19.10.2009, Heidelberg -
Ungedämmte Außenwände aus Mauersteinen werden oft als „atmend“ bezeichnet. Ihnen wird angedichtet, sie könnten Feuchte- und Schimmelschäden vermeiden und ein gutes Innenraumklima sicherstellen. Dabei ist mit dem Begriff „atmende Wände“ nicht der direkte Luftaustausch durch die Wand hindurch gemeint, sondern die Diffusion des Wasserdampfes durch das Mauerwerk. Über Wasserdampfdiffusion werden gerade mal zwei Prozent der Raumfeuchtigkeit abgegeben. Die restlichen 98 Prozent werden durch regelmäßiges Lüften nach draußen befördert. Die Wände selbst müssen aber luftundurchlässig sein, um Behaglichkeit zu schaffen und Energie zu sparen.
Feuchtigkeit in Bauteilen ist jedoch kritisch und kann großen Schaden anrichten, besonders in schlecht gedämmten Gebäuden. Ähnlich wie bei der alten Einscheibenverglasung, an der Tauwasser herunter läuft, entsteht dieser Kondensationsprozess im Winter im Inneren von Bauteilen. Eine Außendämmung schafft Abhilfe: Sie erhöht die Temperatur im Wandquerschnitt und verhindert Tauwasserausfall. Die Wärmedämmstoffe sind in der Regel diffusionsoffene, d.h. für Feuchtigkeit durchlässige Baustoffe.
Niedrigenergiehäuser und nachträglich gut gedämmte Altbauten verhindern Bauschäden, haben eine hohe Wohnbehaglichkeit und verbinden dies mit Energieeinsparung und Umweltentlastung. Demgegenüber findet man in der schlecht gedämmten Bausubstanz mit "atmenden Wänden“ häufig Mängel.
KliBA Heidelberg