06.02.2010, Mannheim - Das TECHNOSEUM in Mannheim gehört neben dem Deutschen Museum in München und dem Deutschen Technikmuseum in Berlin zu den größten Technikmuseen in Deutschland. Die Entwicklungen in Naturwissenschaften und Technik vom 18. Jahrhundert bis heute sowie der soziale und wirtschaftliche Wandel, den die Industrialisierung in Deutschland ausgelöst hat, sind die übergreifenden Themen der Dauerausstellung. Maschinen werden nicht einfach gezeigt, sondern in Ensembles inszeniert, um einen lebendigen Eindruck einstiger Arbeitswelten zu vermitteln. Vorführtechniker erklären Arbeitsabläufe und beantworten individuell die Fragen der Besucher.
Auf rund 8.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird die Geschichte der Industrialisierung mit Exponaten, interaktiven Experimenten und Vorführungen zum Leben erweckt. Regelmäßige Vorführungen zeigen, wie eine Dampfmaschine funktioniert oder wie sich Kunststoff in Form bringen lässt – und wer beim Gang durch das Museum kurz frische Luft schnappen möchte, der kann mit der Museums-Eisenbahn „Eschenau“ von 1896 direkt aus dem Haus in den Museumspark fahren. An Sonn- und Feiertagen können große wie kleine Besucherinnen und Besucher beim Mitmach-Programm „Familie-aktiv!“ selbst Hand mit anlegen und zu monatlich wechselnden Themen in der Ausstellung tüfteln und experimentieren.
Das Museum wurde 1990 eröffnet. Das avantgardistische Gebäude am Ortseingang der Stadt entwarf die Berliner Architektin Ingeborg Kuhler. 1992 wurde das Haus mit dem Preis „European Museum of the Year“ ausgezeichnet, den das Europäische Museumsforum jährlich vergibt. Zu Beginn des Jahres 2010 hat das Museum seinen bisherigen Namen „Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim“ geändert und heißt fortan TECHNOSEUM.
Die „Elementa“
Wieso ist eigentlich ein Umzugskarton so stabil? Und was hat Leonardo da Vinci damit zu tun? Die Mitmach-Ausstellung „Elementa“ des TECHNOSEUM vermittelt nicht nur naturwissenschaftliche Grundlagen, sondern zeigt gleichzeitig, zu welchen technischen Erfindungen naturwissenschaftliche Experimente führten und führen. Auf diese Weise präsentiert das Museum Wissenschaft und Technik in ihren jeweiligen historischen Zusammenhängen – und macht sie dadurch verständlich. Hier können die Besucherinnen und Besucher selbst ausprobieren, wie man eine Rohrpost verschickt, wie eine Dampfmaschine funktioniert oder wie sich mit Abakus und Neperstäbchen rechnen lässt. Und wer noch nicht weiß, welche Räder am besten auf Schienen rollen: einfach ausprobieren!
Die „Elementa 1“ veranschaulicht bahnbrechende Erkenntnisse in Naturwissenschaft und Technik um 1800, zum Beginn der Industriellen Revolution. In der „Elementa 2“ werden Experimente aus der Zeit der Hochindustrialisierung um 1900 thematisiert. Eine „Elementa 3“ befindet sich im Aufbau und wird bis Mitte 2011 fertig gestellt sein: Hier finden Wissenschaften ihren Platz, die heute aktuell sind und die Entwicklung des 21. Jahrhunderts prägen werden, wie etwa Bionik, Nanotechnologie oder die Lebenswissenschaften.
Im Laboratorium der Elementa können Interessierte unter kompetenter Anleitung chemische und physikalische Versuche durchführen: Sonntags (14.30 bis 17.00 Uhr) steht das Labor großen wie kleinen Besuchern offen, um zu einem wöchentlich wechselnden Thema zu experimentieren. Freitags öffnet das Laboratorium speziell für Nachwuchstüftler seine Türen: Beim TECHNOclub für Kinder im Grundschulalter (14.30 bis 16.00 Uhr) sowie beim Forschertreff für Mädchen und Jungen ab der 5. Klasse (15.30 bis 17.00 Uhr) können alte Altersklassen in die weite Welt der Technik eintauchen.
Das Museumsschiff „Mannheim“
Das größte Exponat des TECHNOSEUM liegt im Neckar, direkt an der Kurpfalzbrücke: Der historische Schaufelraddampfer, einst prachtvoller Ausflugsdampfer auf dem Rhein und für 2.500 Passagiere ausgelegt, ist nicht nur Ausstellungsstück, sondern auch Ausstellungsort. Beim Rundgang unternehmen die Besucherinnen und Besucher eine Reise durch die Geschichte der Binnenschifffahrt, erfahren Wissenswertes zur Bergungstaucherei und zur Seelsorge auf dem Wasser. Bei Führungen können sie im Kessel- und Maschinenraum Dampfmaschine und Schaufelräder in Aktion erleben oder einen Blick in die Kombüse werfen. Kulinarisches wird im schiffseigenen Restaurant mit Blick auf den Neckar geboten.
Zahlreiche Versuchsstationen auf dem Schiff laden insbesondere Kinder und Jugendliche ein, den Naturraum Neckar zu entdecken. Bei Spielen und Experimenten im Labor erfahren sie, warum Fische schwimmen und Vögel fliegen und wie eine Schleuse funktioniert. Unscheinbare Organismen werden unter dem Mikroskop zu atemberaubenden Lebewesen, mit Wasserproben aus dem Fluss lässt sich die Qualität des Neckars überprüfen. Bei Workshops können Familien, Schulklassen und Freizeitgruppen Strudeln und Strömungen auf die Spur kommen oder echte Seemannsknoten knüpfen. Auch für Geburtstagsfeiern gibt es spezielle Angebote: So können Kinder etwa für einen Tag in die Rolle eines Kapitäns schlüpfen und auf der Brücke das Kommando übernehmen.
Sonderausstellungen
18. März bis 3. Oktober 2010:
Nano! – Nutzen und Visionen einer neuen Technologie
Herbst 2011 – Frühjahr 2012:
Unser täglich Brot …Die Industrialisierung der Ernährung
Kontakt
TECHNOSEUM - Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim
Museumsstraße 1
68165 Mannheim
Tel.: +49 (0) 6 21 / 42 98-9
E-Mail:
info@technoseum.de
Internet: www.technoseum.de
Öffnungszeiten
täglich 9.00 bis 17.00 Uhr (24. und 31. Dezember geschlossen)
Museumsschiff
täglich von 14.00 bis 18.00 Uhr (24. und 31. Dezember geschlossen)
Museumsbibliothek
Dienstag bis Donnerstag 9.00 bis 16.00 Uhr, sowie auf telefonische Nachfrage
Eintrittspreise
Erwachsene 6,00 EUR
Ermäßigt 4,00 EUR
Schüler im Klassenverband 2,00 EUR
Familienkarte 12,00 EUR
(1 oder 2 Erwachsene mit einer unbegrenzten Zahl von Kindern)
Für Kinder bis 6 Jahre ist der Eintritt frei.
Museumsschiff
Erwachsene 2,00 Euro, ermäßigt 1,00 Euro
Freier Eintritt bei Vorlage einer Eintrittskarte für das Haupthaus vom gleichen Tag.