04.04.2012, Speyer - Der Kaiserdom zu Speyer ist das Wahrzeichen der Stadt und zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern der Romanik, gilt er doch als die größte erhaltene romanische Kirche Europas. Seit 1981 steht er auf der Liste der UNESCO Weltkulturerbestätten.
Um 1030 legte Konrad II. den Grundstein zum Bau des Kaiserdoms und begründete damit auch den Aufstieg der Stadt zu einem der herrschaftlichen Zentren des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nationen. Als Grablege salischer, staufischer und habsburgischer Herrscher wurde der Dom zum Symbol des mittelalterlichen Kaisertums.
Der Kaiser- und Mariendom ist Kathedrale des Bistums Speyer und hat die Stellung einer päpstlichen Basilika.
An hervorragender Stelle am Ortsrand von Speyer, unweit des Rheins gelegen, zieht der gigantische Bau unweigerlich den Blick auf sich. Mit 134 Metern Länge, 33 Metern Höhe und 14 Metern Spannweite im Mittelschiff erreicht er die Dimensionen gotischer Kathedralen.
Deutlich treten die Bauteile hervor, die Türme, das basilikale Langhaus, das Querhaus, die freistehende, halbrunde Apsis im Osten und schließlich das zur Stadt hingewandte Westwerk.
Der additive Charakter des Gebäudes, hervorgerufen durch die bausatzartige Zusammenstellung der einzelnen Baukörper, ermöglicht eine klare Abgrenzung
der mächtigen Teile voneinander, wobei sie in ihrer Gesamtheit den Eindruck eines monumentalen Bauwerkes vermitteln -
von zeitüberdauernder Festigkeit -
romanische Baukunst vom Feinsten.
Dabei entstand das Bauwerk keinesfalls als einheitliche Planschöpfung, die schlussendliche Form verdankt sich einer Folge von Kompromissen in der langen Phase der Umbauten und Renovierungen.
Unter dem salischen Kaiser Konrad II. wurde um 1030 mit dem Bau begonnen und 1061 konnte die Kirche geweiht werden.
Heinrich IV. veranlasste Umbauten und Erweiterungen: erstmalig ist am Dom zu Speyer der Baugedanke des Laufganges (Zwerggalerie), der sich um das ganze Bauwerk zieht. Auch das Blendbogensystem wurde bei diesem Umbau zum ersten Mal in der Baugeschichte eingesetzt.
Der Stadtbrand 1689 zerstörte große Teile des Langhauses, die 1758–78 in der ursprünglichen Form wieder aufgebaut wurden. Im Auftrag des Bayernkönigs Ludwig I. wurde der Innenraum 1846–53 in spätnazarenischer Manier durch Maler im Umkreis von Johannes Schraudolph und Josef Schwarzmann ausgemalt. 1854–58 das Westwerk durch Heinrich Hübsch in neuromanischem Stil wieder errichtet. Während der Restaurierungsmaßnahmen in den 1950er Jahren wurde die Bemalung des 19. Jahrhunderts größtenteils abgenommen und die beeindruckende Architektur freigelegt.
Krypta
Besondere Beachtung verdient auch die Krypta, die bis heute unverändert erhalten geblieben ist und zu den größten und schönsten Unterkirchen zählt. Sie ist Grablege von acht deutschen Kaisern und Königen, vier Königinnen und einer Reihe von Bischöfen (Kaiser Konrad II., begraben 1039; Kaiserin Gisela, Gemahlin Konrads II., begraben 1043; Kaiser Heinrich III., begraben 1056; Kaiser Heinrich IV., begraben 1111; Kaiser Heinrich V., begraben 1125; Kaiserin Beatrix, zweite Gemahlin Friedrich Barbarossas, begraben 1184; Agnes, Tochter Friedrich Barbarossas, begraben 1184; König Philipp von Schwaben, Sohn Friedrich Barbarossas, beigesetzt 1216; König Rudolf von Habsburg, begraben 1291; König Adolf von Nassau, begraben 1309; König Albrecht von Habsburg, ebenfalls 1309 begraben.
Aufgrund seiner Monumentalität, seiner technischen und baukünstlerischen Innovationen, aber auch wegen des beeindruckenden Innenraumes mit der Krypta, ist der Dom das hervorragendste Werk der frühen salischen Baukunst. Er wirkte vorbildhaft für die weitere Entwicklung des romanischen Kirchenbaus.
Domnapf
Auf dem Platz vor dem Domhauptportal steht der Domnapf (1560 l Fassungsvermögen), der einst die Immunitätsgrenze zwischen Stadt und Bischof symbolisierte.
Ölberg
Im südlichen Domgarten liegt der Ölberg, ehemals Mittelpunkt des Domkreuzganges. Der Speyerer Bildhauer Gottfried Renn schuf im 19. Jahrhundert das heutige Figurenprogramm, die ursprüngliche im 15. Jh. entstandene Darstellung wurde später weitestgehend zerstört.
Domplatz
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