Strahlende Gesichter
BG landet ersehnten 78:67-Auswärtssieg
22.04.2011, An diesem Samstagabend sah man in den Reihen der BG nur noch strahlende Gesichter: Das Team hatte vor dem Saisonabschluss gegen den USC Heidelberg beim anderen badischen Derby gegen den USC aus Freiburg einen 78:67-Sieg gelandet. Die eklatante Auswärtsschwäche dieser Spielzeit war abgehakt und die Profis hatten sich die Möglichkeit offengehalten, am Karsamstag das zu erleben, was ihnen die ganze Zeit über versagt geblieben war: Drei Siege in Folge.
Algirdas hatte sich für die Starting Five mit Flavio Stückemann, Dwight Thorne, Jacques Jones, Rouven Roessler und Jeremy Black entschieden. Nach dem Anwurf landete der Ball bei Rouven Roessler, so dass die BG den ersten Angriff hatte. Der Ball kam unter den Korb, wo Jeremy Black gefoult wurde. Er traf nur den ersten Freiwurf zum 0:1. Kurz danach legte Jacques Jones zum 0:3 nach. Anton Shoutvin konterte mit einem Korbleger, wurde dabei von Jacques Jones gefoult und machte von der Freiwurflinie den Ausgleich. Ab da war es ein unterhaltsames und ausgeglichenes Spiel. Meistens legte die BG vor, um dann durch schlechte Zuspiele in der Offensive oder mangelnde Intensität in der Defensive den Gastgebern Punkte zum Ausgleich zu ermöglichen. Anderthalb Minuten vor Ende des ersten Viertels reagierte Algirdas Milonas, indem er Brandon Johnson beim Stand von 17:17 in die Partie warf. Zwar gelang erst noch Janis Heindel die knappe Führung der Hausherren zum 19:17, doch in der letzten geglückten Aktion dieses Spielabschnitts brachte der eingewechselte Johnson den Ball sehr intelligent nach Außen zu Alex Rüeck, der sich einmal mehr als sicherer Distanzschütze zeigte und den Viertelendstand von 19:21 besorgte.
Déjà-Vu zu Beginn des zweiten Viertels: Wieder wird Black an die Linie gezwungen, wieder trifft er nur den ersten Freiwurf. Unterschied zum ersten Mal: Brandon Johnson sichert aufmerksam den Rebound, der Ball kommt wieder zu Black und der macht das 19:24. Als Black sich kurz danach mit einem Assist für das Zuspiel von und bei Johnson bedankt, macht der das 19:26 und die Freiburger ordern eine Auszeit. Die BG lässt sich davon nicht stoppen, spielt eine 19:30-Führung heraus, die Shoutvin dann mit dem 21:30 etwas verkürzen kann. Doch auch in der Restzeit dieses zweiten Viertels können die Freiburger gegen eine nun stark aufspielende BG wenig bewegen. Die Karlsruher Profis verteidigen wie vom Headcoach gefordert intensiv, unterstützen sich gegenseitig und bekommen in der Offensive immer wieder die Gelegenheit zu punkten. Das Reboundverhältnis fällt zur Halbzeit deutlich zugunsten der BG aus und hätte Paul Gause nicht bei einer Sekunde auf der shot-clock das Viertel mit einem sensationellen Wurf aus der eigenen Hälfte ein Zeichen zum 34:47 beendet, hätte man dem USC wohl nicht mehr zugetraut, den Spielverlauf noch zu eigenen Gunsten drehen zu können.
Doch mit dieser Aktion im Rücken blühten die Freiburger plötzlich auf: Die BG konnte die Gastgeber nicht mehr bei so niedrigen Punktzahlen wie in der ersten Halbzeit halten, war bei den Rebounds ebenfalls nicht mehr ganz so dominant, entschied aber auch diesen Spielabschnitt knapp für sich. Einer der besten Momente war der dreier von Rouven Roessler zum 50:67, als der sich vor seinem Gegenspieler weit herunterbeugt, wartet, wartet, wartet und dann plötzlich abdrückt. Aber diese zehn Minuten waren als eine kleine Warnung an die Fächerstädter zu verstehen, sich noch nicht auf der sicheren Seite zu wähnen.
Im letzten Viertel gab es unter beiden Körben nicht selten tumultartige Szenen, ohne dass der Ball durch die Reuse wollte. Lange stand der Spielstand von 58:73 an der Tafel und als man sich schon über einen Fastbreak der BG freuen wollte, wurde Dwight Thorne im letzten Moment von Shoutvin geblockt. Ein Ballverlust von Brandon Johnson nutzte Jost zum 60:73. Als noch 4:44 Minuten zu spielen waren, nahm Algirdas Milonas bei diesem Spielstand eine weitere Auszeit. Nikita Khartchenkov durfte danach an die Linie und verkürzte auf 62:73. Als Michael Jost kurz danach einen Dreier zum 65:74 versenken konnte, kam bei manchem BG-Fan sicher wieder die Erinnerung an einige verspielte Vorsprünge in dieser Saison hoch. Die Freiburger mussten aber auch erst einmal einen kleinen Schreck verdauen: Nikita Khartchenkov verletzte sich unter dem Karlsruher Korb bei einem Tempogegenstoß und musste humpelnd auf die Bank gebracht werden. Heindel konnte seine Farben eine Minute vor Schluss noch auf 67:74 heranbringen, doch im Gegenzug behielt Black von der Linie die Nerven und markierte das 67:76. Toni Radic nahm 50 Sekunden vor dem Ende seine letzte Auszeit.
Dann kam der Höhepunkt des Spiels aus der Sicht der BG , als Rouven Roessler Jeremy Black zu einem Alley-Hoop bediente. Der besorgte mit dieser schönen Einlage auch gleich den Endstand: Die BG siegt mit 67:78 in Freiburg und freut sich nun auf den Karsamstag und den USC Heidelberg.
Punkte BG Karlsruhe:
Black 18, Thorne 17/3, Roessler 16/3, Rüeck 7/1, Zyskunov 6, Jones 5, Johnson 4, Hurst 3, Stückemann 2
Punkte USC Freiburg:
Jost 20/2, Heindel 16, Shoutvin 14, Gause 8/2, Khartchenkov 4, McKenzie 3/1, Nutter 2
Kurzinfo:
USC Freiburg - BG Karlsruhe : (19:21, 15:26 , 22:24, 11:7)
Zuschauer: ca. 550