09.10.2009, Als es der Pharmaindustrie in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gelungen war, einzelne Vitamine aus Nahrungsmitteln zu isolieren, gab es, wie wir heute in Supermärkten und Versandhäusern feststellen können, ein für den Laien unüberschaubares Angebot von Vitaminpräparaten, die als Gesundmacher einen riesigen Absatz finden. Sicher ist, dass in unserem Land die Sicherheit der Präparate gut und verlässlich geprüft wird, bevor sie frei verkauft werden dürfen.
Aber: Es gibt auch Experten, die vor der unbedenklichen Einnahme warnen, weil z.B. eine Studie in Finnland 1994 zu der Erkenntnis kam, dass Beta-Carotin, das bei Rauchern gegen Krebs eingenommen wird, sogar das Krebsrisiko erhöhen kann. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz empfiehlt den Rauchern, den erhöhten Vitaminbedarf nicht durch Tabletten, sondern über Obst und Gemüse zu decken.
Den Unterschied zwischen isolierten Vitaminen und Nahrungsmitteln mit gleichen Vitaminen ist einsichtig: Die dem Körper aus Nahrungsmitteln der Natur gelieferten Vitamine sind ein Teil einer komplexen Botschaft an den Körper und wirken im Zusammenhang mit allen anderen in den natürlichen Lebensmitteln enthaltenen Vitalstoffen. Das Ganze eines Lebensmittels ist also mehr, als die Summe seiner einzelnen Teile.
Beispiel Apfel: Ein Apfel hat nur ca. 6 mg Vitamin C. Wenn er aber im menschlichen Körper mit allen bioaktiven Stoffen zusammenwirkt, entwickelt er ca. 15 mg Vitamin C, also fast den dreifachen Wert und das ohne jedes Risiko, auch wenn man drei oder mehr Äpfel isst. Eine Überdosierung durch Tabletten kann dagegen schädlich sein.
Das Fazit:
Die Natur, die dem Menschen seit Jahrmillionen passgenau abgestimmte Lebensmittel bietet, ist künstlichen Angeboten immer überlegen.
Andererseits:
Bei der möglichen Vergiftung des Menschen durch die Umwelt und durch eine oft gegen die Natur gerichtete Lebensweise, sind die aus Naturprodukten oder synthetisch hergestellten Vitamine und andere medizinische Substanzen oft zur Heilung von Krankheiten nötig.
Beratung in Ihrem Fall erhalten Sie bei Ihrem Arzt oder bei Ihrem Apotheker. Fragen Sie, bevor Sie mit einer zweckmäßigen Selbstmedikation beginnen.
Unverschuldeter Vitaminmangel ist regulierbar.
Der menschliche Körper kann Vitamine nicht oder nicht in ausreichender Menge selbst produzieren; deshalb nimmt er sie sich bei ausgewogener und abwechslungsreicher Ernährung in der benötigten Tagesmenge aus der Nahrung und den Getränken. Im Alter jedoch sinkt der Energiebedarf. Man isst also weniger, aber der Bedarf des Körpers an Vitaminen bleibt gleich. Daraus ergibt sich ein unverschuldeter Vitaminmangel, den man entweder durch Umstellung der Ernährung, oder aber durch Vitaminpräparate ausgleichen kann.
Deutscher Seniorenring e.V.