21.07.2011, Wiesloch -
Sommerfest in der Äußeren Helde: Die Baugruppe „Atrium“ gibt Gas
Mehr als nur ein Pflichttermin war es für Bürgermeisterin Ursula Hänsch, als sie am Samstag, den 16. Juli, zahlreiche Gäste zum ersten Sommerfest der Baugruppe „Wohnhof Atrium“ in der Äußeren Helde begrüßte. „Die Stadt Wiesloch hat dieses gemeinschaftliche Wohnprojekt aus der Überzeugung heraus initiiert, dass wir die Attraktivität Wieslochs durch Förderung von modernen Wohn- und Lebensformen steigern können. Viele von Ihnen werden aus diesem Grund nach Wiesloch ziehen und ich wünsche Ihnen, dass Sie sich hier wohlfühlen werden. Ich freue mich darauf, dass wir uns schon bald zum Richtfest wiedersehen werden!“
Neben Vertretern der Presse und der Baugruppe fanden sich auch zahlreiche Gäste ein, um bei idealem Wetter gemeinsam zu feiern und sich über den Planungsstand des Bauprojekts zu informierten. Klaus Holfelder erläuterte das Konzept des Wohnhofs, der aus sieben individuellen Einfamilienhäusern und vier Geschosswohnungen um einen glasüberdachten gemeinsamen Innenhof bestehen soll: „Dank des Glasdachs können wir in Zukunft sicher sein, dass unsere Sommerfeste nicht ins Wasser fallen können!“ Die Wohnflächen der Einheiten reichen von 54 bis 205 m²; eine Galerie im Atrium ermöglicht den Zugang zu den Häusern und Wohnungen auch im ersten Obergeschoss. Zum Atrium hin liegen die Nebenräume, während Wohn- und Schlafräume nach außen orientiert sind, wo auch die Gärten liegen.
Um die Neugierde der Baugruppe zu befriedigen, haben die Architekten aus Anlass des Sommerfestes den Umriss des Gesamtbaus sowie des glasüberdachten Atriums auf dem Grundstück abgesteckt. Dieses „Kunstwerk“ bleibt bis zum Baubeginn bestehen und kann von allen Interessierten besichtigt werden.
Historie
Das engagierte Projekt entstand auf Initiative der Gemeinde Wiesloch. Nachdem die Äußere Helde bereits in den 1990er Jahren als Bauerwartungsland ausgewiesen worden war, lernte Bürgermeisterin Hänsch das erste gemeinschaftliche Wohnprojekt von Architekt Holfelder in Offenau bei Bad Wimpfen kennen und konnte sich dort vom Funktionieren des sozialen Zusammenlebens überzeugen. Nach einiger Überzeugungsarbeit und vielen Diskussionen in den zuständigen Ausschüssen und im Gemeinderat schrieb die Stadt einen Architektenwettbewerb für alternative Wohnprojekte aus und reservierte im Bebauungsplan entsprechende Grundstücke. Für eines dieser Grundstücke erhielt Klaus Holfelder mit seinem Wohnhofkonzept den Zuschlag.
Zur Unterstützung der Architekten und der Baugruppe in der Planungs- und Bauphase wurde die BauWohnberatung Karlsruhe (BWK), die schon vor Jahren im Rahmen einer Standortanalyse für gemeinschaftliche Wohnprojekte auf die Äußere Helde aufmerksam geworden war, mit der Projektbegleitung, Moderation und Interessentenberatung beauftragt. Architekt Alexander Grünenwald von der BWK unterstrich, wie wichtig es für derartige Wohnprojekte sei, dass die Gemeinde die Initiative für solche Projekte ergreife. „Die Gemeinde Wiesloch hat eine Vorbildfunktion und ist mit diesem Wohnprojekt ein absoluter Vorreiter in der Region. Das Baugruppenprinzip erfordert eine Unterstützung von Seiten der Gemeinde – Wiesloch agiert hier vorbildlich!“
Wohnparadies für Kinder und Erwachsene
Das gemeinsame Atrium soll sowohl im Alltag einen praktischen Eingangs-, Spiel- und Kommunikationsraum bieten als auch für besondere Gelegenheiten wie Feste, kulturelle Aktivitäten, Sitzungen oder gemeinsames Kochen der Bewohner zur Verfügung stehen. Klaus Holfelder ergänzte: „Gerade in der Ferienzeit gibt es immer jemanden im Wohnhof, der auf das Haus oder die Katze aufpassen kann. In den Wohnhöfen in Offenau hat es trotz stets offener Türen nie einen Einbruch gegeben. Wir wollen nicht nur gute Häuser bauen, sondern gute Nachbarschaft!“
Warum gemeinschaftliches Wohnen?
Die künftigen Bewohner haben gute Gründe, warum sie sich für dieses Projekt entschieden haben: „Ich wollte schon immer in einer Wohngemeinschaft wohnen, in der die positiven Aspekte der Gemeinschaft gelebt werden können, aber trotzdem jeder sein eigenes Reich hat“, so K. Floegel, die seit gut einem Jahr dabei ist. M. Bär ist mit Frau und drei Kindern erst seit einigen Wochen dabei und fügte hinzu „Ich finde es wichtig, dass Kinder in einer intakten Gemeinschaft auch über die Familie hinaus aufwachsen – sozusagen in einer Art Großfamilie“. A. Hahne, die bald ihr zweites Kind zur Welt bringen wird, hatte das Projekt zusammen mit ihrem Mann schon vor fast einem Jahr im Internet entdeckt, ist aber erst seit kurzem aktiv dabei und meinte „Uns hat die Gruppe sofort sehr gut gefallen und wir haben uns innerhalb eines Monats entschieden, mitzubauen. Wir sind begeistert, wie motiviert und engagiert alle sind. Jeder bringt sein Wissen und seine speziellen Fähigkeiten ein – wir alle ergänzen uns hervorragend“. S. Schwarzl betonte abschließend, „Gerade auch Singles und ältere Menschen haben hier nach Feierabend und am Wochenende die Möglichkeit, soziale Kontakte mit der Nachbarschaft zu pflegen und sich ohne explizite Verabredung auszutauschen.“
Energieeffizienz und großzügige grüne Abstandsflächen
Durch die vierseitig um das Atrium angeordneten Hauseinheiten wird die Grundstücksfläche wirtschaftlich genutzt. Das Gebäude bietet darüber hinaus ein hervorragendes Verhältnis von Volumen zu Außenfläche, wodurch die Heizkosten reduziert werden; angepeilt ist ein Niedrigenergiestandard von mindestens KfW70. Trotzdem liegt der kalkulierte Richtpreis für die Häuser und Wohnungen nur bei ca. € 2 400,–/m² Wohnfläche.
Baustart im Herbst
Das seit mehr als drei Jahren in Planung befindliche Projekt biegt nun in die Zielgerade ein: Trotz einiger organisatorischer Hürden, die noch zu nehmen sind, ist ein Baustart in diesem Herbst geplant. Für Schnellentschlossene bietet sich damit noch eine Chance, der für Oktober geplanten Erhöhung der Grunderwerbssteuer in Baden-Württemberg ein Schnippchen zu schlagen – noch sind wenige Wohneinheiten (je nach individueller Planung Häuser oder Wohnungen) zu haben. Weitere Informationen sind bei der BauWohnberatung Karlsruhe (www.i3-community.de, Tel. 0721/597 27 18) zu erhalten; das nächste Interessententreffen findet am Montag, den 1.8., um 18 Uhr in Langens Turmstuben statt. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten: http://www.i3-community.de/70-0-Wiesloch.html oder Tel. 0721/597 27 18
K. Floegel