06.10.2009, Heidelberg -
Wenn sich Dachwohnungen im Sommer überhitzen und im Winter unbehaglich kalt werden, sind das nur die extremen Auswirkungen einer unzureichenden Wärmedämmung im Dach. Diese macht sich insbesondere bei kleineren Gebäuden schnell bemerkbar, denn bei ihnen macht die Dachfläche einen relativ hohen Anteil der direkt an die Außenluft grenzenden, wärmetauschenden Hülle aus. Im Winter lassen sich die hohen Wärmeverluste von ausgebauten Dachgeschossen mit schlechter Wärmedämmung gut beobachten: Hier schmilzt der Schnee schnell ab, während sich die weiße Pracht auf anderen gut gedämmten Dächern wesentlich länger hält.
Wirkliche Wohnqualität im Dachgeschoss erfordert eine sehr gute Wärmedämmung. Das lässt sich zum einen durch einen unbelüfteten Aufbau (Warmdach) erreichen. Gegenüber dem belüfteten Aufbau (Kaltdach) bietet dies einige Vorteile wie zum Beispiel eine bessere Wärmedämmung bei gleicher Sparrenhöhe. Zudem lässt es sich handwerklich vereinfacht ausführen und benötigt keinen chemischen Holzschutz.
Zum anderen spielt die Platzierung der Dämmung eine große Rolle für ihre Wirksamkeit. Nicht ausgebaute Dachräume sollten am besten auf der Bodenfläche gedämmt werden. Sie können sich dann überhitzen oder abkühlen, ohne dass das darunter liegende, bewohnte Stockwerk von diesen Temperaturveränderungen betroffen ist. Für die Dämmung ausgebauter Dachräume wird bei nachträglichem Dachausbau oft die Methode der Zwischensparrendämmung gewählt. Diese ist zwar kostengünstig, aber von ihrer Dämmstärke meist unzureichend. Besser ist die Kombination mit einer Untersparrendämmung, die zusätzlich von innen angebracht wird, wobei der Raumverlust berücksichtigt werden muss. Die dritte Variante, die Aufsparrendämmung, ist bei bereits ausgebauten Dachgeschossen besonders günstig, weil hat die alle Arbeiten von außen erfolgen.
Allgemein sollten keine faulen Kompromisse eingegangen werden und die Dächer mit einer Dämmstärke von mindestens 20 cm versehen werden. Das bringt gegenüber der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdämmstärke mehr Energieeinsparung bei geringen Mehrkosten. Und diese Mehrkosten „machen sich bezahlt“, denn Dächer sind langlebig.
Gerade bei allen Aus- und Umbaumaßnahmen lohnt es sich, das Dach energetisch zu verbessern. Beachten Sie auch die Nachrüstpflicht bei der Dämmung nicht begehbarer oberster Geschossdecken. Das sind Decken zwischen oberen Wohnetagen und Dachgeschossen bzw. Spitzböden, die nicht zu Wohnzwecken genutzt werden können. Diese wurde in der seit Februar 2002 gültigen Energieeinsparverordnung verbindlich festgelegt. Ausgenommen sind lediglich selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser (aber auch in diesen ist die Dämmung sinnvoll). Spätestens 2 Jahre nach Eigentümerwechsel muss auch hier „nachgerüstet“ werden.
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