungsfähig ist oder aber durch Beeinträchtigung den Risiken im Straßenverkehr nicht mehr ganz gewachsen ist.

Fragen Sie sich also selbst ...

- Fühle ich mich vor Antritt der Fahrt körperlich und geistig frisch?

- Fühle ich mich, durch Ärger oder Krankheit verursacht, heute eher unsicher?

- Fühle ich mich unkonzentriert oder unsicher in meinen Reaktionen?

- Wäre es nicht besser, zunächst noch einmal zum Arzt zu gehen und den Augenarzt zu konsultieren?

- Wie wirken verordnete Medikamente beim Fahren, evtl. auch in Verbindung mit Alkohol?

 

Den älteren, verantwortungsbewussten Autofahrer zeichnet die Erkenntnis aus: Die Sicherheit im Straßenverkehr hängt in hohem Maße von der richtigen Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit ab.

Als Radfahrer sind ältere Menschen im Straßenverkehr erheblich gefährdet, vor allem dort, wo Radwege fehlen und sie auf die von Motorrädern und Autos befahrenen Straßen angewiesen sind. Ein Sturz vom Fahrrad hat für ältere Menschen oft schlimmere Folgen als für jüngere in gleicher Situation. Positiv vom Standpunkt der Gesundheit ist die Entwicklung, dass immer mehr ältere Menschen vom Auto auf das Fahrrad umsteigen, um sich fit zu halten.

Negativ ist die Entwicklung, dass sich die Zahl der älteren Verkehrsteilnehmer, die mit dem Fahrrad verunglücken, der Zahl der zu Fuß verunglückten immer mehr annähert.

 

Die Gründe dafür sind oft ähnlich bis gleich:

Als Fußgänger gehören ältere Menschen zu der am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Natürlich haben daran auch die Raser, die unaufmerksamen, die rücksichtslosen und leichtsinnigen Autofahrer ihren Schuldanteil, aber auch die älteren Fußgänger tragen dazu vielfach bei und sind oft durch Leichtfertigkeit und Unachtsamkeit schuldhaft in Unfälle verwickelt.

 

Die Unfallursachen sind für jedermann wirklich beachtenswert:

Bei ungesicherten Übergängen, hinter parkenden Autos die Fahrbahn betretend, überschätzt man oft die eigene Reaktionsfähigkeit.

Bei gesicherten Übergängen, auf Zebrastreifen, sind zwar die Autofahrer schuld, wenn sie einen Fußgänger anfahren; aber das nützt einem wenig, wenn man im Krankenhaus liegt oder gar für immer geschädigt bleibt.

Bei Dämmerung und Dunkelheit, im Herbst und Winter ereignen sich die meisten Unfälle, weil sich bei älteren Menschen dann die Reaktionsfähigkeit verlangsamt, die ständig notwendige „Daueraufmerksamkeit“ nachlässt und altersbedingte Einschränkungen des Seh- und Hörvermögens nicht berücksichtigt werden.

In der vertrauten Wohngegend wird man schneller leichtfertig, weil man sich hier gut auskennt und sich besonders sicher fühlt.

 

Die wichtigsten Regeln für Fußgänger:

- Nehmen Sie sich Zeit, den Verkehr genau zu beobachten. Jede einzelne Fahrbahnüberquerung erfordert Ihre ganze Aufmerksamkeit.

- Achten Sie darauf, dass Sie beim Überqueren der Straße gesehen werden und meiden Sie unübersichtliche Stellen und Sichthindernisse.

- Ein kleiner Umweg zur nächsten Ampel oder zum nächsten Zebrastreifen bedeutet einen geringen Zeit Verlust, aber ein großes Plus an Sicherheit.

- Bei dichtem Verkehr, an Einmündungen und Kreuzungen: Verständigen Sie sich mit den Autofahrern durch Handzeichen und Blickkontakt.

- Wenn Sie sich unsicher fühlen, scheuen Sie sich nicht, andere um Hilfe zu bitten.

- Bei schlechten Sichtverhältnissen sollten Sie Kleidung in leuchtenden Farben tragen und bei Dunkelheit helle Kleidung.

- Lassen Sie regelmäßig Ihre Augen und Ohren überprüfen, damit Sie kein Auto übersehen oder überhören.

- Bei Regen, Nebel, Schneefall und Dunkelheit ist es zweckmäßig, reflektierende Gegenstände zu tragen, z. B. eine Sicherheits-klammer oder einen Spazierstock.

 

Die Deutsche Verkehrswacht bietet in Kooperation mit einigen ihren Landesverkehrswachten Seminare zum Thema „Senioren im Straßenverkehr“.

 

Aktivitätsgewohnte Menschen wollen natürlich bis ins hohe Alter mobil bleiben. Wenn aber der Führerscheinerwerb über 30 Jahre zurückliegt und langsam altersbedingte Schwächen, wie schlechteres Sehen und Hören sowie Konzentrationsprobleme, zunehmen, versuchen die Landesverkehrswachten präventiv auf diese Personengruppe einzuwirken. Dies geschieht in Gruppenarbeit mit Moderationstechnik.

Informieren Sie sich bei Ihrer Landesverkehrswacht über solche Angebote.

Telefonnummern und Anschriften ihrer Landesverkehrswacht finden Sie auch im Internet auf der Seite der Deutschen Verkehrswacht unter: www.dvw-ev.de

 

Deutsche Verkehrswacht e.V.
Alexanderstr. 10
53111 Bonn

E-Mail: DVW@DVW-ev.de
Tel.: 0228 / 43380 - 0
Fax: 0228 / 43380 - 70



Deutscher Seniorenring e.V.
Kommentare
Social Bookmarking
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Facebook
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • MySpace
  • Newsvine
  • reddit
  • studiVZ
  • StumbleUpon
  • Twitter
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg