Gutes Werk im Grassenberg
Eine äußerst geglückte Benefiz-Veranstaltung
12.08.2010, Wiesloch - Manche Sonntagsspaziergänger schlenderten nichtsahnend vorbei, andere saßen schon mittendrin in dieser Gartenidylle im Schatten eines großen Nussbaums und ließen es sich gut gehen. Nicht immer trifft man auf so angenehme Gegebenheiten und ein richtiges Gartenfest nach seinen Vorstellungen.
Im Eingangsbereich des Geländes des ehemaligen Boxervereins in der Nähe des Winzerkellers standen eine Reihe von einsatzfähigen Oldtimer-Traktoren Spalier. Der älteste stammte aus dem Jahr 1954 und war ein MAN-Ackerdiesel mit 18 PS. Er hat jahraus jahrein bei jedem Wetter seine Ackerfurchen gezogen oder die beladenen Anhänger geschleppt. Eine andere, unter der Ägide der Firma Porsche gebaute Schlepperlegende zieht heute noch mit Hilfe moderner Ausrüstung gefällte Baumstämme aus dem Wald. Jetzt signalisierten sie allesamt gepflegte Sonntagsruhe. Der war allerdings viel Geschäftigkeit bei der Vorbereitung dieser Benefizveranstaltung vorausgegangen, denn die gesamte Anlage mit ihren Sonnenschirmen und Zeltdächern war sehr einladend mit Grillstation und großer Kuchentheke ausgestattet.
Die Bankreihen waren gut besetzt, denn die Veranstalter hatten vorweg ihren Freundeskreis von etwa 200 Personen aktiviert.
Das Mundart-Duo „Kraichgau-Sound“ bestehend aus Helmut Dörr, Gitarre, und Günter Auch, Kontrabass, empfing die Besucher mit Songs wie „Das ganze Universum dreht sich nur um dich“ oder „Her endlich uff...“ Nein, aufhören sollten sie eigentlich nicht, sondern dasjenige, was sich im Kraichgauer Dialekt so kurz und treffend sagen lässt, singend unters Volk bringen. Eine große Bedarfslücke tut sich nämlich da auf, angesichts des Aussterbens der echten Volkslied- Darbietungen und der Abwanderung der Folklore in die mit viel Effekten arrangierten Shows bekannter Stars. Im Schlepptau von „Kraichgau-Sound“ folgte die Gruppe „Saitensprung“, bestehned aus Jürgen Gröner, Cajou, Werner Geistl, Gitarre, und Jürgen Köhler, Gitarre. Sie boten mit viel Elan u. a. die „Mrs. Robinson“, „Looking out my back door“, „I am an alien in New York“, „I have been a miner for a heart of gold“ und andere gut ausgewählte Hits. Das Gesangstalent Ute Berlinghoff streifte sodann im Alleingang durch die Jahrgänge der Popmusik. Diese begabte Sängerin muss man erlebt haben, um zu wissen, was bei entsprechendem Talent und einer guten Ladung Temperament alles an gelungener Rollenverkörperung möglich ist. Ute Berlinghoff setzt sich auch für die Anliegen der dritten Welt ein mit ihrem Engagement für Sri Lanka. Ihr Repertoire war vielfältig: „Let it rain on me“, „Wish you were here“, „Mammi, sag mir , wo laufen wir hin?“ und „The only boy who could ever teach me, was the son of a preacher man“. Wir glauben ihr dies aufs Wort, denn sie ist eine Temperamentsnudel.
Eine weitere Attraktion bildeten die Vorführungen der Rettungshundestaffel Rhein-Neckar.
Eine Fotowand zeigte das Waisenhaus Villa Teag in Nairobi/Kenia. Dessen Gründer fiel bei Rassenunruhen im Jahr 2008 einem Anschlag zum Opfer. Seitdem ist die von ihm im Jahr 2003 gegründete Einrichtung auf sich allein gestellt. Im Rahmen ihres halbjährigen sozialen Praktikums hat sich Jasmin Lohnert aus Wieloch um die 50 Jungen und Mädchen im Alter von drei bis zwölf Jahren gekümmert. Mit dem Erlös aus dem Benefizkonzert soll dort wirksame Hilfe geleistet werden.
kob/Foto: KHP