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Prachtentfaltung mit Ausblick

Schloss Solitude

Schloss Solitude Stuttgart

Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Cornelia Lindenberg

Auf einer aussichtsreichen Höhe am Rande der Landeshauptstadt erbaut, bietet das Schloss Solitude einen herrlichen Blick nach Norden ins württembergische Unterland Richtung Ludwigsburg.

Repräsentation mit höchstem Aufwand

1763 wurde mit der Planung des Jagd- und Lustschlosses begonnen. Es sollte eine komplexe Schlossanlage mit weitläufigen, schier grenzenlosen Gärten, Wildparks und Wäldern werden. Für den Entwurf der Gesamtanlage und auch der Innengestaltung der Schlossräume beauftragte Herzog Carl Eugen von Württemberg eine Arbeitsgruppe unter Hofbaumeister Philippe de la Guêpière – und wirkte tatkräftigmit. Der Hauptbau, das eigentliche Lustschloss, diente dabei allein repräsentativen Zwecken; der Herzog und sein Gefolge bewohnten die südlichen, etwas bescheideneren Nebengebäude. Ab 1775 wandte sich der Herzog dann anderen Bauprojekten zu – wie dem Schloss Hohenheim. Als der Herzog mit seinem hof längst das nächste Schloss bevorzugte, entstanden hier weitläufige Obstplantagen, betreut von Johann Caspar Schiller, dem Vater des Dichters!

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Prunk, Pracht und Pädagogik

Die Räume des Schlosses waren mit einer außerordentlichen Prachtentfaltung im Stil des späten Rokoko und frühen Klassizismus ausgestattet. Erhalten geblieben ist der Hauptbau, der ausgesprochen charmante Mittelpavillon der Anlage mit den reich verzierten Prunkräumen. Höhepunkt des Raumensembles ist der „Weiße Saal“ unter der Kuppel. 1972 – 1983 renovierte das Land Baden-Württemberg die Gebäude mit den Innenräumen einschließlich ihrer Fresken und Deckengemälde. Im Schlossareal befand sich auch die Hohe Karlsschule, eine Eliteschule für Söhne aus angesehenen württembergischen Familien, deren wohl berühmtester Schüler Friedrich Schiller war. Seit 1990 ist in den Nebengebäuden des Schlosses die Akademie Schloss Solitude zur Förderung künstlerischen Nachwuchses untergebracht. In einem anderen Nebengebäude befindet sich das Fritz von Graevenitz-Museum mit Werken des Stuttgarter Bildhauers.

Von 1764 bis 1768 ließ Herzog Carl Eugen die Solitudeallee als Verbindungsachse zum Residenzschloss in Ludwigsburg bauen. Die mehr als 13 Kilometer lange Strecke beginnt am nördlichen Haupttor des Schlosses Solitude und führt als exakte Gerade bis nach Ludwigsburg. Sie ist heute noch fast vollständig erhalten und zum Teil als asphaltierter Feldweg begehbar.

Schloss Solitude Stuttgart

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Das Deckengemälde stammt von Nicolas Guibal und wurde um 1768 entworfen.
Schloss Solitude Stuttgart

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Ein besonderes Erlebnis sind Sonderführungen im Schloss. Für die kleinen Besucher werden Kinderführungen angeboten.
Schloss Solitude Stuttgart

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Die Schlossanlage mit ihrer weitläufigen Ausdehnung und ihren Gebäuden erweckt den Eindruck einer kleinen Wohnsiedlung.
Schloss Solitude Stuttgart

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Joachim Feist

Das Schlosshauptgebäude mit seinem imposanten Treppenaufgang von Süden.
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Weitere Informationen zum Schloss Solitude Stuttgart finden Sie auf der Homepage des Schlosses sowie die gesamten Informationen auf der Homepage der "Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg".