Die deutsche Kabarett-Szene kann sich zurzeit nicht über mangelnden Nachwuchs beschweren. Doch Masse heißt gerade in dieser Disziplin nicht gleich Klasse.

Während sich viele Künstler dem Einheitsbrei verschrieben haben, sorgt Michael Feindler mit düsteren, lustigen, zynischen, sarkastischen und wortreichen Gedichten für frischen Wind auf der Bühne. Als Lyriker unter den Kabarettisten hält Michael Feindler seit Jahren hartnäckig an der Behauptung fest, man dürfe dem Publikum ruhig etwas mehr zutrauen – in Hinblick auf Denkleistung, Schmerzgrenze und Empfindsamkeit.

Die Zuschauerreaktionen geben ihm Recht. Seine Bühnenprogramme kommen scharf und zugleich feinfühlig, augenzwinkernd und doch melancholisch daher. Die Sprache ist seine Waffe, die Gesellschaft der Schleifstein, an der er sie schärft. Reime und Rhythmen sind dabei kein Selbstzweck, sondern bilden den Teppich, auf dem man über alles stolpert, was darunter gekehrt wurde.

Er reimt, singt, stellt fest – und das immer auf eine ganz eigene Art, die selbst dann noch harmlos wirkt, wenn die wortgewaltige Waffe längst geladen ist. In seinem neuen Bühnenprogramm “Artgerechte Spaltung” setzt sich Michael Feindler auf den Boden zwischen alle Stühle und testet, wie bequem es dort ist. Frei nach dem Motto „Bevor wir Gräben zuschütten, sollten wir sie durchwandern“, betrachtet er allerhand Abgründe, die sich zwischen Menschen auftun.

Am Ende steht die Erkenntnis: Es kann uns nicht egal sein, ob eine Medaille zwei Seiten hat – selbst dann nicht, wenn wir nur die glänzende sehen.

Termine

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Veranstalter: Kulturverein Neckargemünd e. V.