23. Mai 2012

Im Hemsbacher Rathaus:

„Kunst aus Mücheln“ präsentiert sich farbenfroh

27.09.2011, Hemsbach - Ein kleiner Knirps im Hochzeitssmoking und mit Zylinder steht verlassen auf einem Platz, in der Hand einen Teddybären. Traurig schaut er in eine Richtung, als wolle er fragen: „Wo bleibt die Braut?“ So nannte die Müchelner Künstlerin Gabi Damnig auch ihre Fotografie mit dem kleinen Jungen. Das Bild reiht sich im Dachgeschoss des Hemsbacher Rathauses in weitere eindrucksvolle fotografische Werke ein. Diese sind Teil der Ausstellung „Kunst aus Mücheln“, die am 23.September eröffnet wurde.
 
Doch nicht nur Fotografien gibt es seitdem in der „Galerie im Schloss“ zu bewundern, sondern auch Gemälde aus Öl oder Acryl und Seidenmalerei.

Eröffnet wurde die Ausstellung im Gewölbekeller des Rathauses von Bürgermeister Volker Pauli und dem Müchelner Rathauschef Udo Wurzel. Pauli bezeichnete die gegenseitigen Ausstellungen zwischen Hemsbach und Mücheln als „Tradition“ und zeigte sich erfreut darüber, „welche Talente in einer Stadt schlummern.“ Paulis Amtskollege Wurzel betonte die langjährige Freundschaft der beiden Partnerstädte, darauf seien er und die Müchelner stolz. Das neu erstrahlte Rathaus bezeichnete er als „sehr, sehr gelungen.“

Hubert Storch, einer der Müchelner Künstler, hatte die Exponate zusammengestellt und führte kurz in die Ausstellung ein. Hier erwähnte Storch mit einem Schmunzeln, dass Hemsbach quasi „selber schuld“ an der Vernissage sei. Die Stadt sei schon 2009 und 2010 in Mücheln mit Werken von Hemsbacher Künstlern vertreten gewesen, daher sprach Kulturreferent Jürgen Kirchner die Gegeneinladung aus, dass die Müchelner Künstler in Hemsbach ihre Werke präsentieren könnten. Die Partnerschaft sei Kirchner sehr wichtig, ebenso der weitere Ausbau der Kontakte. Seiner Einladung folgten schließlich Storch mit Exponaten von dreizehn Künstlern aus Mücheln, sowie Bürgermeister Wurzel und die ausstellende Künstlerin Gabi Damnig.

Im Anschluss an die offizielle Eröffnung führte Storch interessierte Gäste sachkundig durch die drei Obergeschosse des Schlosses. Er selbst ist auch mit Fotografien vertreten, beispielsweise dem „Lebewesen Baum“, bei dem man schon zweimal hinschauen muss, um alles, was zu sehen ist, auch wirklich zu erkennen.   

Die Werke haben die unterschiedlichsten Themen und Modelle zum Inhalt. So schuf Jens König mit seinem Ölgemälde „Lichtsee“ eine „Erinnerung an die überbaggerten Dörfer im Geiseltal.“ Astrid Mieth zog es inhaltlich nach „Afrika“. Mit Acryl malte sie die Wärme Afrikas sozusagen direkt vor die Augen der Betrachter: afrikanische Frauen, umschlossen von den typischen Farben der afrikanischen Sonne und daneben ein Ast, der aus dem Gemälde ‚wächst’. Auch Naturmaterialien fanden ihren Platz in den Exponaten. Von einem kunstvoll verzierten Türschloss bis zu einem Herz aus Holz in Sandy Lists „Im Herzen der Natur“ fanden sich originelle Materialen in einzelnen Gemälden.

Die Natur war auch bei den Fotografien stark vertreten. Der Beitrag von Wolfgang Scholz brachte Sommergefühle unter das Rathausdach. Überdimensional groß fotografierte, farbenfrohe Blüten laden sicherlich manchen Besucher oder Mitarbeiter ein, den „Platz an der Sonne“ mit der Biene auf der Sonnenblume zumindest in Gedanken zu teilen.

Die Ausstellung kann noch bis 7.November zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden.


mk/Foto: mk
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