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Im Herzen des Stauferlandes

Burg Wäscherschloss - Wiege der Staufer

Luftaufnahme der Burg Wäscherschloss

Staatliche Schlösser und Gärten / Achim Mende

Luftaufnahme der Burg Wäscherschloss

Einst war die Burg Wäscherschloss, hoch über dem Beutental, Teil einer ganzen Reihe von zahlreichen Ministerialen- oder Dienstmannenburgen, angeordnet in einem Kranz rund um den staufischen Stammsitz „Hohenstaufen“ des berühmten Geschlechts mittelalterlicher Herzöge, Könige und Kaiser. Die Burg Wäscherschloss entstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und ist als steinerner Zeuge aus der Blütezeit der Staufer in der Region am vollständigsten erhalten.

Video: Unterwegs im Stauferland

Burganlage mit eigenem Charakter

Die vergleichsweise kleine Burg ist eine architektonische Besonderheit. Das Bauwerk mitsamt seinem trapezförmigen Burghof wird von einer fast zehn Meter hohen Mauer aus prächtigem Buckelquaderwerk umschlossen. Vom Palas, dem Hauptgebäude der Burg, bietet sich eine herrliche Aussicht auf den Hohenstaufen, den besagten Stammsitz der Stauferdynastie. Die repräsentativen Fachwerkgeschosse erhielt der Palas allerdings erst in nachstaufischer Zeit, im 15. und am Ende des 17. Jahrhunderts.

Außenfassade mit Blick in die Ferne

Staatliche Schlösser und Gärten / Günther Bayerl

Außenfassade mit Blick in die Ferne
Blick aus dem Fenster der Burg Wäschenbeuren

Staatliche Schlösser und Gärten / Günther Bayerl

Blick aus dem Fenster der Burg Wäschenbeuren
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Wie die Burg zu ihrem Namen kam

Anfänglich bestand die Burg lediglich aus einem Wehr- und Wohnturm, den der staufische Reichsministeriale Walter von Schöpf vermutlich nach 1200 erbaute. Da der Burgherr als hoher Reichsbeamter häufig mit Herzog Philipp von Schwaben und Kaiser Friedrich II. auf Reisen durch das Reich war, überließ er den Wohnturm seinen Vertretern. Daraus erklärt sich auch der ungewöhnliche Name der Burg. Denn ab 1271 wurde die Wehranlage von Konrad „dem Wascher“, einem Ritter von der Burgmannschaft des Hohenstaufen, bewohnt. Der verdankt seinen Beinamen vermutlich dem Waschbach, der durch den Welzheimer Wald fließt. So wurde die Burg also nach ihrem früheren Bewohner als Burg „Wäscherschloss“ benannt. Der Name der Burg blieb, auch wenn in der Folgezeit häufig ihre Besitzer wechselten. Am Ende fiel die Burganlage 1806 an das Königreich Württemberg. Für die neuzeitlichen Burgbesucher lässt das Innere der Burg und die mittelalterliche Burghofkulisse die hohe Zeit der Staufer wieder aufleben.

Gedeckte Tafel in der Burg

Staatliche Schlösser und Gärten / Günther Bayerl

Im Inneren der Burg wird mittelalterliches Alltagsleben lebendig.
Innenhof der Burg Wäscherschloss

Staatliche Schlösser und Gärten / Günther Bayerl

Innenhof der Burg Wäscherschloss
Schlafgemach

Staatliche Schlösser und Gärten / Günther Bayerl

Schlafgemach
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Geschichtsträchtiges Ausflugsziel

Heute ist Burg Wäscherschloss ein beliebtes Ausflugsziel, liegt sie doch inmitten eines traumhaften und obendrein geschichtsträchtigen Wandergebiets. So locken nicht nur die drei Kaiserberge Hohenstaufen, Rehberg und Stuifen zu ausgedehnten Erkundungstouren. Der Besuch auf Burg Wäscherschloss lässt sich auch bestens mit einem Abstecher zum Kloster Lorch mit seiner bedeutenden staufischen Grablege oder auf den Hohenstaufen verbinden.